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Daniel Frei zieht in Nationalrat ein

Ustermer im Bundeshaus vereidigt

Daniel Frei zieht in Nationalrat ein

Die SP-Fraktion im Nationalrat hat zwei neue Mitglieder: Der Ustermer Daniel Frei und die Baselbieterin Samira Marti folgen auf Chantal Galladé (ZH) und Susanne Leutenegger Oberholzer (BL).

Redaktion
Züriost
Montag, 10. Dezember 2018, 14:50 Uhr Ustermer im Bundeshaus vereidigt
Samira Marti und Daniel Frei während der Vereidigung im Nationalrat.
PETER KLAUNZER / Keystone

Bern, Montagnachmittag, 14.20 Uhr: Daniel Frei beginnt sich im Stile eines Klassenneulings im Nationalratssaal zurecht zu finden. Ein Schwatz hier, ein Händeschütteln da, dann nimmt der Neu-Ustermer seinen Platz ein. Linke Ratsseite, dritte Reihe von hinten. Auf der Tribüne winken ihm Partnerin Claudia Wyssen, ehemalige Ustermer SP-Gemeinderätin, und die Kinder seiner Patchwork-Familie zu. Wenig später klingelt die Glocke, es ist soweit: Frei schreitet nach vorne und legt den obligaten Eid ab. Es folgt Applaus der stehenden Ratsmitglieder und Tribünenbesucher. Der 39-jährige Frei ist jetzt Nationalrat.

Daniel Frei übernimmt den Sitz der zurückgetretenen Chantal Galladé. Mit seinem Einzug in die Landeslegislative ist Uster nach 71 Jahren wieder im eidgenössischen Parlament vertreten. Der letzte Ustermer Nationalrat, Ernst Stiefel (SVP), war von 1943 bis 1947 im Amt. Daniel Frei ist seit 20 Jahren politisch aktiv, zuerst als Sektions- und Bezirksparteipräsident, Schulpfleger und von 2010 bis 2018 als Mitglied des Gemeinderates von Niederhasli. Zwischen 2012 und 2017 hatte er das Amt des Präsidenten der SP Kanton Zürich inne. Von 2014 bis letzte Woche war er Kantonsrat für den Bezirk Dielsdorf. 

Die Stadt Uster organisiert am Sonntag, 16. Dezember, um 16 Uhr in der Stadt- und Regionalbibliothek einen öffentlichen Empfang zu Ehren des neuen Nationalrates. Züriost konnte mit ihm bereits kurz nach seiner Vereidigung einige Worte wechseln: 

Herr Frei, soeben sind sie als Nationalrat vereidigt worden, was geht Ihnen durch den Kopf?

Um es mit Adolf Ogis Worten auszudrücken: Freude herrscht! Es ist natürlich ein spezieller Moment, den man nicht jeden Tag erlebt. Es hat etwas ehrenvolles, im Nationalrat mitpolitisieren zu dürfen und es ist auch besonders, dass meine ganze Familie da ist. Ich bin sehr entspannt und sehr erfreut.

Waren Sie schon den ganzen Tag entspannt oder nicht doch etwas nervös vor der Vereidigung?

Selbstverständlich war ich vor dem Moment der Vereidigung angespannt. Es ist ja nicht etwas, das man routiniert machen kann. Diese Anspannung ist jetzt jedoch abgefallen und in Freude übergegangen.

Was darf man für den Rest der Legislatur im Nationalrat von Ihnen erwarten? Welche Themen werden Sie auf das Tapet bringen und mit welcher Art werden Sie politisieren?

Erst einmal gilt es, möglichst schnell mit allen Themen und Abläufen vertraut zu werden. Ich bin mir bewusst, dass ein Einstieg gegen Ende der Legislatur sportlich ist, denn viele sind bereits dran, sich für den Wahlkampf 2019 zu rüsten. Thematisch gibt es für mich drei Schwerpunkte. Einer ist die Europadiskussion, da muss sich die Schweiz aktiv mit der Rolle auseinandersetzen, die sie zukünftig in Europa spielen will. Auch der soziale Zusammenhalt ist mir wichtig. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer weiter auseinander driftet. Da braucht es Kräfte, welche die Gesellschaft auch wieder zusammenführen. Das dritte Thema ist die öffentliche Sicherheit. Nur mit dieser Voraussetzung kann ein Rechtsstaat wie die Schweiz funktionieren. Da ich in der sicherheitspolitischen Kommission mitwirken werde, ist dieses Thema auch politisch sehr naheliegend.

Sie wohnen seit diesem Herbst in Uster - wie sehr werden Sie die Region bei Ihrer Arbeit im Auge behalten?

Für Uster und den ganzen Kanton Zürich ist es wichtig, dass die Schweiz funktioniert. Zürich ist der Wirtschaftsmotor der Schweiz, Uster ist die drittgrösste Stadt im Kanton. Es ist wichtig, dass wir eine starke Position in der Schweiz haben und unseren Beitrag leisten können. Wir sind der grösste Geberkanton im Finanzausgleich, insofern sind  finanzielle Aspekte ebenfalls zu beachten. Es gibt aber auch andere Bundesthemen, die für Uster und für Zürich wichtig sind, so etwa der Flughafen Zürich, der Flugplatz Dübendorf oder der Innovationspark Ich werde mich dafür einbringen, dass der Standort Uster und der Standort Zürich gestärkt werden und von der ganzen Schweiz respektiert.

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