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Unwetter im Kanton

Heftiges Gewitter überflutet Strassen und beschädigt Dächer

Das heftige Gewitter vom Dienstagabend hat in der Region Winterthur Schäden angerichtet. Es kam zu mehr als 40 Feuerwehreinsätzen.

Redaktion
Tamedia
Mittwoch, 22. Juni 2022, 11:09 Uhr Unwetter im Kanton

Der Gewitterzug vom Dienstagabend hat in der Region Winterthur offenbar teils erhebliche Schäden angerichtet. Wie die Einsatzzentrale von Schutz und Rettung Zürich (SRZ) mitteilt, kam es zwischen 21.30 Uhr und 23 Uhr zu rund 40 Feuerwehreinsätzen in dieser Region. 13 davon in der Stadt Winterthur.

Das Gewitter brachte starken Regen und Sturmböen. Gemäss SRZ kam es zu überfluteten Strassenzügen und Gebäuden. Die heftigen Winde beschädigten Dächer und Bäume. Zudem prasselten Hagelkörner vom Himmel, die mancherorts Schäden an Feldern anrichteten. 

Ein Leser berichtet von fast zentimetergrossen Hagelkörner in Henggart und in Aesch wurden Ziegel durch den Hagel beschädigt. Etwas weiter südlich traf es erneut den Lantig. Ein Maisfeld wurde vom Hagel zerstört. Vor nur elf Monaten traf ein «Downburst» dieselbe Region stark – dieses Mal dürfte es aber deutlich weniger schlimm gewesen sein als am 13. Juli 2021.

Zentimetergrosse Hagelkörner.
Zentimetergrosse Hagelkörner in Henggart.
Foto: Leserbild

Videos und Bilder, die auf den sozialen Medien veröffentlicht wurden, zeigen die Intensität des Unwetters.

Böen über 100 km/h

Am stärksten betroffen war die Region nördlich der Stadt Winterthur sowie das Grenzgebiet zwischen den Kantonen Zürich und Thurgau. Die auf dem Messnetz von Meteo Schweiz im Bereich des Gewitterzugs verzeichneten Böen waren beachtlich: In Aadorf wurden gegen 22 Uhr rund 80 km/h gemessen, in Schaffhausen waren es mehr als 100 km/h.

Entwarnung gibt es derweil aus Wiesendangen. Dort fand an den letzten beiden Wochenenden das Regionalturnfest statt – die grossen Festzelte standen noch immer und sie stehen noch, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. 

Die Turnfestzelte haben den Sturm überstanden.
Die Turnfestzelte haben den Sturm überstanden.
Foto: Jonas Gabrieli

Kleine, heftige Zelle

Die Zelle war offenbar relativ klein. In Winterthur Sennhof hat es nicht einmal geregnet und die Feuerwehr Weinland, zuständig für die Gemeinden Marthalen, Ossingen, Rheinau und Truttikon sowie Neunforn (TG), hatte keinen Einsatz zu verzeichnen. Auch die Feuerwehr Andelfingen stand am Dienstagabend nicht im Einsatz. Die Kollegen aus dem Flaachtal hatten einen einzigen Einsatz wegen eines Baumes, der über einer Strasse lag. 

Ein Screenshot des Radars von gestern Abend zeigt die relativ kleine Zelle.
Ein Screenshot des Radars von gestern Abend zeigt die relativ kleine Zelle.

Die Feuerwehr Neftenbach hingegen stand zwischen 22 und 1 Uhr 17 Mal im Einsatz. Die rund 30 Feuerwehrleute mussten mehrere Keller auspumpen und diverse Äste und Bäume wegräumen. Feuerwehrkommandant Florian Färber weiss zudem von einem abgedeckten Bauernhof in Buch am Irchel. Er sagt: «Für uns ist es immer schlecht, wenn das Gewitter über den Irchel kommt.» Gemäss Kantonspolizei Zürich gab es in diesem Gebiet mehrere beschädigte Autos durch heruntergefallene Bäume. Personen wurden keine verletzt. 

Die Gewitterzelle zog weiter nach Osten – und schwächte sich dabei etwas ab. In der Nachbargemeinde von Neftenbach, Hettlingen, verzeichnete die Feuerwehr nur noch drei Einsätze. Ein Auto blieb in einer überschwemmten Unterführumg stecken und ein Ast musste weggeräumt werden. Den speziellsten Einsatz hatte die Feuerwehr aber bei einem Mehrfamilienhaus in Hettlingen. Dort lief Wasser in die Sonnerieanlage, als Folge klingelte es bei den Bewohnern pausenlos. 

Schäden an den Kulturen

Eine erste Schadensbilanz zeigt: Betroffen ist vor allem die Landwirtschaft im Flaachtal. Das zeigen Bilder der Reben vom Worrenberg, sowie Sonnenblumen und Zuckerrüben in Flaach. (mst/gvb/mab)

Die Reben am Worrenberg nahmen erheblichen Schaden.
Zum Beispiel die Reben am Worrenberg nahmen erheblichen Schaden.
Foto: Markus Brupbacher

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