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Wetziker GLP stellt Fragen zum gescheiterten Bushof-Projekt

Nicht sauber abgeklärt?

Wetziker GLP stellt Fragen zum gescheiterten Bushof-Projekt

Wegen Platzproblemen hat der Wetziker Stadtrat nach drei Jahren Planung die Notbremse beim Bushof-Projekt gezogen. Die GLP fragt nun, ob man das nicht auch früher hätte merken können.

Andreas
Kurz
Samstag, 11. Mai 2019, 17:23 Uhr Nicht sauber abgeklärt?
Bahnhof
Die Wetziker GLP stellt kritische Fragen zum gescheiterten Ausbauprojekt des Bushofs.
Archivfoto: Nicolas Zonvi

Die Aussagen des Wetziker Stadtrats lassen die GLP aufhorchen. Als Grund für die abgebrochene Bushof-Planung gab die Behörde an, dass die SBB mehr Platz für das Perron 1 benötigen. Heute ist das direkt an den bestehenden Bushof grenzende Perron nur 2,20 Meter breit. Künftig beanspruchen die SBB einen vier Meter breiten Korridor – der weder als Busperron noch als öffentliche Fusswegverbindung genutzt werden darf. Der Stadtrat kam nun zum Schluss, dass es damit zu eng für den geplanten Ausbau des Bushofs würde (wir berichteten).

«Böse Überraschung»

Bei den Grünliberalen wirft der Entscheid Fragen auf. «Wurden denn die Rahmenbedingungen nicht von Anfang an mit den Anstössern sauber und verbindlich geklärt?», fragt die Partei in einer Medienmitteilung. Und weiter: «Wäre das nicht ein zentraler Punkt für den Machbarkeitsnachweis vor drei Jahren gewesen?» Hätte man dies getan, dann wäre wohl schon damals die Machbarkeitstudie negativ ausgefallen und Wetzikon hätte viel Zeit und Geld gespart, vermutet die Partei. «Dass die ’böse Überraschung’ dann erst fast zwei Jahre später – während der öffentlichen Auflage – zu Tage kommt, wäre durch eine saubere Vorabklärung sicher vermieden worden.»

GLP fordert Auslotung

Der Wetziker Stadtrat will sich nicht zur Medienmitteilung äussern. Er verweist lediglich auf eine Aussage von Stadträtin Susanne Sieber (FDP). Laut ihr ist man dem Problem lange Zeit nicht begegnet weil immer von einer Sanierung die Rede war, nicht von einem Umbau. Statt des geplanten Umbaus will der Stadtrat nun am bestehenden Bushof eine Mindestsanierung vornehmen um das Behindertengleichstellungsgesetz zu erfüllen.

Für die GLP wären die damit anfallenden Kosten vermeidbar gewesen. «Diese Sanierung wird die Wetziker Steuerzahler Hunderttausende kosten und wäre bei einer sauberen Vorgehensweise wohl überflüssig gewesen.» Jetzt brauche es zwingend eine schon längst überfällige, gründliche Auslotung der Varianten mit allen Beteiligten, fordert die Partei.

Jahrelange Diskussionen

Die Diskussionen um den neuen Bushof reichen bereits einige Jahre zurück. 2015 lehnte das Volk einen Vorschlag des Stadtrats ab, der auf dem heutigen Parkplatz zwischen Steiner-Beck und Velo-Plus einen neuen Bushof mit zwölf Anlegekanten vorsah. Bekämpft wurde die Vorlage unter anderem von der GLP.

Als Alternative schlug die Partei das nun beerdigte Projekt vor und unterstützte dieses auch. «Die Alternative ist damals ja auf dem Mist von Esther Schlatter gewachsen», sagte der damalige GLP/FLW-Fraktionspräsident Rolf Luginbühl vor zwei Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war die GLP-Politikerin Stadträtin.

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