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Umfahrung «Uster West»: Etappensieg für Umweltschützer

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Umfahrung «Uster West»: Etappensieg für Umweltschützer

Die Umfahrung «Uster West» verzögert sich weiter: Naturschützer haben vor dem Zürcher Baurekursgericht einen Etappensieg errungen. Nun muss die Baudirektion wegen des Naturschutzgebietes Werrikerriet über die Bücher.

Agentur
sda
Montag, 19. November 2018, 13:57 Uhr Uster
Die Umfahrung soll von rechts zum Kreisel beim KMU-Park geführt werden.
Fabio Meier

«Uster West» entwickelt sich zur fast endlosen Geschichte. Bereits im Oktober 2012 bewilligte der Zürcher Kantonsrat für die Umfahrungsstrasse einen Kredit von 21 Millionen Franken. Gebaut werden soll damit eine 1150 Meter lange Strasse mit einer 470 Meter langen Brücke über die Bahngleise. Ziel ist es, das Ustermer Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr zu entlasten und Rückstaus an zwei Bahnübergängen zu vermeiden.

Wegen der Annahme der Kulturlandinitiative  und erster Rekurse  musste das Projekt ein erstes Mal überarbeitet werden. Der Anschluss der Strasse wurde dabei verlegt, so dass das Werrikerriet noch etwas weiter umfahren würde  für die Naturschützer aber nicht weit genug. Pro Natura Schweiz, Schweizer Vogelschutz/BirdLife Schweiz und WWF Schweiz gelangten ans Baurekursgericht des Kantons Zürich und verlangten eine erneute Überarbeitung der Pläne.

Pufferzonen durch Gutachten abklären 

Strittig ist  grob zusammengefasst  die eigentliche Grösse des Naturschutzgebietes. Die Umweltschützer kritisieren, dass in den Plänen der Baudirektion die Pufferzonen gar nicht festgesetzt sind. Diese sind für ein solches Moorgebiet notwendig, um die Fläche vor Schadstoffen und zu viel Nährstoffen zu schützen.

Wie aus dem kürzlich publizierten Urteil des Baurekursgerichts hervorgeht, gibt das Gericht den Umweltschützern Recht, und die Baudirektion muss über die Bücher. Sie wird «eingeladen», das Gebiet im Südosten des Glattenrieds wegen der in der Zwischenzeit entstandenen Moorvegetation neu als Naturschutzzone auszuscheiden. Zudem müssten Schadstoff-Pufferzonen durch ein Gutachten abgeklärt und gegebenenfalls eingeplant werden. Die Realisierung der Umfahrungsstrasse verzögert sich damit auf unbestimmte Zeit.

 

 

 

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