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Herbstanfang am Freitag

3 Fakten zum Altweibersommer – der dieses Jahr wohl ausbleibt

In der Nacht auf Freitag ist astronomischer Herbstanfang. Dann sollte sich auch der wunderschöne, farbenprächtige Altweibersommer zeigen – theoretisch. Drei Fakten zum Wetterphänomen.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 22. September 2022, 15:41 Uhr Herbstanfang am Freitag

Fakt #1: Der Altweibersommer bringt tagsüber Wärme und eine gute Sicht auf die Berge. In der Nacht wird es hingegen frostig kalt.

Ein herbstlicher Baum.
Einmal eingetreten, sorgt der klare Himmel des Altweibersommers tagsüber für Wärme und in der Nacht für Frost.
Archivfoto: Christian Merz

Beim Altweibersommer handelt sich um eine stabile Schönwetterphase Ende September. «Diese ist durch ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet gekennzeichnet, das trockene Luft nach Mitteleuropa einströmen lässt», erklärt der Wetterdienst Meteo News in einem Blogeintrag.

Diese Wetterlage erlaube folglich eine gute Fernsicht und somit tolles Bergwetter. Doch während das Thermometer tagsüber die 20-Grad-Marke erreichen kann, kühlt es in den Nächten aufgrund des wolkenlosen Himmels stark ab. Erste Bodenfröste sind deshalb keine Seltenheit.

Fakt #2: Der Name «Altweibersommer» kommt vermutlich von Spinnfäden in Sträuchern.

Spinnweben mit Tautropfen.
Wahrscheinlich die Namensgeber des Altweibersommers: Spinnweben mit Tautropfen.
Foto: Pixabay

Die Wortherkunft ist umstritten und bisher ungeklärt. «Typisch für diese Zeit sind feine Spinnfäden an Sträuchern, Bäumen und Gräsern. Setzen sich in den kalten und klaren Nächten Tautröpfchen an den Spinnfäden ab, sind diese besonders gut zu sehen und glitzern im Morgenlicht wie langes, silbergraues Haar», lautet eine mögliche Erklärung, die unter anderem auch im Blog von Meteo News aufgeführt ist.

Es könnte aber auch sein, dass das altertümliche Wort weiben für weben die Spinnweben per se in den Mittelpunkt stellt. Daran werde die Jahreszeitbezeichnung Sommer angehängt und das ganze mit dem Adjektiv alt verbunden, um auszudrücken, dass es sich um einen späten, alten Sommer handelt, der bald in den Herbst übergeht.

«Schuld» an den vielen Spinnweben um diese Jahreszeit ist übrigens die Baldachinspinne – sie segelt im Herbst an diesen Fäden durch die Luft.

Fakt #3: Der Altweibersommer gilt als zuverlässiges, «grosses Finale der Natur». Meistens.

Der Herbst von seiner schönsten Seite.
Der Herbst von seiner schönsten Seite.
Archivfoto: Christian Merz

Der Altweibersommer tritt in der Regel ab dem kalendarischen Herbstbeginn auf. Das wäre also in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, pünktlich um 03:03 Uhr. Der Altweibersommer gilt laut Meteo News als «grosses Finale der Natur». Zudem trete er statistisch gesehen sehr zuverlässig auf: nämlich in fünf von sechs Jahren.

Das Phänomen gehöre zu denjenigen Wetterlagen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auftreten würden. Wie beispielsweise auch die Eisheiligen oder die Schafskälte.

Nicht so dieses Jahr. 

Die Wetterprognose ist ernüchternd: Das aktuelle Hoch wird ab morgen Freitag schwächer, danach wird es wechselhaft und nass. Und so soll es vorerst dann auch bleiben. 

Trotzdem besteht aber noch Hoffnung auf einen schönen Herbst: «Stabileres Wetter ist zu Beginn des Oktobers möglich, allerdings sind sich die Wettermodelle da gar nicht einig», schreibt der Wetterdienst. Wobei man im Falle eines schönen Oktobers aber nicht mehr wirklich von einem Altweibersommer, sondern eher vom «goldenen Oktober» sprechen würde.

(jeh)

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