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Der Wahlsonntag zum Nachlesen

Verluste für SVP und FDP

Der Wahlsonntag zum Nachlesen

GLP und Grüne profitieren bei den Zürcher Kantonsratswahlen von der aktuellen Klimadiskussion. Grosse Verliererin sind SVP und BDP. Im Rennen um die Regierungsratssitze erleidet die FDP um Thomas Vogel (Illnau-Effretikon) eine historische Niederlage.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 24. März 2019, 11:16 Uhr Verluste für SVP und FDP
Es tickerten Marco Huber und Mike Gadient
  • Regierungsrat: Die Grünen holen sich mit Martin Neukom ihren Sitz im Regierungsrat zurück. Thomas Vogel (FDP, Illnau-Effretikon) verpasst die Wahl. Es ist das erste Mal in der Geschichte der FDP, dass sie nur noch einen Sitz in der Zürcher Regierung hat.
     
  • Kantonsrat: GLP und die Grünen gehören zu den Gewinnern. Die SVP erleidet deutliche Verluste. Die BDP ist nicht mehr im Kantonsrat vertreten.

Der Kommentar zum Wahlsonntag von Züriost-Chefredaktor Christian Brändli:

 

Die Kantonsratswahlen aus Zürcher Oberländer Sicht:

Ticker

Vogel spricht von einem «Katastrophentag»

Mittlerweile haben wir auch ein Statement von FDP-Regierungsratskandidat Thomas Vogel. Es gebe gar nichts zu feiern, wenn man einen Regierungssitz verliere und auch im Kantonsrat Einbussen erleide. «Schlimmer geht es gar nicht», sagt der Illnau-Effretiker. Die FDP habe sich sicher schlecht verkauft beim Thema Klima. Vermutlich sei es auch nicht hilfreich gewesen, wie sich die Bundeshausfraktion zum Rahmenabkommen geäussert habe. Dies habe Stimmen von rechts gekostet.

 

Mit dieser Analyse beenden wir unseren Liveticker. Wir Danken für Ihr Interesse. Zusammenfassende Artikel über den Wahlsonntag lesen Sie auf Züriost.

Katerstimmung im Rössli

Katerstimmung dafür im Restaurant Rössli in Illnau. Dort hat sich die kantonale SVP zusammengefunden und analysiert den Verlust der bürgerlichen Mehrheit im Kantonsrat. Paul von Euw (Präsident SVP Bezirk Pfäffikon) nimmt Stellung:

Columberg: «Das Ganze ist surreal»

Wer heute Sonntagabend noch Lust auf eine Party hat, der geht am besten nach Zürich. Im Cabaret Voltaire feiern die Grünen ihren neuen Regierungsrat Martin Neukom und den Gewinn von neun zusätzlichen Kantonsratssitzen. In der Commi Halle gratulieren sich die GLP-Politiker zum starken Abschneiden – ebenfalls plus 9 Sitze im Kantonsrat.

Feiern wird auch Leandra Columberg (SP Dübendorf / im Bild links, rechts ist Claudia Wyssen zu sehen). Die erst 19-jährige Dübendorferin schafft den Sprung ins Kantonsparlament und ist damit die jüngste Kantonsrätin aller Zeiten. Sie «verdrängt» damit ihre Parteikollegin Hannah Pfalzgraf, die 2018 als bisher jüngste Kantonsrätin in die kantonale Legislative nachrückte.

Columberg, die Pascal Scattolin (ebenfalls Dübendorf) vom zweiten Listenplatz verdrängte, zeigt sich nach der Wahl von ihrem geschichtsträchtigen Erfolg «überrascht» und sagt: «Das Ganze ist für mich ein bisschen surreal.» Ihr Einzug ins  Kantonsparlament zeige, dass «auch auf dem Land der Wunsch nach einer jugendlichen, weiblichen und klar linken Stimme» bestehe.

Dieses Bild schmerzt die FDP

Der frisch gewählte Regierungsrat hat noch vor 18 Uhr ein aktuelles Bild getwittert. Die Grünen ziehen nach vier Jahren wieder in die Regierung ein, die FDP verliert einen ihrer zwei Sitze. Alle fünf Bisherigen wurden problemlos wiedergewählt.

