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7,5 Millionen Franken für neues Durchgangszentrum

Volketswiler entscheiden im Frühling

7,5 Millionen Franken für neues Durchgangszentrum

Nun steht der Fahrplan für das neue Kantonale Durchgangszentrum für Asylsuchende in Volketswil, das rund 7,5 Millionen Franken kosten soll. Im Frühling muss die Bevölkerung als erstes einer Umzonung zustimmen. Wird diese abgelehnt, fällt das ganze Projekt ins Wasser.

Redaktion
Züriost
Montag, 17. Dezember 2018, 07:11 Uhr Volketswiler entscheiden im Frühling
Die Asyl Organisation Zürich (AOZ) betreibt das Durchgangszentrum in Hegnau seit rund 20 Jahren.
Archivfoto: Dominique von Rohr

Es ist ein gedrängter Zeitplan, der jetzt konkrete Gestalt annimmt: Am 15. März soll die Volketswiler Bevölkerung an der Gemeindeversammlung der Umzonung eines Grundstückes an der Tolackerstrasse in Hegnau zustimmen. Nur so kann auf diesem das neue Kantonale Durchgangszentrum für Asylsuchende gebaut und das heutige Zentrum per Ende 2019 aufgelöst werden. Auf diesen Zeitpunkt hat der Eigentümer der heutigen Räume an der Kindhauserstrasse das Mietverhältnis gekündigt, da er eine umfassende Sanierung plant. Der Neubau soll also nur rund 500 Meter vom heutigen Standort entfernt entstehen. 

«Ein Durchgangszentrum ist für die Gemeinde die deutlich kleinere Belastung und kostengünstiger, als eigene Asylplätze zur Verfügung zu stellen und betreuen zu müssen», sagte Gemeindeschreiber Beat Grob bereits im letzten Februar. Darum war der Gemeinderat auch daran interessiert, einen neuen Standort für das Durchgangszentrum innerhalb der Gemeinde zu finden.  

Die Gesamtprojektkosten für den Neubau belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Franken, wie der Gemeinderat nun mitteilt. Der Bau soll dreigeschossig und in Bereiche für Familien oder Einzelpersonen aufgeteilt werden. «Durch einen günstigen aber nachhaltigen Bau – ohne Containerlösung – soll das Gebäude später durch die Gemeinde anderweitig genutzt werden können», heisst es seitens des Gemeinderates. So etwa als Wohnraum für Sozialhilfebezüger oder für andere soziale oder gesellschaftliche Aufgaben. 

Der Kanton Zürich wird den gesamten Neubau für eine erste feste Vertragsdauer von 15 Jahren mieten, mit einer Option auf Verlängerung um weitere zehn Jahre. Die gesamte Gebäudebewirtschaftung und Betreuung der Bewohner liegt in der Verantwortung des Kantons. Diese wird seit rund 20 Jahren von der Asyl Organisation Zürich geführt. 

Steuererhöhung bei Ablehnung der Umzonung befürchtet

Die Parzelle an der Tolackerstrasse befindet sich bereits in Besitz der Gemeinde, liegt aber momentan in der Industriezone. Bei einer Ablehnung der Umzonung und damit auch des Neubaus durch den Souverän ist geplant, das Projekt ganz abzubrechen. In der Folge würde die Gemeinde vom Kanton Zürich verpflichtet, ihr Kontingent zur Aufnahme von Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen zu erfüllen – zirka 130 Personen. Für deren Betreuung sowie die Suche und Bereitstellung von Wohnungen per Anfang 2020 müssten nebst Aufwendungen für die Infrastruktur auch zusätzliche personelle Ressourcen aufgewendet werden. «Dies wäre ein erheblicher Kostenfaktor, der die Gemeindekasse mit zwei bis drei Steuerprozenten zusätzlich belasten würde», heisst es vom Gemeinderat. «Deshalb ist der Gemeinderat überzeugt, dass Volketswil Standortgemeinde eines Kantonalen Durchgangszentrums bleiben sollte.»

Bevor an der Gemeindeversammlung im März das Projekt vorberaten und über die Umzonung entschieden wird, findet am Mittwoch, 6. Februar, um 19.30 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung im Kultur- und Sportzentrum Gries statt. Wird die Umzonung bewilligt, folgt am 19. Mai die Urnenabstimmung über den Kredit, damit möglichst schnell mit dem Bau begonnen werden kann. (lcm)

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