×
Neubau für 300 Millionen Franken

Kezo-Delegierte erteilen grünes Licht für Vorprojekt

Die Hinwiler Kehrichtverwertungsanlage Zürcher Oberland (Kezo) plant einen Ersatzneubau. Nun haben die Delegierten der 36 Zweckverbandsgemeinden einstimmig einen Kredit über 3,28 Millionen Franken für die nächsten Projektphasen gutgeheissen.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 24. Mai 2022, 11:30 Uhr Neubau für 300 Millionen Franken
Kezo Hinwil
Bis 2028 soll der Ersatzneubau für die Kezo fertiggestellt sein.
Archivfoto: Seraina Boner

Mit der Zustimmung der Delegiertenversammlung zum Vorprojekt hat das Neubauprojekt Kezo 2028 eine wichtige Hürde genommen. Mit dem einstimmig genehmigten Kredit in Höhe von 3,28 Millionen Franken wird die Planung nun so weit vorangetrieben, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der 36 Zwecksverbandsgemeinden in eineinhalb bis zwei Jahren über den Baukredit abstimmen können, heisst es in einer Mitteilung. 

Der Neubau soll anschliessend bis 2028 unter laufendem Betrieb der bestehenden Anlage realisiert werden. Diese wurde 1972 in Betrieb genommen. Nach über 50 Betriebsjahren nähert sich die Anlage trotz regelmässigen Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten dem Ende ihrer Lebensdauer. Eine Sanierung ist aufgrund ihres baulichen Zustands sowie der geplanten Reduktion der Verwertungskapazität nicht sinnvoll.

Gemäss der kantonalen Kapazitätsplanung wird die Kezo künftig nicht mehr 190'000 Tonnen Abfall pro Jahr, sondern nur noch 120'000 Tonnen verwerten. Der Fokus liegt auf der Verwertung von Abfall aus der Region. Die Investitionskosten für das Neubauprojekt belaufen sich gemäss aktueller Schätzung auf 300 Millionen Franken (+/- 20 Prozent). Die Finanzierung der Neuanlage erfolgt über Rückstellungen und Fremdkapital. Es werden weder Steuergelder noch Einlagen der Verbandsgemeinden benötigt.

Diverse Fernwärmeprojekte geplant

Die Klimapolitik des Bundes verlangt, dass die Kezo zukünftig das CO2 aus den Abgasen abscheidet. Dieses System wird somit ein integraler Bestandteil der neuen Anlage und wird zukünftig bis zu 110'000 Tonnen CO2 pro Jahr der Umwelt entziehen. Die Abgabe von Fernwärme und Abwärme soll von heute 60 Gigawattstunden auf künftig 285 Gigawattstunden pro Jahr mehr als vervierfacht werden.

Mit dem Fernwärmepotenzial könnten in der Region jährlich mehr als 50 Millionen Liter Heizöl eingespart werden. Zurzeit prüfen sieben Gemeinden und Städte des Zürcher Oberlands in einem gemeinsamen Projekt, wie sie künftig Fernwärme aus der Kezo nutzen können. (zo)

Die Kezo gehört dem Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland. Dieser Verband besteht aus 36 politischen Gemeinden: Bäretswil, Bauma, Bubikon, Dürnten, Egg, Erlenbach, Fehraltorf, Fischenthal, Gossau, Greifensee, Grüningen, Herrliberg, Hinwil, Hittnau, Hombrechtikon, Illnau-Effretikon, Küsnacht, Männedorf, Maur, Meilen, Mönchaltorf, Oetwil am See, Pfäffikon, Rapperswil-Jona, Russikon, Rüti, Seegräben, Stäfa, Uetikon am See, Uster, Volketswil, Wald, Weisslingen, Wetzikon, Zollikon und Zumikon.

Kommentar schreiben