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Rüti verabschiedet sich vom Erdgas

Mehr erneuerbare Energie

Rüti verabschiedet sich vom Erdgas

Mit einer neuen Strategie will sich die Gemeinde Rüti bis 2050 aus der Erdgasversorgung zurückziehen. Die Alternative: Erneuerbare Energieträger.

Redaktion
Züriost
Freitag, 20. September 2019, 09:58 Uhr Mehr erneuerbare Energie
Erdgasverteilstation DRM-Medikon
Die Gemeinde Rüti will Erdgas bis 2050 in der Gemeinde komplett abdrehen.
Nicolas Zonvi / Archiv

Vorausschauend sei seine Strategie, schreibt der Gemeinderat Rüti. Und nachhaltig. Hinter dem Selbstlob steckt ein Strategiewechsel in der Wärmeversorgung. Weg vom Erdgas und hin zu erneuerbaren Energieträgern.

Der Gemeinderat verweist in seiner Mitteilung auf Vorgaben des Bundes. Der CO2-Ausstoss müsse massiv sinken. Um dies zu erreichen, will die Exekutive künftig keine neuen Gebiete in der Gemeinde mehr mit Gas erschliessen und die Gasversorgung in den bereits erschlossenen Gebieten in den nächsten drei Jahrzehnten «geordnet zurückziehen».

Absatz von Erdgas ist rückläufig

Das ist nicht ganz einfach, stellen die Gemeindewerke Rüti doch die Gasversorgung derzeit doch mit eigener Infrastruktur sicher. «Weil Gas lange Zeit als umweltfreundliche Alternative zu Heizöl propagiert wurde», erörtert der Gemeinderat. Dabei führe Erdgas jedoch zu vergleichsweise hohen CO2-Emissionen. Mit den erwartbaren höheren CO2-Abgaben dürften also auch die Gaspreise steigen. «Erneuerbare Alternativen werden dadurch preislich konkurrenzfähig».

Dazu komme, dass der Absatz von Erdgas ohnehin schon rückläufig sei. Würden die Gemeindewerke als an ihrer heutigen Praxis festhalten, könnte das wirtschaftlich betrachtet eine existenzielle Bedrohung werden.

Gratis Energie-Check

Unter geordnetem Ausstieg versteht der Gemeinderat, dass er die bestehenden Lieferverträge einhält, sich aber 2050 ganz aus der Erdgasversorgung zurückzieht. Konkret will er zudem einen kostenlosen Energie-Check entwickeln: Fachpersonen zeigen Hauseigentümern,wie sie auf erneuerbare Energieträger umsteigen können. Dieser Check soll bei Haussanierungen oder einem Heizungsersatz zum Einsatz kommen.

Dafür ist eine Anpassung des Reglements für Energie-Förderbeiträge notwendig. Das Ressort Natur und Umwelt werde dies überarbeiten, der Gemeinderat müsse die Änderungen schliesslich noch genehmigen.

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