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Grüne Welle könnte auf Ständerat überschwappen

Grüne Welle könnte auf Ständerat überschwappen

Im Kanton Glarus erzielte der 35-jährige Anwalt Zopfi 252 Stimmen mehr als der bisherige SVP-Ständerat Hösli. Damit verliert die SVP in einem traditionell bürgerlich wählenden Kanton einen ihrer derzeit fünf Sitze in der kleinen Kammer. Der Freisinnige Thomas Hefti schaffte in Glarus die Wiederwahl.

Agentur
sda
Sonntag, 20. Oktober 2019, 17:14 Uhr
SCHWEIZ WAHLEN 2019 SR KANTON GL
Die Glarner Ständeräte Thomas Hefti (bisher), FDP, links und Mathias Zopfi (neu), Grüne, rechts.

In Neuenburg rückt Céline Vara auf den Sitz nach, den Didier Berberat von der SP innegehabt hatte. Berberat trat Ende der Amtsdauer ab.

Rot-Grün in Genf und Waadt vorne

In Genf liegt das grüne-rote Kandidatenduo mit der 30-jährigen Lisa Mazzone (Grüne) und Carlo Sommaruga (SP) vorn. Bleibt es dabei, könnten die Genfer Grünen den Sitz des zurückgetretenen Robert Cramer halten. Da aber alle Kandidaten deutlich unter dem absoluten Mehr liegen, kommt es wohl zu einem zweiten Wahlgang.

Links-Grün liegt zudem in der Waadt nach Auszählung von zehn Prozent der Stimmen vorne. Die Grüne Adèle Thorens Goumaz führt vor Ada Marra (SP). Wenig dahinter folgt der Bisherige Olivier Français (FDP). Géraldine Savary (SP) trat nicht zur Wiederwahl an.

Damit könnten die Grünen theoretisch auf insgesamt vier Sitze im Ständerat kommen. Zurzeit stellte die Partei nur einen einzigen Vertreter aus Genf in der kleinen Kammer.

Das Nachsehen haben die Grünen voraussichtlich in Basel-Landschaft. FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger lag nach Teilresultaten klar in Führung vor Nationalrätin Maya Graf (Grüne). Ein zweiter Wahlgang gilt indes als wahrscheinlich, da sich insgesamt vier Kandidaten für den einzigen Sitz bewerben.

Mehr Ständerätinnen

Der Frauenanteil im Ständerat könnte steigen, da gleich in mehreren Kantonen Frauen für Männer nachrücken oder nachrücken könnten. Von den sechs bisherigen Ständerätinnen waren fünf nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.

Neu schickt neben Neuenburg auch der Kanton Uri eine Ständerätin nach Bern. Die Urner CVP konnte ihren frei gewordenen Sitz mit der vor einem Jahr als Bundesratskandidatin bekannt gewordenen Heidi Z'graggen sichern; Sie ersetzt den zurückgetretenen Isidor Baumann. Die Wiederwahl geschafft hat Josef Dittli (FDP).

Auch in Basel-Landschaft sieht es für eine Nachfolgerin für Claude Janiak (SP) gut aus: FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger führt vor Nationalrätin Maya Graf (Grüne). Ein zweiter Wahlgang gilt indes als wahrscheinlich, da sich insgesamt vier Kandidaten für den einzigen Sitz bewerben.

Einzige wieder kandidierende Frau war Brigitte Häberli-Koller (CVP). Sie schaffte im Kanton Thurgau die Wiederwahl problemlos. Neben ihr zieht Jakob Stark von der SVP in den Ständerat ein.

Im Kanton Luzern wurde Damian Müller (FDP) im ersten Wahlgang bestätigt. Der zweite Sitz, jener des zurückgetretenen Konrad Graber (CVP), ist noch nicht besetzt. Die CVP ist bei der Verteidigung aber mit der 55-jährigen Nationalrätin Andrea Gmür auf Kurs.

Faktisch bereits gewählt war nach Auszählung der brieflichen Stimmen Eva Herzog (SP) in Basel-Stadt. Sie ersetzt die zurückgetretene SP-Ständerätin Anita Fetz. Herzog freute sich bereits Anfang Nachmittag über ihr «glänzendes Resultat». Das Nachsehen hat die bürgerliche Gegenkandidatin Patricia von Falkenstein von der LDP.

Im Kanton Aargau hingegen verlieren die Frauen den Sitz der zurückgetretenen SP-Ständerätin Pascale Bruderer Wyss. Vor dem zweiten Wahlgang führen Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) das Feld an. Cédric Wermuth (SP) liegt mit deutlichem Abstand auf Platz drei.

Mögliche Sensation im Tessin

Zu einer Sensation könnte es im Kanton Tessin kommen. Denn dort liegt der SVP-Nationalrat Marco Chiesa vorne im Kampf um den freiwerdenden FDP-Ständeratssitz. CVP-Ständerat Filippo Lombardi scheint derweil unantastbar.

In Zürich ist Ständerat Daniel Jositsch (SP) so gut wie bestätigt. Die zweite Hochrechnung sagt ihm als einzigen Kandidaten ein Resultat weit über dem absoluten Mehr voraus. Voraussichtlich in den zweiten Wahlgang muss der bisherige Ständerat Ruedi Noser (FDP). Auf dem dritten Platz liegt Roger Köppel (SVP).

Im Kanton Bern droht die BDP, ihren Ständeratssitz zu verlieren. Die amtierende Regierungsrätin Beatrice Simon schneidet in den fünf bislang ausgezählten Verwaltungskreisen schlechter ab als erwartet. Die Nase vorn hat SVP-Mann Werner Salzmann.

In Zug hat erst ein Kandidat auf Anhieb die Wahl in den Ständerat geschafft: Der bisherige Peter Hegglin von der CVP. Die anderen sechs Kandidaten scheiterten am absoluten Mehr.

Im Kanton Jura behalten die CVP und die SP voraussichtlich ihre Sitze im Ständerat. Die Favoriten, der christlichdemokratische jurassische Finanzdirektor Charles Juillard und die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider, liegen nach 36 von 53 ausgezählten Gemeinden klar vorn.

Bündner Duo wiedergewählt

Die Bündner Ständeräte Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP) wurden klar wiedergewählt. Die ehemaligen Regierungsräte vertreten die Interessen des Gebirgskantons in Bern seit acht Jahren.

Der Kanton Schaffhausen behält seine beiden Ständevertreter. Hannes Germann (SVP) und der in der SVP-Fraktion politisierende Thomas Minder (parteilos) wurden mit klaren Mehrheiten wiedergewählt. Seinen Sitz problemlos verteidigt hat auch der Ausserrhoder Andrea Caroni (FDP). Seine Wiederwahl war bei allen Parteien unbestritten.

Drei Ständeräte hatten ihre Sitze schon vor dem Wahlwochenende auf sicher: Der im Frühjahr an der Innerrhoder Landsgemeinde gewählt Daniel Fässler (CVP) sowie die in stiller Wahl bestätigten Hans Wicki (FDP/NW) und Erich Ettlin (CVP/OW).

 

 

 

 

 

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