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Benjamin Fischer soll Zürcher SVP-Präsidium übernehmen

Volketswiler nominiert

Benjamin Fischer soll Zürcher SVP-Präsidium übernehmen

Benjamin Fischer aus Volketswil soll neuer SVP-Präsident des Kantons Zürich werden. Der 28-Jährige wurde am Montagabend vom Parteivorstand nominiert. Er soll den Dübendorfer Patrick Walder ablösen.

Redaktion
Züriost
Montag, 23. Dezember 2019, 21:00 Uhr Volketswiler nominiert
Benjamin Fischer wird neuer Präsident der SVP des Kantons Zürich

Bereits im Vorfeld galt er als Favorit: Der 28-jährige Benjamin Fischer aus Volketswil. Der 80-köpfige Parteivorstand hat am Montagabend in Wallisellen den Betriebsökonomen und Kantonsrat einstimmig als neuen Kantonalpräsidenten der Zürcher SVP vorgeschlagen.Der neue Präsident muss von den Delegierten am 7. Januar in Pfäffikon offiziell gewählt werden.

Fischer ist bereits Kantonsrat und amtierender Präsident der Jungen SVP Schweiz. In den letzten Monaten verneinte der Volketswiler jegliche Ambitionen und verwies auf seinen Beruf als KMU-Kundenbetreuer und seine volle Agenda als junger Familienvater.

Knochenarbeit an der Basis

Die Parteileitung hat wohl viel an Überredungskünsten investiert. «Ich habe mich nicht extrem um diese Aufgabe gerissen», räumte er vor den Medien ein. Nur schon, weil er gerne Präsident der jungen SVP Schweiz gewesen sei und dies auch gerne noch einige Jahre geblieben wäre. Dieses Amt wird er aus Zeitgründen nun aber abgeben.

«Wir haben eine besondere Verantwortung, auf nationaler Ebene vermehrt Themen einzubringen.»

Benjamin Fischer, Kantonsrat (SVP)

Geben ihm die Delegierten im Januar ihre Stimme, will Fischer dafür sorgen, dass die Zürcher SVP innerhalb der SVP Schweiz wieder eine stärkere Position einnimmt. «Wir haben eine besondere Verantwortung, auf nationaler Ebene vermehrt Themen einzubringen.»

Die eigentliche «Knochenarbeit» wartet aber in den Sektionen, in denen die Motivation offenbar merklich nachgelassen hat. Es sei schwieriger geworden, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, sagte Fischer. Vor allem in den Städten und in der Agglomeration. «Der Mitgliederbestand muss wieder wachsen.»

«Pudi» hat genug

Der bisherige Präsident Konrad Langhart war nach dem schlechten Abschneiden der SVP bei den kantonalen Wahlen im Frühling 2019 auf Druck von Christoph Blocher zum Rücktritt gedrängt worden. Letzte Woche ist er gar aus der SVP ausgetreten.

«Fängt man an solche Ämter zu bezahlen, fragen sich die Leute in den Sektionen, weshalb sie noch gratis einen Stand am Herbstfest aufstellen sollen.»

Alfred Heer, Präsident der Findungskommission (SVP)

Der Dübendorfer Interimspräsident Patrick «Pudi» Walder (32), seit April im Amt, wollte nicht weitermachen und sich vielmehr auf seinen Beruf als Treuhänder konzentrieren.

Dem Vernehmen nach wurde die Findungskommission unter Nationalrat Alfred Heer mit Anmeldungen nicht gerade überschwemmt. Aus der Nationalratsdelegation haben nach aktuellem Stand alle abgesagt. Auch Martin Hübscher, Fraktionschef im Kantonsrat, ist für den Job nicht zu haben.

Dabei gehts immerhin um die Leitung der grössten Kantonalpartei der Schweiz – die Partei, welche die SVP Schweiz zu ihrem Höhenflug antrieb. Vorgänger als Zürcher Parteipräsidenten waren unter anderem Christoph Blocher und Ueli Maurer.

Schlechte Bezahlung

Die Schwierigkeiten der SVP, einen Hochkaräter fürs Präsidium zu finden, hängt auch mit dem fehlenden Lohn zusammen.

Interimspräsident Patrick Walder sagte gegenüber dem «Tages Anzeiger»: «Der Präsident der Zürcher SVP hat weder einen Lohn noch eine Entschädigung.» Walder hat in den letzten 8 Monaten bloss 400 Franken Spesen erhalten. Zeitlich hat Walder rund 100 Stunden pro Monat investiert, also über 50 Prozent. 

Fange man an, solche Ämter zu bezahlen, würden sich die Leute in den Sektionen fragen, weshalb sie noch gratis einen Stand am Herbstfest aufstellen sollen, begründete Alfred Heer, Präsident der Findungskommission, diese langjährige Praxis. (zo/sda)

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