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Höhere Gewinnsteuern – steigende Verschuldung

Jahresrechnung Uster

Höhere Gewinnsteuern – steigende Verschuldung

Die Rechnung 2018 der Stadt Uster weist ein Plus von 8 Millionen Franken aus – weit besser als budgetiert. Derweil steigen die Schulden, auch wegen anstehender Projekte.

David
Marti
Donnerstag, 04. April 2019, 21:00 Uhr Jahresrechnung Uster
Der Ustermer Stadtrat präsentiert in seiner Jahresrechnung einen Gewinn von 8 Millionen Franken.
Archivbild: Nicolas Zonvi

Bei einem Ertrag von 259,9 Millionen Franken und einem Aufwand von 251,9 Millionen Franken weist die Jahresrechnung der Stadt Uster für 2018 einen Gewinn von 8 Millionen Franken aus. Somit ist das Plus um 7,8 Millionen Franken höher als budgetiert. Damit steigt auch das Eigenkapital auf ein rekordhoch von 156,3 Millionen Franken. Finanzvorstand Cla Famos (FDP) zeigt sich demzufolge bei der Präsentation der Rechnung gut gelaunt: «Dieses Jahr ist es gut gelaufen.»

«Plötzlich hat man 10 Millionen Franken auf dem Konto und muss erst mal prüfen, bei welchem Geschäft diese Transaktion zustande kam.»

Cla Famos (FDP), Finanzvorstand Uster

Mit ein Grund sind die höheren Grundstückgewinnsteuern von 20,3 Millionen Franken. Im Voranschlag hatte der Stadtrat nur mit Einnahmen von 9 Millionen Franken gerechnet. Wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt, seien die rekordhohen Einnahmen hauptsächlich auf zwei Fälle zurückzuführen.

Generell mehr Steuereinnahmen

«Diese Einnahmen können nicht vorausgesehen werden», sagt Famos. Plötzlich hat man 10 Millionen Franken auf dem Konto und muss erst mal prüfen, bei welchem Geschäft diese Transaktion zustande kam.»

«Es ist davon auszugehen, dass im letzten Jahr gute Steuerzahler die Gemeinde verlassen haben...»

Cla Famos (FDP), Finanzvorstand Uster

In die andere Richtung verschätzt hat sich der Stadtrat bei den Steuern der Vorjahre. Bei diesen ging er von einem Ertrag von 9 Millionen Franken aus. Nun sind es bloss 6,6 Millionen. Generell nahm die Stadt aber mehr Steuern ein. Das Total der Steuereinnahmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Millionen Franken auf 109,7 Millionen Franken.

Unterdurchschnittliche Steuerkraft

Trotz der hohen Steuererträgen: Uster hat ein Problem mit der Steuerkraft. Diese liegt pro Einwohner mit rund 2800 Franken etwa 1000 Franken unter dem kantonalen Durchschnitt – und sank 2018 erneut. Somit wird das finanzpolitische Ziel des Stadtrats, dass die Steuerkraft von Uster steigt, wohl nicht erreicht. Die effektiven Werte stehen aufgrund der neuen Berechnung im Zusammenhang mit dem neuen Finanzausgleich allerdings noch nicht fest.

Cla Famos sagt dazu: «Es ist davon auszugehen, dass im letzten Jahr gute Steuerzahler die Gemeinde verlassen haben und diese Steuerausfälle nicht von steuerkräftigen Zuzügern kompensiert werden konnten.»

Die langfristigen Schulden erhöhen sich weiter und werden per Ende 2018 auf 115 Millionen Franken zu liegen kommen. Mit ein Grund für die zunehmende Verschuldung ist, dass der Stadtrat ein langfristiges Darlehen in der Höhe von 20 Millionen Franken aufnahm.

Steigende Verschuldung

Der Stadtrat sei sich bewusst, dass in der Pipeline stehende Projekte zu einer Erhöhung der Bruttoverschuldung führen werden. Damit meint Famos etwa das Zeughaus, das Seerestaurant an der Schifflände oder mehrere Kunstrasenfelder.

Die Verschuldung sei in der heutigen Tiefzinsphase vertretbar, meint Famos. «Voraussetzung dafür ist, dass, wie bis anhin, nach Zyklen mit hohen Investitionen Jahre mit einem eher tieferen Investitionsvolumen folgen.»

Zudem betont der Stadtrat, dass Uster immer noch ein Nettovermögen aufweise. Dieses ist zwar um 5,6 Millionen Franken auf 2.5 Millionen Franken geschrumpft. Doch die veranschlagte Nettoschuld musste nicht hingenommen werden. «Damit ist Uster besser dran als die Städte Zürich und Winterthur, die beide eine Nettoschuld aufweisen.»

Sozialhilfe hat mehr ausgegeben

Exakt budgetiert hat der Stadtrat bei den Globalkrediten. Diese schliessen gesamthaft mit 113,2 Millionen Franken ab und übersteigen den Voranschlag nur um 100‘000 Franken.

Die Primarschule hat ihren Voranschlag 2018 um 300‘000  Franken unterschritten. Dagegen hat das Geschäftsfeld Sozialhilfe 400‘000 Franken mehr ausgegeben. Insbesondere bei der Sozialbehörde stiegen die Ausgaben, und zwar um 16 Prozent auf rund 10,8 Millionen Franken.

Im Vergleich zu 2017 haben die Globalkredite gesamthaft um 2,9 Millionen Franken zugenommen. «Berücksichtigt man die Teuerung und das Bevölkerungswachstum, liegt dieser Anstieg im Rahmen», sagt Famos.

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