Kantonsrat: Die Bürgerlichen verlieren die Mehrheit

Die 180 Sitze im Kantonsrat sind verteilt. GLP und Grüne profitieren von der Klimadiskussion: Sie legen um je 9 Sitze zu. Grosse Verliererinnen sind SVP und BDP. Die SVP muss den grössten Sitzverlust seit Jahrzehnten hinnehmen, die BDP fliegt ganz raus.

  • SVP (45 Sitze / - 9 gegenüber 2015)
  • SP (35 / -1)
  • FDP (29 / – 2)
  • GLP (23 / + 9)
  • Grüne (22 / + 9)
  • CVP (8 / -1)
  • EVP (8 / 0)
  • AL (6 / + 1)
  • EDU (4 / -2)

Bezirk Hinwil (11 Sitze)

Im Bezirk Hinwil ist die Wahlverliererin FDP so etwas wie die Wahlsiegerin. Trotz geringfügigem Rückgang des Wähleranteils, kann die Partei nach gut zwanzig Jahre nach dem Verlust ihres zweiten Sitzes diesen zurückerobern. Das geht auf Kosten der SVP, die nur drei von vier Sitzen verteidigen kann.

Der erst seit wenigen Monaten in den Kantonsrat nachgerückte Roland Brändli (Hinwil), der für Peter Preisig (ebenfalls Hinwil) kam, ist bereits wieder abgewählt. Wie im ganzen Kanton verliert zudem die BDP ihren Sitz, wovon allerdings keine andere Partei profitieren kann, zumal der Bezirk Hinwil bei diesen Wahlen einen Sitz weniger zu vergeben hatte als vor vier Jahren.

Bezirk Uster (16 Sitze)

Der Bezirk Uster spiegelt das kantonale Resultat wieder:  Grüne und GLP gewinnen je einen Sitz, BDP und SVP verlieren einen. Sowohl die Zugewinne von GLP und Grünen als auch die Verluste von SVP und BDP liegen über den kantonalen Durchschnitt.

Bei der SP rückt die erst 19-jährige Leandra Columberg vom vierten auf den dritten Listenplatz vor und  schafft damit die Wahl. Mit Meret Schneider gelingt einer weiteren jungen Kandidatin ein solcher Sprung:  Die 27-jährige Ustermer Gemeinderätin überflügelt von Listenplatz 3 aus den Dübendorfer Julian Croci und ist damit eine von zwei Grünen Kantonsrätinnen aus dem Bezirk Uster. Auch bei der GLP verdrängt eine Frau einen besser klassierten Mann: So verdrängt die Dübendorferin Stefanie Huber den auf Listenplatz 2 geführten Miachel De Vita-Läubli. Und bei der FDP zieht die 33-jährige Raffaela Fehr von Listenplatz vier aus an gleich zwei besser platzieren männlichen Kandidaten vorbei: Sie verdrängt den Ustermer Matthias Bickel und den Volketswiler Markus Blass  (Listenplätze 2 und 3) und zieht als zweit FDP-Kandidatin in den Kantonsrat ein.

Bezirk Pfäffikon (7 Sitze)

Im Bezirk Pfäffikon wurde die Uhr zurückgedreht. In der Amtsperiode 2019 bis 2023 sieht die Sitzverteilung wieder gleich aus, wie von 2011 bis 2015: zwei Sitze für die SVP, je einen Sitz für SP, FDP, GLP, Grüne und EVP. Damit haben Grüne und GLP je einen Sitz dazugewonnen, während die EDU ihr Restmandat verloren hat und die SVP ihren dritten Sitz abgeben muss.

Gewählt sind somit René Truninger (SVP, bisher), Paul von Euw (SVP), Brigitte Röösli (SP, bisher), Thomas Vogel (FDP, bisher), Andreas Hasler (GLP), Urs Dietschi (Grüne) und Hanspeter Hugentobler (EVP, bisher).

FDP verliert Sitz in der Regierung

Jetzt ist es amtlich: Thomas Vogel kann den Sitz des abtretenden FDP-Regierungsrats Thomas Heiniger nicht verteidigen. Sämtliche 176 Gebiete sind ausgezählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 32 Prozent.

