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Gemeinderat will Verkehrskadetten vor Parkplatz abschaffen

Auf Seegräbner Gemeindeparkplatz

Gemeinderat will Verkehrskadetten vor Parkplatz abschaffen

Der Seegräbner Gemeinderat hält die Situation mit Verkehrskadetten, die den Parkierungsverkehr auf dem Dorfparkplatz regeln, unter anderem aus Ressourcengründen für unbefriedigend. Jetzt will er die Sache automatisieren.

David
Kilchör
Sonntag, 06. Oktober 2019, 19:55 Uhr Auf Seegräbner Gemeindeparkplatz
Phase Rot in Seegräben
Ist der Dorfparkplatz voll, verkünden das künftig Anzeigetafeln an den Ortseingängen.
Archiv

Etwa 100 Parkplätze umfasst der Gemeindeparkplatz im Seegräbner Dorfzentrum. Etwa 500'000 Besucher empfängt die nahe Jucker Farm pro Jahr offenbar in etwa – wie dem Mobilitätskonzept für den Pfäffikersee zu entnehmen ist.

Dieses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage führt zu «teilweise chaotischen Verhältnissen», wie der Gemeinderat in einer Mitteilung festhält. Bei schöner Wetterlage sei eine Zufahrt zum privaten Parkplatz «Linde» nahe des Dorfparkplatzes nicht mehr möglich.

Diskussionen mit den Kadetten

Da hilft offenbar auch ein Verkehrsdienst nicht. Das System mit den Kadetten sei personalaufwendig und werde den Verhältnissen nicht gerecht. Es könne als Dauerlösung nicht befriedigen, schreibt der Gemeinderat. Denn wenn Personen den Parkverkehr regeln, verleite das die Autofahrer dazu, anzuhalten und zu diskutieren.

Nun will er wieder einen «möglichst geordneten Betrieb» herstellen. Schranken sollen dabei helfen. Sie und eine automatische Anzeige, dass der Parkplatz besetzt ist, seien unbestechlich.

Bessere Zufahrt zum Privatparkplatz

Die beabsichtigte Folge: Zufahrt zum Privatparkplatz «Linde» soll künftig wieder jederzeit möglich sein – insbesondere auch für Notfallfahrzeuge.

Doch der Gemeinderat ist sich bewusst, dass bei schönem Wetter auch künftig Wartekolonnen vor der Einfahrtsstation entstehen können. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, will der Gemeinderat einen rund 45 Meter langen Rückstaubereich vor der Einfahrtsschranke erstellen lassen.

Anwohner steuern Barriere per Funk

Die Zufahrt zur privaten Liegenschaft an der Dorfstrasse 1 soll künftig über eine separate Zufahrt via Gemeindehausparkplatz erfolgen. Dazu gibts einen Trick für die Anwohner: Sie können die Schranke mit Funk bewegen. Und Besucher erhalten einen Zahlencode. «Damit wird verhindert, dass missbräuchlich auf den Parkplatz eingefahren wird», so der Gemeinderat.

Nicht betroffen vom neuen System soll die Phase rot sein, die an Wochenenden mit hohem erwartetem Verkehrsaufkommen angeodrnet wird. Sie wird als eine mögliche Massnahme gegen den Verkehr bestehen bleiben.

Vier Anzeigetafeln an den Ortseingängen

Ein Parkleitsystem soll schliesslich die in Richtung Seegräben fahrenden Automobilisten frühzeitig informieren, ob es auf dem Gemeindeparkplatz noch freie Parkfelder hat oder nicht. Dafür hat der Gemeinderat vier Anzeigetafeln an den Ortseingängen vorgesehen. Sie sollen den Verkehr im Falle eines besetzten Dorfparkplatzes auch gleich zu Alternativen führen.

Die ganze Installation soll 540'000 Franken kosten. Der Gemeinderat wird den entsprechenden Kredit an der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember beantragen.

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Mich erstaunt der Gemeinderat, welcher gut und gerne das 50-fache der Ausgaben in ein System investieren will, dass aus Sicht dieses Artikels zum Scheitern verurteilte sein muss. Von wegen, dass Signalisationen mehr Autorität ausstrahlen als Verkehrskadetten. Die unermüdliche und verantwortungsvolle Arbeit von Jugendlichen, welche ihre Freizeit für das Allgemeinwohl opfern scheint der Gemeinderat nicht zu goutieren. Ich bin enttäuscht.

Sehr geehrter Herr Macclitsch
Der Artikel vermittelt einen ungenauen Eindruck. Der Gemeinderat schrieb in seiner Mitteilung vom Ordnungsdienst. Von der Änderung hauptsächlich betroffen ist eine private Sicherheitsfirma. Die Gemeinde wird an Wochenenden bei "Phase rot" auch weiterhin auf den geschätzten Einsatz der Verkehrskadetten setzen. Der Systemwechsel erfolgt, weil in den letzten Jahren das Verkehrsaufkommen an schönen Tagen auch unter der Woche vielfach so hoch gewesen ist, dass ein Verkehrsdienst nötig gewesen wäre. Dies lässt sich nicht mit den Kadetten bewerkstelligen. Abgesehen davon, dass die Einsatzplanung aufgrund der Wetterabhängigkeit sehr aufwändig gestalten würde, wäre Aufwand für den Ordnungsdienst immens, um alle diese Tage abzudecken. Unter diesen Voraussetzungen relativieren sich auch die Investitionskosten.