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Regen sei Dank

Erste Gemeinden heben Feuerverbot auf – Wassersparen bleibt aber aktuell

Ende Juli hatte der Kanton ein Feuerverbot im Wald und Waldesnähe erlassen. Viele Gemeinden in der Region verhängten zudem ein vollumfassendes Feuerverbot. Einige lockern dies nun wieder oder heben es gar ganz auf.

Redaktion
Züriost
Freitag, 19. August 2022, 12:00 Uhr Regen sei Dank

Anmerkung der Redaktion: Um mehr über die individuelle Definition des Feuerverbotes zu erfahren, verweisen wir Sie gerne auf die jeweiligen Webseiten der Gemeinden. 

Wila

Aufgrund der akuell nassen Witterung hat die Gemeinde Wila das Feuerverbot im Siedlungsgebiet per sofort (Freitag, 19.08.2022 – 13 Uhr) aufgehoben.

Dübendorf

Nach fast einem Monat hat die Stadt Dübendorf das absolute Feuerverbot aufgehoben. Der Stadtrat ruft aber weiterhin zu Vorsicht auf. Der Regen und die tieferen Temperaturen der letzten Tage hätten das Brandrisiko vermindert, schrieb der Stadtrat in einer Mitteilung. Die Aufhebung gilt ab Samstagmittag. Weiterhin verboten bleiben Feuer in Waldnähe. Darüber entschiedet der Kanton.

Lindau

Der Gemeinderat Lindau hat kurz vor dem Nationalfeiertag ein allgemeines Feuerverbot und Feuerwerkverbot auf dem Gemeindegebiet verhängt. 

Am 4. August ruft die Gemeinde Lindau die Bevölkerung in einer neuen Mitteilung zudem zum Wassersparen auf. In der Medienmitteilung heisst es:

«Das Gemeindegebiet Lindau wird von verschiedenen Wasserversorgungen mit Trinkwasser gespiesen. Die seit Monaten andauernde Trockenheit hat dazu geführt, dass die Grundwasserspiegel einen tiefen Stand aufweisen und die Quellen nur noch eine bescheidene Wassermenge liefern.»

Die Einwohnerinnen, Einwohner und Gewerbetreibenden werden daher von der Gemeinde angehalten, auf folgende Tätigkeiten zu verzichten:

  • Wasserintensive Arbeiten (Fahrzeuge waschen und Vorplätze reinigen)
  • Füllen von Swimmingpools
  • Vollbäder nehmen
  • Bewässern von Grünanlagen

Diese Einschränkungen gelten bis auf Weiteres, da mit einer baldigen Entspannung der Lage nicht zu rechnen sei.

Als Massnahme zum Wassersparen sei die Gemeinde zudem im Begriff, alle öffentlichen Brunnen abzuschalten.

Weisslingen

Die Gemeinde Weisslingen hat für das gesamte Gemeindegebiet ein allgemeines Feuerverbot erlassen.

Der Gemeinderat zieht laut einer Mitteilung auch die Tatsache in Erwägung, dass das Löschen von Waldbränden und sonstigen Feuersbrünsten entsprechende Wasserressourcen benötigt.

Auch wenn in Weisslingen keine Wasserknappheit herrsche, so sei es auch aus der hydrologischen Gesamtsituation in Betracht zu ziehen, dass mit dem Gut Wasser schonend umzugehen sei. Denn an vielen Orten um Weisslingen sei ein Wassermangel wie im 2018 zu erwarten.

Illnau-Effretikon

Die Stadt Illnau-Effretikon hat ein weitgehendes Feuer- und Feuerwerksverbot verfügt. Das Feuerverbot gilt nicht für kontrolliertes Grillieren mit Gas- oder Elektrogrills in Siedlungsgebieten.

Gleichzeitig ruft die Stadt ihre Bevölkerung auf, Trinkwasser zu sparen.

Die Grundwasserspiegel verschiedener Quellen der Zulieferer befänden sich auf einem tiefen Stand, heisst es in einer Mitteilung. Auf die Ausführung von Arbeiten, die im Wasserverbrauch intensiv sind, soll daher möglichst verzichtet werden.

Schlatt, Zell, Turbenthal, Wila und Wildberg

In einer gemeinsamen Mitteilung haben die Gemeinden Schlatt, Zell, Turbenthal, Wila und Wildberg ebenfalls ein Feuer- und Feuerwerksverbot erlassen.

Im Bezirk Uster verboten, Bezirke Hinwil und Pfäffikon noch offen 

Stand: 27. Juli 2022

Während mit Volketswil die letzte Gemeinde im Bezirk Uster das Feuerwerksverbot erlässt, ist dies in gewissen Gemeinden des Bezirks Hinwil und Pfäffikon noch immer erlaubt. In einer Medienmitteilung erklärt der Gemeindepräsidentenverband des Bezirks Hinwil am Mittwoch, 27. Juli, die Gründe: Viele Felder seien abgeerntet, die Temperaturen hätten sich abgekühlt und es sei für das kommende Wochenende mit Niederschlägen zu rechnen.

Aus diesem Grund sprechen sich die Gemeindepräsidien des Bezirks Hinwil aktuell gegen ein generelles Verbot von Feuern oder Feuerwerk auf dem Gemeindegebiet aus. Die Bevölkerung müsse sich dennoch an die kantonalen Vorgaben halten – in Wäldern und Waldesnähe kein Feuer und Feuerwerk.

Die Situation werde jedoch laufend beobachtet und gegebenenfalls eine erneute Lagebeurteilung vorgenommen.

Kanton Zürich nur für Wälder zuständig

Erste Gemeinden - darunter auch Oberländer Gemeinden - erlassen ein Feuer- und Feuerwerksverbot. Gar das Grillieren mit einem Holzkohlegrill auf dem eigenen Balkon oder Garten ist in einigen Gemeinden verboten. Für die konkreten Verbote wird auf die Webseiten der Gemeinden verwiesen.

Es erinnert etwas an die Corona-Pandemie und die «Kompetenz der Kantone»: Statt dass eine übergeordnete Ebene Massnahmen verhängt, beschliessen diese alle für sich selber, mit entsprechendem Aufwand und entsprechender Verwirrungsgefahr bei der Bevölkerung.

Im Fall des Feuerwerksverbotes für den 1. August ist dies im Kanton Zürich jedoch nicht anders möglich. Grund dafür ist die «Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz».

In Paragraf 18 der Verordnung steht zwar geschrieben, dass «bei Dürre und grosser Trockenheit allgemein verboten werden kann, Feuerwerk abzubrennen und offenes Feuer zu entzünden». Der Kanton ist jedoch nur für die Wälder und die Flächen in der Nähe von Wäldern zuständig. Dort sind Feuerwerk und offene Feuer auch bereits verboten.

Solche Tafeln signalisieren den Ustermern de neuen Verbote.
Solche Tafeln signalisieren beispielsweise den Ustermern die neuen Verbote klar und deutlich.
Foto: Uster.ch

Für das restliche Gebiet, auch die Siedlungsflächen, sind jedoch die Städte und Gemeinden selber zuständig. Hintergrund dieser Bestimmung ist, dass diese am besten wissen, welche Massnahmen zum Brandschutz auf ihrem Territorium aktuell notwendig sind.

In anderen Kantonen ist der Brandschutz anders geregelt. Dort können Kantonsregierungen auf dem ganzen Kantonsgebiet Feuerwerksverbote verhängen, etwa im Nachbarkanton Schaffhausen. (sda/gap)

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