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Nachholbedarf bei vielen Bahnhöfen in der Region

Noch nicht behindertenkonform

Nachholbedarf bei vielen Bahnhöfen in der Region

Für über drei Milliarden modernisiert das Bundesamt für Verkehr 580 Bahnhöfe in der Schweiz. Von den 31 Bahnhöfen in der Region müssen noch deren 11 ans Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden.

Agentur
sda
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 10:53 Uhr Noch nicht behindertenkonform
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Die Gleiskanten beim Bahnhof Uster wurden angepasst.
Archivfoto: Christian Merz

In der Schweiz werden bis Ende 2023 rund 580 Bahnhöfe für über drei Milliarden Franken modernisiert und mit niveaugleichem Einstieg besser zugänglich gemacht. In der Region werden die Bahnhöfe in Dübendorf (Prognose: bis 2021), Schwerzenbach (2020), Nänikon-Greifensee (2022) und Effretikon (2023) barrierefrei umgebaut. Dies geht aus dem ersten Standbericht zur Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) an Bahnhöfen hervor, den das Bundesamt für Verkehr am Donnerstag veröffentlicht hat.

Die mit gelb markierten Bahnhöfe werden barrierefrei umgebaut. (Karte: SBB/BehiG)

Die Gleiskanten bei den Bahnhöfen Uster und Fischenthal wurden in den letzten Monaten behindertengerecht angepasst. In Uster sind die Bauarbeiten damit noch nicht abgeschlossen, denn die Anlegekanten für Busse sind noch nicht behindertenkonform. Ausserdem muss der Absatz zum Einstieg in den Bus bis im Jahr 2023 auf 22 Zentimeter angehoben werden (wir berichteten).

Fragezeichen beim Bahnhof Aathal

Bis 2023 modernisiert werden sollen auch die Forchbahn-Haltestellen Langwies, Hinteregg, Neuhaus bei Hinterhegg und Scheuren.

Nach 2023 sollen schweizweit weitere rund 100 Bahnhöfe angepasst werden. In der Region wird der Bahnhof Kemptthal voraussichtlich bis 2026 behindertenkonform umgebaut. Kein Zeithorizont wird aktuell bei den Bahnhöfen Aathal und Gibswil angegeben.

Zwei Drittel behindertenkonform

Stand heute sind von den 31 Bahnhöfen in den Bezirken Hinwil, Uster und Pfäffikon zwei Drittel autonom und spontan im Sinne des BehiG nutzbar.

In der gesamten Schweiz sind von den gut 1800 Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen aktuell 41 Prozent behindertenkonform, heisst es im Bericht. Da sich darunter überdurchschnittlich viele grössere Bahnhöfe befänden, profitierten heute bereits 59 Prozent der Ein- und Aussteigenden von der BeihG-Konformität.

Mit der bis Ende 2023 geplanten Anpassung von rund 580 weiteren Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen könnten dann 81 Prozent aller Ein- und Aussteigenden auf 74 Prozent der Bahnhöfe autonom und spontan nutzen. An den übrigen Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen würden die Bahnen Ersatzmassnahmen anbieten, meist in Form von Personalhilfe.

Viele profitieren

Von der Umsetzung des BehiG an den Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen könnten alle Menschen profitieren, die den öffentlichen Verkehr nutzen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Seniorinnen und Senioren, Passagiere mit viel Gepäck oder Kinderwagen sowie für Reisende, die nach einem Unfall an Krücken gehen müssten, sei der niveaugleiche Einstieg wichtig, um den öffentlichen Verkehr selbstständig nutzen zu können. (mig/sda)

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