Zwar erreicht Vogel das absolute Mehr, scheidet aber als Überzähliger aus. War es 2015 in der parteiinternen Ausmarchung noch Carmen Walker Späh gewesen, die Vogels Regierungsratskandidatur verhinderte, steht ihm heute Martin Neukom vor der Sonne.

Wie in den letzten Umfragen vor den Wahlen prophezeit, zieht der Grüne auf Kosten des Illnau-Effretikers in die Regierung ein. Es ist das erste Mal in der Geschichte der FDP, dass sie nur noch einen Sitz im Zürcher Regierungsrat hat.

Mario Fehr (SP, bisher) / 173‘231 Stimmen

Jacqueline Fehr (SP, bisher) / 149‘104

Ernst Stocker (SVP, bisher) / 140‘951

Silvia Steiner (CVP, bisher) / 135‘481

Carmen Walker Späh (FDP, bisher) / 126‘229

Martin Neukom (Grüne, neu) / 121‘823

Natalie Rickli (SVP, neu) / 116‘096

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Thomas Vogel (FDP, neu) / 109‘624

Jörg Mäder (GLP, neu) / 93782

Walter Angst (AL, neu)  / 81754

Rosmarie Quadranti (BDP, neu) / 52677

Hanspeter Hugentobler (EVP, neu) / 41860

Hans Egli (EDU, neu) / 23702

 

Martin Neukom, der die erneuerbaren Energien vorantreiben will, ist vor dem Walchetrum in Zürich derzeit ein gefragter Interviewpartner:

BDP bläst Trübsal

Auch im Bezirk Uster ist die BDP neben der SVP die grosse Wahlverliererin. Selbst in ihrer einstiger Hochburg Dübendorf fuhr sie gemäss Zwischenresultat einen Verlust von -2,63 Prozentpunkten ein.

Für den Spitzenkandidaten Marcel Lenggenhager dürfte es nicht reichen. In einer Blitzanalyse vermutet der Ustermer BDP-Präsident Thomas Altenburger einerseits fehlende Profilschärfung als Grund für die Verluste: «Da auch die SVP verloren hat, könnte es sein, dass die Leute BDP-SVP immer noch als sehr ähnlich wahrnehmen», meint er. Im Mitteblock wiederum habe die BDP aufgrund der Klimadebatte Wähler an die GLP verloren. «Auch dass uns schon in den Umfragen Verluste prophezeit wurden, könnte sich negativ für uns ausgewirkt haben», so Altenburger.  Im Video sagt Spitzenkandidat Lenggenhager aber deutlich: «Der Hype um die Umwelt wird verblassen.»

Wie weiter?

Die abgewählte BDP-Kantonsrätin Cornelia Keller ist vom Resultat «sehr enttäuscht». Die Gossauerin spricht von einer harten Landung. «Wir haben es nicht fertiggebracht, den Leuten zu vermitteln, wofür wir einstehen. » Wie es mit der Bezirkspartei weitergehe, könne sie im Moment nicht sagen.

Funfact zur SVP-Liste gefällig?

Im Bezirk Pfäffikon sind die Stimmen ausgezählt. Auf der Liste der SVP hat sich Marco Hirzel (im Bild) vom sechsten auf den dritten Platz nach vorn gekämpft. Bedanken kann er sich bei der Pfäffiker Bevölkerung: Von seinen 4304 Stimmen kamen 1076 aus seiner Gemeinde. Derzeit belegt die SVP drei der sieben Pfäffiker Kantonsratssitze.

Da sie nun knapp über 5 Prozent Stimmenanteil verloren hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es keinen dritten Sitz neu zu belegen gibt, jedoch hoch. Auf den ersten beiden Spitzenplätzen konnten sich der bisherige Kantonsrat René Truninger aus Illnau-Effretikon (4625 Stimmen) und Bezirksparteipräsident Paul von Euw aus Bauma (4324 Stimmen) beweisen. 

«Bezirk Hinwil und Pfäffikon sind unsere starken Gebiete»

Hanspeter Hugentobler (EVP) aus Pfäffikon ist durchaus zufrieden mit seinem Abschneiden im Regierungsratsrennen. Der Präsident der kantonalen EVP darf sich zudem möglicherweise über einen neunten Sitz im Kantonsrat freuen:

Die Grünen jubeln auch in Uster

Stand jetzt konnten die Grünen im Bezirk Uster um knapp fünf Prozent zulegen – womit sie auch hier zu den Wahlsiegern zählen dürften. Karin Fehr, die Spitzenkandidatin der Ustermer Grünen, freut sich dann auch «riesig» über die «super Resultate» in Bezirk und Kanton.

