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Artenvielfalts-Offensive geht auch in Maur weiter

Einzelinitiative ist gültig

Artenvielfalts-Offensive geht auch in Maur weiter

Die Grünen wollen rund um den Greifensee die Artenvielfalt besser schützen. Ein Kredit in der Höhe von 250‘000 Franken für entsprechende Massnahmen kommt auch in Maur vors Volk.

Laura
Cassani
Freitag, 22. November 2019, 18:04 Uhr Einzelinitiative ist gültig
Die Bienen retten - auch das ist ein Ziel, das die Grünen mit ihrer Artenvielfalts-Offensive erreichen wollen.
Symbolbild: Pixabay/Cocoparisienne

Die Artenvielfalts-Offensive der Grünen des Bezirks Uster nimmt ihren Lauf: Jetzt hat auch noch die Gemeinde Maur die Einzelinitiative «Schutz der Artenvielfalt – rettet die Bienen» für gültig erklärt. Die Bevölkerung kann an der Gemeindeversammlung vom 15. Juni 2020 darüber entscheiden.

Die Grünen Bezirk Uster hatten Anfang Sommer rund um den Greifensee gleich in sechs Gemeinden und in den Städten Uster und Dübendorf eine solche Initiative oder einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht (siehe Box). Das Ziel: Dass die Gemeinden in den Jahren 2021 bis 2023 insgesamt bis zu 250‘000 Franken einsetzen, um den «Anteil ökologisch wertvoller Flächen auf dem Gemeindegebiet» zu erhöhen und diese Flächen besser zu vernetzen. So steht es im Initiativtext – auch in demjenigen, den der Maurmer Gemeinderat jetzt für gültig erklärt hat.

SP-Initiative ungültig

Der Gemeinderat schreibt in einer Mitteilung, dass es sich zum Beispiel anbieten könnte, die Grundeigentümerinnen und -eigentümer mit Geldbeträgen zu unterstützen, damit sie ihre Flächen pflegen können. Der Kredit würde die bereits beschlossenen oder geplanten Massnahmen zur Biodiversitäts-Förderung ergänzen. Wie genau er aufgeteilt würde, hätte der Maurmer Gemeinderat zu entscheiden. Er würde nach Ablauf der Kreditperiode Bericht über die getroffenen Massnahmen erstatten, schreibt er weiter.

«Die SP Maur findet diese Initiative auch im Sinne der Vernetzung rund um den See sehr gut.»

Mitteilung der SP in der «Maurmer Post»

In Maur hat Ursula Gallizzi, Pflegefachfrau und Mitglied der Grünen, die Initiative eingereicht. Gleichzeitig wollte sich auch die SP Maur in die Artenvielfalts-Diskussion einklinken: Die Partei lancierte ebenfalls eine Biodiversitäts-Initiative, offenbar ohne von der gemeindeübergreifenden Artenvielfalts-Offensive der Grünen zu wissen. Die Initiative der SP hat der Maurmer Gemeinderat jedoch für ungültig erklärt. Aus formellen Gründen, wie der Gemeinderat schreibt: Die Initiative enthielt keinen konkreten Antrag, über den die Gemeindeversammlung hätte abstimmen können.

Die SP Maur entschied sich in der Folge, die Initiative nicht zu überarbeiten, wie sie in der «Maurmer Post» schreibt. Man will lieber die Grünen-Initiative unterstützen: «Die SP Maur findet diese in allen Seegemeinden eingereichte Initiative auch im Sinne der Vernetzung rund um den See sehr gut.» Man unterstütze sie deshalb vorbehaltlos.
 

So weit fortgeschritten ist die Artenvielfalts-Offensive

■ ​In Egg entscheidet die Gemeindeversammlung am kommenden Montag über die Artenvielfalts-Initiative. Der Gemeinderat stellt dieser einen Gegenvorschlag entgegen: Statt 250‘000 Franken sollen nur 150‘000 Franken ausgegeben werden.

■ In Mönchaltorf wird die Initiative am 2. Dezember in der Gemeindeversammlung behandelt. Der Gemeinderat ist gegen das Vorhaben: Dem Thema werde bereits heute hohe Aufmerksamkeit entgegengebracht, weitere Massnahmen seien unnötig.

■ In Schwerzenbach und Fällanden kommen die Einzelinitiativen, genauso wie in Maur, nächstes Jahr in die Gemeindeversammlungen.

■ In Greifensee wurde die Einzelinitiative für gültig erklärt und kommt voraussichtlich nächsten Sommer vors Volk. Hier geht es um einen Betrag von 210'000 Franken. Die Gemeinde erarbeitet derzeit in Zusammenarbeit mit einer externen Umweltberatungsfirma ein Grobkonzept, das zeigen soll, was konkret für den Schutz der Artenvielfalt getan werden könnte.

■ In Uster erklärte das Parlament einen Artenvielfalts-Vorstoss von zwei Grünen Ratsmitgliedern für erheblich. Der Stadtrat wird jetzt konkrete Massnahmen ausarbeiten. In Dübendorf wurde eine ähnliche Motion in ein weniger verbindliches Postulat umgewandelt und dem Stadtrat überwiesen. Dieser muss das Anliegen nun prüfen.

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