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Digitalisierung verbunden mit Mittelalter

Dübendorfer Forschungsbau gewinnt Architekturpreis

Im Kampf gegen die Klima- und Ressourcenkrise forscht die Empa in Dübendorf an neuen Baumethoden. Dafür wird sie mit einem renommierten Preis ausgezeichnet.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 10. November 2022, 17:00 Uhr Digitalisierung verbunden mit Mittelalter
Die Hilo-Unit (oberstes Element) in Dübendorf gewinnt einen Architekturpreis.
Foto: PD

Das Forschungshaus Nest der Empa in Dübendorf gewinnt den renommierten Arc-Award des Fachmagazins Schweizer Baudokumentation in der Kategorie Digitalisierung. Wie es in einer Mitteilung heisst, habe die Jury vor allem die Kombination von mittelalterlichen Bauten und digitalen und robotergestützten Methoden der Architektur überzeugt.

Im Forschungshaus auf dem Empa-Areal werden zukünftige Wohn- und Arbeitsformen, neue Konstruktionsmethoden und neue, energieeffiziente Technologien erprobt. Der ausgezeichnete Bau «Hilo» ist auf der obersten Ebene des Forschungshauses und zeigt Ansätze zur Bekämpfung der Klima-, Energie- und Ressourcenkrise.

Äusserlich sticht vor allem das doppelt geschwungene Betondach ins Auge. Inspiriert wurde es von Bauten aus dem Mittelalter, die zum Teil bereits selbsttragend waren, wie zum Beispiel Gewölbedecken in Kathedralen.

70 Prozent weniger Beton

Die Jury hebt besonders die Boden- und Deckenkonstruktion hervor, welche die beiden Stockwerke trennt. Sie benötigt 70 Prozent weniger Beton und 90 Prozent weniger Armierungseisen als eine herkömmliche Decke. Zudem konnte Volumen gespart werden, weil die Konstrukteure die Belüftung und Kühlung platzsparend verstauten.

Am vergangenen Mittwochabend wurde der Preis dem Zürcher Architekturbüro ROK und der ETH Zürich vor rund 500 Gästen in Baden übergeben. Die Auszeichnung ist mit 50'000 Franken einer der höchstdotiertesten Architekturpreise der Schweiz und wird seit 2012 ausgerichtet. (gap)

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