Dass die Grüne Welle auch Uster und Umgebung erfasst hat, führt Fehr zwar auch auf die «starke Grüne Bewegung» zurück, die seit Wochen schweizweit für Schlagzeilen sorgt. Die Stadt Uster sei aber auch für sich allein betrachtet grüner  geworden – was sich bereits an den Gemeindewahlen vor einem Jahr gezeigt habe, als Fehr völlig überraschend der Einzug in den Ustermer Stadtrat glückte. «Gerade in der Agglomeration stellen sich aufgrund des Wachstums vermehrt Fragen, die mit Ökologie zu tun haben», sagt sie.

Regierungsrat: Die vierte Hochrechnung

14:55 Uhr: Das Bild bleibt gleich. An der Spitze die amtierenden SP-Regierungsräte. Thomas Vogel schafft zwar das absolute Mehr, landet aber auf dem undankbaren achten Platz. Die FDP bemüht sich mit Durchhalteparolen.

Mit ziemlicher Sicherheit darf gesagt werden, dass die Grünen dank Martin Neukom den Einzug in den Regierungsrat schaffen. Er wird den vor vier Jahren an die CVP verlorenen Sitz wieder zurückgewinnen.

Kantonsrat: Die dritte Hochrechnung

Um 14.55 Uhr trifft die nächste Hochrechnung ein. Die SVP droht sieben Sitze im Kantonsrat zu verlieren.

  • SVP: -7 Sitze (47)
  • SP: -1 (35)
  • FDP: -2 (29)
  • GLP: +9 (23)
  • Grüne: +9 (22)
  • CVP: -1 (8)
  • EVP: 9 (+1)
  • AL: -2 (3)
  • EDU: keine Verluste oder Gewinne (5)
  • BDP: -5 (0)

Dieses Gesicht spricht Bände – SVP vor Wahlniederlage

Wir konnten vor dem Walchteturm ein Interview mit SVP-Kantonalpräsident Konrad Langhart führen. Er nimmt Stellung zur sich anbahnenden Niederlage seiner Partei und lobt, dass die Grünen ihr Lager gut mobilisiert hätten.

Kantonsrat: Die Resultate aus dem Zürcher Oberland

Nur noch wenige Gemeinden im Zürcher Oberland, Glattal und Tösstal sind – Stand 14.20 Uhr – noch nicht ausgezählt. Es zeigt sich, dass die SVP durchs Band an Wähleranteilen einbüsst, bis zu 11,6 Prozent wie in Wangen-Brüttisellen.

Durchzogen sieht das Resultat bei der SP und der FDP aus. Die SP muss den grössten Verlust mit fast 6 Prozent in Wila verbuchen, kann dafür aber beispielsweise in Mönchaltorf ein Plus von 0,87 Prozent verbuchen.

Die FDP büsst mit einem Minus von 2,78 Prozent am meisten Wähleranteil in Greifensee ein, legt dafür in Seegräben um 2,75 Prozent zu.

GLP und Grüne legen überall in den drei Oberländer Bezirken zu. Die GLP erzielt im Maximum ein Plus von 6,73 Prozent in Egg, bei den Grünen sind es gar 9 Prozent mehr in Grüningen.

Sehr gemischt ist es ebenfalls bei der CVP, der EDU und der EVP, die in den einen Oberländer Gemeinden ein leichtes Plus, in anderen dagegen ein Minus verzeichnen. Die BDP muss praktisch überall herbe Verluste hinnehmen. Einzig in Wildberg und Wila gibt es ein ganz kleines Plus bei den Wähleranteilen.

Regierungsrat: Die dritte Hochrechnung

Das Bild zementiert sich kurz vor 14 Uhr. Sämtliche Vorteile liegen bei Martin Neukom (Grüne). Der Illnau-Effretiker Thomas Vogel liegt rund 7000 Stimmen hinter Natalie Rickli.

