×

«Ein dornenvolles Kapitel der freisinnigen Frauen beendet»

Karin Keller-Sutter neue Bundesrätin

«Ein dornenvolles Kapitel der freisinnigen Frauen beendet»

Die frisch gewählte FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter steuerte ohne Umwege auf ihre Wahl zu.

Agentur
sda
Mittwoch, 05. Dezember 2018, 10:44 Uhr Karin Keller-Sutter neue Bundesrätin

Favoritin Karin Keller-Sutter setzte sich am Mittwochmorgen im ersten Wahlgang gegen den Nidwaldner Ständerat Hans Wicki durch. Sie kam auf eine glanzvolle Stimmenzahl von 154 Stimmen, Wicki bekam 56 Stimmen.

Mit Keller-Sutter zieht erstmals seit dem Rücktritt von Elisabeth Kopp 1989 eine FDP-Frau in den Bundesrat ein. «Mit der Wahl beenden Sie ein dornenvolles Kapitel der freisinnigen Frauen», sagte sie vor der Vereinigten Bundesversammlung. «Nach fast 30 Jahren Absenz in der Landesregierung darf ich die Aufgabe als Bundesrätin übernehmen. Ich glaube, dass wir damit wieder zur Normalität übergehen können.»

Die Verantwortung übernehme sie mit grossem Respekt und grosser Freude, sagte die St. Gallerin.

Welches Departement passt am besten zu Karin Keller-Sutter?

Departement für auswärtige Angelegenheiten
15%
Departement des Innern
Justiz- und Polizeidepartement
62%
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
8%
Finanzdepartement
4%
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
12%
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Total votes: 26

Karin Keller-Sutter punktete mit ihren Erfahrungen in der Bundespolitik, in der Privatwirtschaft und im Verbandswesen. Der Illnauer Nationalrat Fabian Molina (SP) ist der Meinung, dass die 54-Jährige nun eine gewisse Stabilität in den Bundesrat bringe, die während der letzten Jahre verloren gegangen sei.  «Sie ist eine Rechts-Freisinnige. Politisch sind wir also selten einer Meinung. Das ist mir jedoch lieber, als wenn jemand seinen Standpunkt ständig ändert», so der Illnauer im Vorfeld der Wahlen gegenüber Züriost.  

Weitere Argumente, die aus Sicht des Illnauers für Karin Keller-Sutter sprachen: «Ein Bundesrat muss führen können, mehrsprachig sein und auf eine langjährige Erfahrung in der Politik zurückgreifen können.»

Video: srf

Auf die Wahl vorbereitet

GLP-Nationalrat Martin Bäumle bemerkt, dass die aktuelle Ständeratspräsidentin nicht nur politisch und wirtschaftlich gut vernetzt sei, sondern sich seit ihrer gescheiterten Wahl in den Bundesrat im Jahr 2010 auch stetig auf eine weitere Wahl vorbereitet habe. Sie habe sich dabei selber «gouvernemental aufgebaut», so der Dübendorfer vor der Wahl. Inwieweit sie diese Rolle nur adaptiert habe oder ob sie in den vergangenen acht Jahren tatsächlich gewachsen sei, könne er nicht beurteilen.

Zauberformel bestätigt

Der Wahltag hat die geltende Zauberformel bestätigt. Die Verteilung der sieben Bundesratssitze  2 SVP, 2 SP, 2 FDP, 1 CVP  wurde zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt. Je nach Ergebnis könnte diese Diskussion aber schon nach den Eidgenössischen Wahlen im Herbst 2019 wieder aufflammen.

Alles zur Wahl von CVP-Bundesrätin Viola Amherd:

Kommentar schreiben

Kommentar senden