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Gossauer Vorstoss wegen Neophyten

Regierungsrat im Klammergriff von Linksgrün und SVP

Dem Kanton fehlen die Ressourcen, um seine eigenen Flächen von invasiven Neophyten freizuhalten. Diese Nachricht veranlasst den Gossauer Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) zu einem Vorstoss. Schützenhilfe erhält er von links.

David
Kilchör
Dienstag, 17. Dezember 2019, 11:21 Uhr Gossauer Vorstoss wegen Neophyten
Gemeinden wie Gossau verfolgen eine Neophytenstrategie. Ein lokaler Kantonsrat will das auf den Kanton ausweiten.
Seraina Boner

Er wollte es mit einem sanften Hinweis versuchen. Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) aus Gossau ist der Meinung, dass der Staat den Kampf gegen die Neophyten nicht einfach den Bauern überlassen kann. Nur gemeinsam werde man des Unkraut Herrn. Mit einer Anfrage gedachte er, den Regierungsrat zu animieren, Massnahmen zu ergreifen.

Doch der winkte ab; es gebe eine gewisse Handhabung für den Kampf gegen die fremdländischen Gewächse, aber für Strassenränder und Ufer etwa reichten leider die Ressourcen nicht. Damit kann sich Wäfler nicht zufrieden geben und hat nun ein Postulat eingereicht, das den Regierungsrat nötigen soll, besser gegen Neophyten vorzugehen. Unterstützung erhält er von Grün (Thomas Honegger, Grüne Greifensee) und Links (Jonas Erni, SP Wädenswil).

Jetzt kommt die Forderung

In seinem Vorstoss fordert das Trio den Regierungsrat auf, konkrete Praxisrichtlinien zu erarbeiten und zeitnah - also im kommenden Jahr - gleich umzusetzen, um die kantonseigenen Flächen von invasiven Neophyten freizuhalten.

Details definieren die drei auch gleich im Wortlaut. «Selektive Massnahmen wie Jäten und lokale Säuberungsschnitte werden bevorzugt gewählt, damit die einheimische Biodiversität nicht von einem häufigeren Schnittregime betroffen ist.» Prioritäre Behandlung erfahren sollen biologisch wertvolle Flächen sowie Flächen, die an Kulturland angrenzen und Flächen in Gemeinden, die bereits eine flächendeckende Neophytenstrategie verfolgen. Denn auch da gilt aus Sicht von Wäfler: Gemeinsam ist man am stärksten.

Kanton als Vorbild

Den schnellen Zeitplan begründen die drei damit, dass die Neophyten «ein zeitkritisches Problem» seien. Die Eindämmung müsse so schnell wie möglich sichergestellt werden, um grössere Folgeschäden und -kosten zu vermeiden. Zudem habe der Kanton als grosser Flächenbesitzer und als Vollzieher auch eine Vorbildfunktion, um weitere Akteure zu motivieren.

«Der Kanton muss die Bekämpfung aller seiner Flächen in jedem Fall in vergleichbarem Mass wie die Gemeinden angehen», so die Kantonsräte. Dies insbesondere auch, wenn die Gemeinden ein eigenes Neophytenkonzept hätten und auf ihren eigenen Flächen auf eigene Kosten ein mehrjähriges Programm angingen.

Unterstützung der Strategie

Praktische Sofortmassnahmen sollen nun laut Wäfler und Co. helfen, die langfristige kantonale Strategie gegen invasive Neophyten unterstützen. «Wie auch immer die Naturförderung im Kanton Zürich im Detail aussehen wird, dürfte eine sofortige Eindämmung der invasiven Neophyten bereits bessere Voraussetzungen dazu schaffen und Kosten sparen.»

Kurzfristig könne das wohl höhere Ausgaben zur Folge haben, aber später werde sich dies mit tieferen Folgekosten für Kanton, Gemeinden, Landwirtschaft und Privatflächenbesitzer auszahlen.

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