Wer mehr über den Kandidat der Grünen erfahren will, liest das Züriost-Porträt. Der 32-jährige Neukom wäre der jüngste Regierungsrat überhaupt. . Bislang war dies Markus Notter (SP), der im Alter von 36 Jahren in die Kantonsregierung gewählt wurde.

Züriost-Redaktor Marco Huber konnte im Walcheturm kurz mit Esther Guyer, Fraktionspräsidentin der Grünen im Kantonsrat, gesprechen. Sie berichtet, dass Neukom «je länger, je kleiner werde».

Fun Fact: Würde Neukom gewählt, hiesse der letzte wie der aktuelle Regierungsrat der Grünen mit Vorname Martin. Sein Vorgänger Martin Graf aus Illnau-Effretikon wurde vor vier Jahren abgewählt.

Kantonsrat: BDP in Bedrängnis

Für die BDP wird es definitiv eng. In den beiden Wahlkreisen Uster und Andelfingen schaffte sie vor vier Jahren jeweils die 5-Prozent-Hürde knapp. Nach Vorliegen der ersten Wahlresultate aus diesen beiden Bezirken wird es diesmal allerdings nicht mehr reichen.

In Uster kommt sie bei den Listenstimmen noch auf einen Wähleranteil von 4,22 Prozent, in Andelfingen auf 4,79 Prozent (Stand 13.50 Uhr).  Bliebe es so, würde sie ihre noch fünf Sitze verlieren und ganz aus dem Kantonsrat ausscheiden. Von dieser Umverteilung profitieren würden tendenziell die grossen Parteien SVP, SP und FDP. 

Mehr Chancen für Umweltthemen

SVP, FDP, EDU und CVP kommen laut der Hochrechnung zusammen auf noch 89 Sitze und müssen um die bürgerliche Mehrheit im Parlament bangen. Gleichzeitig dürften es Umweltthemen im Kantonsparlament nun leichter haben, eine Mehrheit zu finden: Grüne und Grünliberale kommen zusammen mit den tendenziell grün abstimmenden Linksparteien SP und AL auf 83 Stimmen.

Die Hochrechnung des Statistischen Amtes beruht auf den Resultaten in 91 von 176 Gebieten.

Freude bei der SP-Führung

Chefstatistiker Peter Moser erläutert die aktuellen Hochrechnungen im Walcheturm. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) dürfte das beste Resultat aller Regierungsratskandidaten hinlegen.

Da auch SP-Kandidatin Jacqueline Fehr an der Spitze liegt sagt Co-Präsidentin Priska Seiler Graf gegenüber dem Tages-Anzeiger: «Das übertrifft alle unsere Erwartungen.»

Auch, dass der Kandidat der Grünen, Martin Neukom ein sensationelles Resultat machen könnte, erfreut die SP-Führung. Andreas Daurù und Priska Seiler Graf: «Das geschieht auch dank unserer Wählerschaft.»

Kantonsrat: Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung zu den Kantonsratswahlen (auf Basis von 91 ausgezählten Gemeinden) ist kurz nach 13 Uhr eingetroffen. Die SVP dürfte gegenüber 2015 um die 3,7 Prozent an Wähleranteil verlieren.

Gewinner wären die GLP (+ 5,4%) und die Grünen (+ 3,8 %).

Die BDP wäre fortan nicht mehr im 180-köpfigen Kantonalparlament vertreten.

Die Veränderungen zu 2015

Regierungsrat: Zweite Hochrechnung

Die zweite Hochrechnung um 12.50 Uhr bestätigt die erste: Martin Neukom liegt immer noch komfortabel vor Natalie Rickli und Thomas Vogel.

Die Hinwilerin Marionna Schlatter, Präsidentin Grüne Zürich, im Interview:

Präsident der FDP Kanton Zürich nimmt Stellung

Hans-Jakob Boesch hat Züriost im Walcheturm bereits ein erstes Interview gegeben. Er betont, dass das Rennen um die Regierungsratssitzung noch offen sei. «Ich ibn aber sehr überrascht, denn ich dachte, das Resultat würde deutlicher zugunsten von Thomas Vogel ausfallen.»

