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Feuchte Träume im Ratssaal

Äxgüsi aus dem Parlament Illnau-Effretikon

Feuchte Träume im Ratssaal

Redaktion
Züriost
Freitag, 13. Dezember 2019, 18:14 Uhr Äxgüsi aus dem Parlament Illnau-Effretikon
Im Grossen Gemeinderat gab es anlässlich der Budget-Sitzung einige rhetorische Schmankerl.
Archivfoto: Züriost

Die Ausgangslage vor der stundenlangen Budget-Debatte am Donnerstagabend dürfte den meisten Gemeinderäten bekannt gewesen sein. Als «alte Häsinnen und Hasen», wie es Finanzvorstand Philipp Wespi (FDP) süffisant ausdrückte, erwiesen sich dabei aber nicht alle. Vor allem die Ratslinke musste Kritik einstecken, was die Zuständigkeiten in Finanzfragen anbelangt.

Das liess den sonst so besonnen auftretenden und früheren RPK-Präsidenten Michael Käppeli (FDP) zu einem eher harschen Tonfall greifen. Besänftigend trat derweil Maxim Morskoi (SP) auf. Er begrüsste «die harte Debatte» mit einem Augenzwinkern und dem Hinweis, dass man sich danach ohnehin wieder lieb habe.

Gar von einem feuchten Traum  sprach Stefan Hafen (SP) und meinte damit die Absicht der «Steuersenkungsfanatiker», wie er es ausdrückte. Das Schwerpunktprogramm des Stadtrats hingegen stellte er als Papiertiger in Frage und verkündete, dass die Zeit der Formalisten und Technokraten vorbei sei.

Auch Arie Bruinink (Grüne) hielt herzlich wenig von der alleinigen Deutungshoheit einiger Lokalpropheten. Noch grösser denken will Brigitte Röösli (SP). «Schaut mal Schlieren an, das sind keine Hosenscheisser wie wir.» Der Stadtrat solle wieder mehr gestalten und nicht nur verwalten, so Rööslis Credo, damit Illnau-Effretikon aus dem «Dornrööslischlaf» aufwacht.

Alles andere als verschlafen wirkte der redefreudige Parteikollege Morskoi, der sich einen Ausbau der Stadtbibliothek starkmachte. «Vielleicht hätte ich meine Bachelorarbeit dann in Effretikon geschrieben.» Am Internetempfang liegt es in dieser Gegend, seit der Installation einer Wlan-Säule auf dem Märtplatz, definitiv nicht mehr. «Hauptsache da hatten längst alle 4G auf ihren Mobiltelefonen», sagte er und sprach sich dafür aus, dass die Stadt endlich wieder eine Vorreiterrolle einnehmen solle – etwa in Energiefragen. Welche Rolle die Grünliberalen im Stadtparlament in der Steuerfussfrage innehatte, war René Truninger (SVP) dagegen schleierhaft. Er empfahl der GLP, «ihren Kompass neu einzustellen.»

(Mirja Keller und Marco Huber)

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