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«Sachpolitikerin» Quadranti gegen «Dramaqueen» Köppel

Illnauerin als Gesicht der Wahlkampagne

«Sachpolitikerin» Quadranti gegen «Dramaqueen» Köppel

Die selbsternannt «langweilige» BDP bläst zum Angriff auf die SVP, von der sich die Partei 2008 abgespaltet hatte. Es ist das erste Mal, dass sich die bürgerliche Mittepartei solcher Mittel im Wahlkampf bedient.

Lea
Chiapolini
Freitag, 27. September 2019, 19:00 Uhr Illnauerin als Gesicht der Wahlkampagne
Am 20. Oktober stehen die Nationalratswahlen an. Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren.
Foto: Twitter BDP Kanton Zürich

Sachpolitikerin vs. Dramaqueen – auf der mehrere Quadratmeter grossen Werbefläche in der Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs greift die BDP den SVP-Nationalrat Roger Köppel direkt an. Als Dramaqueen betitelt, wird er neben die Illnauer BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti gestellt, die wiederum mit der positiven Bezeichnung «Sachpolitikerin» markiert ist. 

Es ist eigentlich nicht die Art der BDP, die sich 2008 von der SVP abgespalten hatte, auf solche Mittel im Wahlkampf zurückzugreifen. Auf der Website der BDP Schweiz verkauft sie sich denn auch als Betreiberin «vernunftorientierter Sachpolitik». Sie fokussiere ihre politische Arbeit auf die Sache, nicht auf das Polit-Showbusiness. Und weiter: «Wir scheuen uns auch nicht, Kompromisse mit Links und Rechts zu erarbeiten, damit am Ende eine vernünftige Lösung im Interesse der Schweiz erzielt wird.» Dies fasse ihr Slogan kurz zusammen: «Langweilig, aber gut.»

Das Plakat sei denn auch keine persönliche Botschaft, wie Rosmarie Quadranti gegenüber Tele Züri sagt. Das Bild zeige auf plakative Art, dass Politik in der Regel eben nicht plakativ sei. Laut Politikforscher Michael Herrmann sei es auffällig, dass nun auch bürgerliche Mitteparteien im Wahlkampf auf «amerikanisch angehauchte Methoden» zurückgreifen – und gleichzeitig verständlich. «Sowohl BDP als auch CVP stehen unter Druck und versuchen, mit neuen Methoden aus dieser Defensive zu treten.»

Die CVP stand erst vor kurzem in der Kritik, da sie in einer grossen Onlinekampagne bezahlte Google-Werbung im Namen anderer Parteien und Personen schaltete, um auf den verlinkten Seiten gezielt gegen bestimmte Nationalratskandidaten zu schiessen. 

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Geschmacklos. Die BDP schiesst sich damit ins eigene Bein.
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