Der Präsident der FDP Kanton Zürich macht dem Illnau-Effretiker aber keinen Vorwurf:

Claudio Zanetti twittert

Die erste Hochrechnung für den Regierungsrat lässt die FDP zittern. Martin Neukom (Grüne) würde den vor vier Jahren an die FPD verlorenen Sitz wieder zurückgewinnen. Die FDP würde einen Sitz verlieren. FDP-Kandidat Thomas Vogel dürfte das absolute Mehr zwar schaffen, aber als überzählig ausscheiden.

SVP-Nationalrat Claudio Zanetti (Gossau) findet wie immer deutliche Worte auf Twitter:

Erste Hochrechnung: Neukom vor Vogel

Kurz um 12.15 Uhr ist die erste Hochrechnung eingetroffen. Nun müssen Vogel und Rickli um ihre Wahl zittern.

Die FDP könnte einen ihrer Sitze verlieren. Thomas Vogel liegt auf Platz 8 und würde den Einzug in die Regierung verpassen.

Der Grüne Kandidat Martin Neukom dürfte dagegen den Sprung in die Regierung schaffen. Er liegt auf Rang 6 und damit sogar noch vor Natalie Rickli, die auf Rang 7 liegt. Die Bisherigen dürften alle wiedergewählt werden.

Die Hochrechnung des Statistischen Amtes des Kantons Zürich basiert auf den Ergebnissen von 52 ausgezählten Gebieten.

Kantonsrat: GLP und Grüne auf Kosten der SVP

Bei den Kantonsratswahlen sieht es nach den Klimadiskussionen der vergangenen Wochen nach Gewinnen für die Grünliberalen und die Grünen aus: Nach 35 von 176 ausgezählten Gebieten liegt die GLP 5,6 Prozent über dem Resultat von vor vier Jahren.

Die Grünen liegen 3,2 Prozent darüber. Für die SVP zeichnen sich dagegen Verluste ab. Die Volkspartei würde rund 4,5 Prozent verlieren.

Im Vorfeld der Kantonsratswahlen sagte Orlando Wyss, Präsident der SVP Bezirk Uster: «Ein Prozent rauf oder runter – das spielt keine so grosse Rolle. Wir sind im Bezirk Uster gut eingemittet, damit sich hier unsere Sitzzahl ändert, müsste es zu grösseren Verschiebungen kommen.» Aufgrund des doppelten Pukelsheims habe er primär die kantonale Ebene im Blick, was im Bezirk passiere sei sekundär.

Mobile Wahlkampagnen – Kreativität war gefragt

Um die Menge an Wahlplakaten einzudämmen hat die Stadt Illnau-Effretikon Plakatierungsvorschriften erlassen. Und weil Wahlplakate auch ein Sicherheitsproblem für Verkehrsteilnehmer werden können, haben viele Gemeinden Richtlinien erlassen. Für motorisierte respektive mobile Wahlwerbung gelten diese Vorschriften allerdings nicht.

Deshalb griff Hansjörg Germann, FDP-Gemeinderat in Illnau-Effretikon, auf eine kreative Werbemethode zurück. Er versah sein Privatauto mit seinem Wahlbild.

Und in Wetzikon waren Velos für Wahlkampagnen der SP und der Grünen unterwegs.

Auf einen herkömmlichen Wahlkampf setzte bis zum Schluss noch Regierungratskandidat Thomas Vogel. Er war auch noch gestern an Standaktionen im Kanton unterwegs:

Fleissige Stimmenzähler

Für die Auszählung der Stimmen sind heute in den Gemeindewahlbüros im ganzen Kanton tausende von Personen im Einsatz. Die Gemeinden erfassen ihre Zählergebnisse und übermitteln sie elektronisch an das Statistische Amt, das als kantonales Wahlbüro amtet. Die eingegangenen Gemeindeergebnisse werden dort überprüft und umgehend auf der Website des Kantons veröffentlicht. Am Sonntag stehen im Statistischen Amt rund zwei Dutzend Personen im Einsatz.

Eine erste Hochrechnung für die Regierungsratswahl wird voraussichtlich zwischen 12 und 12.30 Uhr erwartet.

Thomas Vogel ganz privat

Spannender wird es betreffend Regierungsratswahlen voraussichtlich beim frei werdenden Sitz von FDP-Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger. Umfragen zeigen, dass die Wahl des langjährigen Kantonsrats-Fraktionschef Thomas Vogel nicht so komfortabel werden dürfte, wie erwartet. Der erst 32-jährige Grüne Martin Neukom ist dem Illnau-Effretiker überraschend dicht auf den Fersen.

