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Ruedi Noser: «Macht jetzt die Hausaufgaben!»

Zum Entscheid Oberlandautobahn

Ruedi Noser: «Macht jetzt die Hausaufgaben!»

Der Ex-Wetziker Ständerat Ruedi Noser (FDP), der auch dem Verein Zusammenschluss Oberlandstrasse angehört, äussert sich zum ständerätlichen Entscheid, die Lückenschliessung aus dem aktuellen Ausbauschritt zu streichen.

David
Kilchör
Donnerstag, 06. Juni 2019, 10:59 Uhr Zum Entscheid Oberlandautobahn
Findet den Entscheid richtig: Ruedi Noser (FDP)
Foto: Keystone

Herr Noser, was halten Sie vom ständerätlichen Entscheid, derzeit noch kein Geld für die Lückenschliessung der Oberlandautobahn zu sprechen?
Ruedi Noser: Vom Prozess her ist der Entscheid richtig. Man kann kein Geld für ein Projekt sprechen, das noch nicht budgetierbar ist.

Läuft das Projekt so nicht Gefahr, auf der sehr langen Bank zu landen?
Keineswegs. Der nächste Kredit wird 2023 oder 2024 gesprochen. Der Kanton Zürich weiss jetzt, was er zu tun hat und was sein Zeitfenster ist. Ob die Lückenschliessung auf der langen Bank landet, hängt von Zürich ab.

Der Verein Zusammenschluss Oberlandstrasse, dem Sie auch angehören, hätte es begrüsst, wenn das Projekt in den aktuellen Ausbauschritt aufgenommen worden wäre.
Klar hätte er das. Ich hätte das selber auch. Aber es wäre ein unehrlicher, ein rein deklaratorischer Entscheid gewesen, der das Projekt keineswegs vorwärts gebracht hätte. Die Lückenschliessung wäre lediglich im Ausbauschritt gelistet gewesen, passiert wäre aber nichts. Im Gegenteil hätte die Gefahr bestanden, dass sich die Beteiligten auf dem Entscheid ausgeruht hätten und das Projekt so verlangsamt worden wäre.

Und nun?
Nun wissen alle Beteiligten, was zu tun ist. 2023 ist nicht weit entfernt. Der Kanton muss jetzt krass vorwärts machen.

Der Ständeratsentscheid ist also nicht das Schlechteste für die Lückenschliessung?
Nicht unbedingt. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hatte absolut recht, als sie die drei gekippten Projekte als unausgereift kritisierte. Die Botschaft ist klar: Macht jetzt die Hausaufgaben! Wir brauchen jetzt ein Projekt bis 2023.

Glauben Sie noch an die Lückenschliessung?

Ja, ich werde sie noch erleben.
23%
Nein, daraus wird nichts mehr.
77%
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Die Oberlandautobahn geht 2020 an den Bund. Dieser wird dann auch für die "Lückenschliessung" alleine zuständig.
Wo soll der Kanton denn "krass vorwärts machen", und wer hat welche Hausaufgaben zu lösen, und soll der Kanton diesem Unsinn weiterhin Steuergelder nachwerfen, Herr Noser?