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Die Diskussion gab es erst beim Apéro

Wirtschaftsempfang Uster

Die Diskussion gab es erst beim Apéro

Beim Wirtschaftsempfang «Stadtrat im Dialog» war die Bevölkerung eingeladen, der Exekutive Fragen zur «Strategie Uster 2030» zu stellen. Diese wurden im Stadthofsaal allerdings nicht beantwortet.

David
Marti
Freitag, 10. Mai 2019, 18:23 Uhr Wirtschaftsempfang Uster

Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) begrüsste die etwa 180 Teilnehmer des Wirtschaftsempfangs «Stadtrat im Dialog» im Stadthofsaal mit den Worten: «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Diskussionen immer dann fruchtbar und lebendig werden, wenn verschiedene Meinungen, Perspektiven und Interessen zusammen kommen.»

Im Laufe des Donnerstagabends sollte sich zeigen, dass diese verschiedenen Meinungen, Perspektiven und Interessen zwar vorhanden gewesen wären. Eine Diskussion mit dem siebenköpfigen Stadtrat fand im Plenum aber nicht statt. Dabei hiess es noch in einer Mitteilung zur Veranstaltung: «Dem Stadtrat ist es ein Anliegen, an dieser Veranstaltung über die Wirtschafts- und Gewerbekreise hinaus auch der breiten Bevölkerung Red' und Antwort zu stehen und mit ihr in einen Dialog zu treten.»

«Ich hoffe, dass es zu einem Dialog kommt – die Veranstaltung heisst ja nicht Stadtrat im Monolog.»

Hansruedi Galliker, Moderator

Das war auch Hansruedi Galliker ein Anliegen, der den Wirtschaftsempfang seit Jahren moderiert. «Ich hoffe, dass es zu einem Dialog kommt – die Veranstaltung heisst ja nicht Stadtrat im Monolog.» Es sei nicht die Idee, dass die Stadträte eineinhalb Stunden auf die Zuhörer einreden. So kam es dann auch nicht – dem Stadtrat reichten etwa 80 Minuten.

«Brückenbauer» für die Polizei

«Mit etwas Fleisch am Knochen» wie es Moderator Galliker forderte, sollten die Stadträte über die Strategie berichten. Dabei kam dann auch Neues zutage. So möchte Stadtrat Jean-François Rossier (SVP) ab nächstem Jahr eine Fachstelle Brückenbauer für die Stadtpolizei schaffen.

Dies nach dem Vorbild der Kantonspolizei Zürich, wo Polizeiangehörige, die im Nebenamt als Verbindungspersonen zwischen der Polizei und ausländischstämmigen, hier ansässigen Personen «Brücken bauen». Stadträtin Karin Fehr (Grüne), Vorsteherin der Abteilung Gesundheit, hatte gute Nachrichten für Fussballfans. Ein zusätzlicher Kunstrasen soll ins Buchholz.

Weil der Fussballplatz die Finanzkompetenz der Gemeinde übersteige, werde im nächsten Februar dem Volk eine Abstimmungsvorlage unterbreitet werden. Fehr machte gleich selber Werbung: «Fussball ist die beliebteste Sportart in Uster. Wir haben etwa 1000 aktive Spieler hier.»

«Mich interessiert, ob im Zeughaus ein Ausgangszentrum entsteht, wo Jugendliche hingehen können.»

Kantonsschüler, Uster

Zwischendurch wurden unter der Regie von Hansruedi Galliker Verantwortliche von einigen Ustermer Institutionen aufgerufen, etwas über die Zusammenarbeit mit der Stadt zu sagen. So kamen Niklaus Redecker, Betriebsleiter Hotellerie der Werkheime Uster; Sandra Hausmann, Geschäftsführerin des Vereins Herzkern und Sandra Frauenfeld, von der Standortförderung der Stadt Uster kurz zu Wort.

Keine Holzpfähle in Uster

Dann rief Galliker zu einem Warm-Up auf, indem er die Zuhörer kurz vor dem Apéro aufforderte mit den Sitznachbarn kurz über die Strategie des Stadtrates zu diskutieren. Ein Zuschauer meinte, die Strategie müsse noch konkreter werden. Konnte seine Äusserung allerdings auch nicht konkretisieren.

Eine ältere Dame sagte: «Ich wohne seit 1953 in Uster. Von der Stadt heisst es immer Uster hat alles. Wenn ich aber etwas für den Garten wie beispielsweise Holzpfähle haben will, muss ich das in einer anderen Gemeinde kaufen.»

Kurze Pause für den Stadtrat, während das Publikum diskutieren. (Foto Nathalie Guinand)

Nach dem Warmlaufen im kleinen Kreis konnten sich Bürger noch sechs Minuten im Plenum an den Stadtrat wenden. Positiv über die Führung der Stadt äusserte sich ein Herr aus Oberuster. Er kritisierte aber, dass es Pläne zur Aufhebung des Fussballplatzes Heusser-Staub-Wiese gebe und stellte die Konzentration des Fussballs auf das Buchholz in Frage. Ein anderer bemängelte, dass die Stadt für Bewilligungen von Vereinsanlässen Gebühren erhebe.

Vorfreude aufs Zeughaus

Ein Herr freut sich aufs Kultur-und Begegnungszentrum im Zeughaus, die Information zu deren Eröffnung fehle aber. Ausserdem wisse er nicht, was der Stadtrat für Pläne habe, falls die Umfahrung Uster West nicht realisiert werde.

Ebenfalls aufs Zeughaus freut sich ein Kantonsschüler: «Die Strategie der Stadt hört sich gut an – vielleicht noch nicht so konkret. Mich interessiert, ob im Zeughaus ein Ausgangzentrum entsteht, wo Jugendliche hingehen können.» Antworten auf die Fragen oder Bemerkungen gab allerdings keiner der sieben Exekutivmitglieder. Der eine oder andere dürfte daher den anschliessenden Apéro für einen Austausch mit der Stadtregierung genutzt haben.

 

«Strategie Uster 2030»

Der Stadtrat hat mit der «Strategie Uster 2030» fünf Handlungsfelder als Themenschwerpunkte  der Zukunft definiert: Stadt für alle, Stadtentwicklung, Standortförderung, Bildung/Kultur/Sport und Smart City. Aussagen dazu sind etwa, dass das Zentrum fussgängerfreundlich und attraktiv werden soll, auf dem Zeughausareal ein Kultur- und Begegnungszentrum realisiert oder die Prozesse in der Stadtverwaltung digital gestaltet werden sollen.

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