Dabei hat sich Vogel in den vergangenen Monaten mächtig ins Zeug gelegt und sich volksnah gezeigt. Züriost gewährte er einen Einblick in sein Privatleben:

Ungefährdete Regierungsräte?

Die fünf bisherigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte, die noch einmal antreten, haben wohl nichts zu befürchten. Keiner von ihnen ist aktuell angeschlagen.

  • Carmen Walker Späh (FDP, Volkswirtschaftsdirektorin),
  • Silvia Steiner (CVP, Bildungsdirektorin),
  • Ernst Stocker (SVP, Finanzdirektor),
  • Mario Fehr (SP, Sicherheitsdirektor),
  • Jacqueline Fehr (SP, Justizdirektorin).

Die SVP stellt für die Nachfolge des abtretenden Baudirektors Markus Kägi ein nationales Zugpferd auf: Nationalrätin Natalie Rickli soll den frei werdenden SVP-Sitz sichern. Dies dürfte ihr wohl auch gelingen. Die FDP hat für den zurücktretenden Thomas Heiniger den Illnau-Effretiker Thomas Vogel ins Rennen geschickt. 

Bezirk Hinwil: BDP mit schlechten Karten

Der Bezirk Hinwil hat einen Kantonsratssitz weniger zu vergeben. Elf sind es noch an der Zahl. Die schlechtesten Karten hat die BDP. Mit ihren 3,6 Prozent Wähleranteil aus den vergangenen Wahlen liegt sie deutlich hinter den direkten Konkurrenten:

  • CVP (5,7 Prozent),
  • EVP (5,9 Prozent),
  • Grüne (6,4 Prozent),
  • EDU (6,7 Prozent),
  •  GLP (6,9 Prozent).

Die BDP müsste wohl neue Kräfte mobilisieren, um noch eine Chance auf einen der verbleibenden Sitze zu haben. Pi mal Daumen braucht es im Bezirk Hinwil 9 Prozent Wähleranteil für einen Sitz.

Kantonsratswahlen: Zur Ausgangslage im Bezirk Hinwil >>

Bezirk Uster: Ehrgeizige Sozialdemokraten

Dem Bezirk Uster stehen im Kantonsrat erneut 16 Sitze zu. Um diese buhlen total 158 Kandidaten, verteilt auf zehn Listen. Beim Spitzenpersonal handelt es sich bei sämtlichen Parteien grösstenteils um Politiker und Politikerinnen, die sich auf kantonaler Ebene bereits einen Namen gemacht haben oder die zumindest der lokalpolitisch interessierten Öffentlichkeit bekannt sind.

Das ehrgeizige Ziel der Ustermer SP: Ein Wähleranteil von 20 Prozent im Bezirk – vor vier Jahren kam die Partei auf 17,7 Prozent.

Bei der SVP steht insbesondere nach den jüngsten Kommunalwahlen die Frage im Zentrum, ob sie ihren mit 33,5 Prozent hohen Wähleranteil im Bezirk halten kann.

Kantonsratswahlen: Zur Ausgangslage im Bezirk Uster >>

Bezirk Pfäffikon: Nur noch René Truninger

Ins Rennen um die sieben Sitze geht die SVP Bezirk Pfäffikon als wählerstärkste Partei. 2015 erreichte sie einen Wähleranteil von 36,2 Prozent. Von ihren drei amtierenden Kantonsräten tritt jedoch nur René Truninger erneut an – die Chance für die Grünen und Grünliberalen, die verlorenen Sitze zurückzuerobern?

Kantonsratswahlen: Zur Ausgangslage im Bezirk Pfäffikon >>

Verschiebung der Machtverhältnisse?

Herzlich willkommen zum Ticker über die Regierungs- und Kantonsratswahlen. Hier werden Sie umfassend über die Entscheidungen an der Urne informiert.

Im siebenköpfigen Zürcher Regierungsrat werden zwei Sitze frei, die bis anhin in der Hand von FDP und SVP waren. Im Parlament geht es um die Frage, ob die bürgerliche Mehrheit bleibt – oder ob die Klimadiskussion und die Verstädterung der Agglomerationen die Machtverhältnisse verschieben.

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