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Kantonsrat will Universität Zürich zu Gleichstellung verpflichten

Erste Lesung

Kantonsrat will Universität Zürich zu Gleichstellung verpflichten

Die Universität Zürich soll weiterhin gesetzlich dazu verpflichtet werden, in allen Funktionen und Gremien für eine ausgewogene Vertretung der Geschlechter zu sorgen. Dies hat der Kantonsrat am Montag entschieden.

Agentur
sda
Montag, 17. Juni 2019, 11:01 Uhr Erste Lesung
Die Uni Zürich soll zu Gleichstellung verpflichtet werden. Weiter wollte der Kantonsrat aber nicht gehen.
Symbolfoto: Keystone

Der Kantonsrat will nach erster Lesung im Universitätsgesetz auch künftig festhalten, dass die Uni Zürich die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter fördern muss, und zwar in allen Funktionen und Gremien. Also auch in den Führungsgremien, wo der Frauenanteil heute magere 5 Prozent beträgt. Bei der Professorenschaft beträgt der Frauenanteil nur 21 Prozent.

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) bezeichnete diese männliche Übervertretung als «nicht haltbar». Das Ungleichgewicht der Geschlechter liege nicht daran, dass Frauen weniger fähig seien, sondern an der mangelnden Chancengleichheit. Diese Bestimmung sei deshalb notwendig.

«Mit dieser Regelung erhält man Leute, die nicht so fähig sind, aber das richtige Geschlechtsteil haben.»

Hans-Peter-Amrein, SVP-Kantonsrat (Küsnacht)

Fast alle Fraktionen waren gleicher Meinung wie die Regierungsrätin. Eine andere Haltung hatte nur die SVP. Das sei Diskriminierung, begründete Hans-Peter Amrein (Küsnacht) das Nein der SVP-Fraktion. «Die oder der Beste soll den Job erhalten.» Mit einer solchen Regelung erhalte man Leute, die «nicht so fähig sind, aber dafür das richtige Geschlechtsteil haben».

Keine Diversität im Gesetz

Mehr als Gleichstellung der Geschlechter wollte das Parlament aber nicht im Universitätsgesetz verankern. Der Antrag von AL, Grünen, SP und GLP, auch noch «Diversität» vorzuschreiben, wurde abgelehnt.

Auch Bildungsdirektorin Steiner hielt die Verankerung der «Diversität» für unnötig. Der Begriff sei absolut definitionsbedürftig und würde zu Unklarheiten führen, sagte sie.

Die Universität habe zudem bereits seit September 2018 eine «Diversity Policy», welche die Vielfalt fördern solle. Darin steht, dass Diskriminierungen aufgrund von Alter, Behinderung, Geschlecht, Herkunft, Religion, Sprache oder sexueller Orientierung nicht toleriert werden.

Die zweite Lesung des Universitätsgesetz mit Schlussabstimmung findet in etwa vier Wochen statt.

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