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Polenrelief und Mosaik in Rikon

Tösstaler Kriegsdenkmäler sind neu im Inventar der Armee

Der Armeestab des VBS hat kürzlich sein Inventar der Armee und Kriegsdenkmäler der Schweiz ergänzt. Nun ist auch das Tösstal stärker darin vertreten.

Redaktion
Züriost
Freitag, 10. Juni 2022, 16:00 Uhr Polenrelief und Mosaik in Rikon

Im überarbeiteten «Inventario», dem Inventar der Armee und Kriegsdenkmäler, finden auch Tösstaler Objekte Einzug. Der prominenteste neue Eintrag dürfte das Polenrelief bei Dettenried oberhalb von Rikon sein.

Es wurde während des Zweiten Weltkriegs erstellt. Die Bewohner der Gegend kannten es seit jeher, aber es war weder bei der Denkmalpflege noch beim Armeestab bekannt.

Erst vor kurzem fertigte der Bildhauer Romuald Polachowski aus Aadorf eine Gedenktafel an, die seit einigen Monaten am Relief angebracht ist.

Mosaik in Rikon

Neu im Inventar aufgenommen ist auch ein Bodenmosaik, das von französischen Internierten im Zweiten Weltkrieg im Schulhaus Hirsgarten in Rikon angefertigt wurde.

Die Soldaten hatten während ihrer Internierung den Boden im Aussenbereich des Schulhauses gepflastert.

Ein weiterer neuer Eintrag wurde für den Gedankenstein des Feldarmeekorps 4 auf dem Hörnli gemacht. Der Gedenkstein wurde bereits im Jahr 2003 angebracht und zeigt die Wappen der Kantone Zürich, Schaffhausen, beider Appenzell, St. Gallen und Thurgau.

In der ganzen Region

Weiterhin in diesem Verzeichnis zu finden sind die Gedenktafeln der britischen und französischen Internierten aus dem Zweiten Weltkrieg an der reformierten Kirche im Bauma.

Auch das Zürcher Oberland und die Region Winterthur sind in diesem Inventar berücksichtigt.

So finden sich zum Beispiel auf dem Friedhof Rosenberg von Winterthur Denkmäler, die an die Bourbaki Armee aber auch an die Internierung der polnischen Soldaten erinnern. In Pfäffikon, Seegräben und Illnau-Effretikon gibt es Mahnmale für Flugzeugabstürze während des Zweiten Weltkriegs.

«Was bisher fehlte, ist ein Überblick über diese Erinnerungszeichen.»
Armeestab der Schweizer Armee

Eigenheit und Vielfalt

Total sind im «Inventario» 1000 Denkmäler beschrieben, 75 davon sind im Kanton Zürich. Das Inventar basiert auf systematischen Erhebungen, die der Armeestab durchführte. Das Ziel dieses Inventars beschreibt er wie folgt.

Mit den in der Schweiz bestehenden Armee- und Kriegsdenkmälern werde der verunglückten Soldaten gedenkt, würden die alteidgenössischen Schlachten ins Gedächtnis gerufen, oder es wierde an die Präsenz fremder Truppen in der Schweiz erinnert. «Was bisher fehlte, ist ein Überblick über diese Erinnerungszeichen – ein Inventar, welches deren Anzahl, deren Eigenheiten und deren Vielfalt aufzeigt.»

(Dominik Landwehr)

Das Inventar ist auf verschiedene Art und Weise erschlossen: so kann man zum Beispiel Listen aus den verschiedenen Kantonen herunterladen, man kann aber auch auf einer interaktiven Karte nach den Einträgen suchen. 

Für jedes der Denkmäler gibt es eine Beschreibung mit einem Bild sowie mit weitergehenden Angaben wie zum Beispiel Literatur Internetseiten und so weiter das Inventar wird weiterhin gepflegt, neue Einträge kommen regelmässig dazu. (dl)

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