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Bilanz und Ausblick

Deshalb werden VZO-Fahrgäste bald per Ton vor dem Bus gewarnt

Nun können die Aktionäre der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland aufatmen: Die Fahrgäste kehren nach den schwierigen Pandemiejahren zurück.

Tanja
Hudec
Donnerstag, 05. Mai 2022, 16:42 Uhr Bilanz und Ausblick
Ein Bus vor einer Blumenwiese.
Transportierten 18,6 Millionen Fahrgäste: Die VZO ziehen für das Jahr 2021 eine gute Bilanz.
Foto: PD

Die Überschrift der Mitteilung sagt bereits alles: «VZO holen langsam auf». Die Bilanz des Jahres 2021 ist gut, aber nicht bahnbrechend. 18,6 Millionen Personen waren letztes Jahr mit den Bussen der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland unterwegs. Das sind fast zwei Millionen Fahrgäste mehr als im Vorjahr, aber immer noch 18 Prozent weniger als 2019 – vor der Pandemie. 

Der Trend in den letzten Wochen zeige immerhin in die richtige Richtung, sagt VZO-Direktor Werner Trachsel auf Anfrage. «Die Fahrgäste kommen zurück. Wir nähern uns sogar bereits wieder den Werten von 2019.»

Pünktlich dank wenig Verkehr

Ebenfalls positiv wertet Trachsel die im Sommer 2021 durchgeführte Kundenumfrage. Aufgrund der fehlenden Bereitschaft der Fahrgäste, an einer mehrseitigen Umfrage teilzunehmen, wurde der Fragebogen vereinfacht und um 22 Fragen gekürzt.

Die Ergebnisse seien mit jenen der Vorjahre nicht mehr vergleichbar. Trachsel ordnet die Antworten aber folgendermassen ein: Besonders gut bewertet worden sei die Pünktlichkeit. Er relativiert gleichzeitig: «2021 war aber auch noch weniger Verkehr unterwegs, was das zeitgerechte Fahren vereinfachte.»

Auch die Sauberkeit der Busse, die die Fahrgäste 2018 noch kritisiert hatten, habe heuer überzeugt. «Wir sind der Problematik nachgegangen», so Trachsel. Die Busse seien offenbar von den Waschanlagen nicht optimal gereinigt worden, was an den Seiten zu Kalkspuren geführt habe.

In allen anderen Punkten sei die Differenz im Vergleich mit anderen Verkehrsbetrieben minim.

Neues Fahrerlebnis in Elektrobussen

Verbesserungspotenzial gebe es aber immer, so Trachsel. «Insbesondere im Hinblick auf eine klimafreundliche Zukunft, in der der ÖV eine tragende Rolle als Mobilitätsanbieter spielen wird.» Deshalb haben die VZO gemäss der im Jahr 2020 erstellten Co2-Strategie die Ausschreibung für die ersten Batterie-Busse gestartet.

Parallel dazu wurde mit der Planung der für Elektrobusse nötigen Anpassungen der Infrastruktur begonnen. Bereits im Jahr 2023 sollen die ersten leisen und Co2-freien Busse in Betrieb genommen werden.

Derzeit finden bei den VZO E-Bus-Testtage statt. Am Aussehen werde sich nicht viel verändern. «Die Fahrzeuge sehen etwas grösser und höher aus, weil ein Teil der Batterien auf dem Dach installiert sind.» 

Das Geräusch und der Fahrstil hingegen seien ein neues Erlebnis. «Die Fahrt wird leiser und sanfter.» Damit die Fahrgäste nicht vom herannahenden Bus überrascht werden, soll laut Trachsel bei einem Tempo unter 20 Kilometer pro Stunde ein zusätzlicher Ton zu hören sein.

Finanzielle Entwicklung

Die Erfolgsrechnung weist gemäss Mitteilung der VZO einen Überschuss von rund 400'000 Franken aus, der wegen höheren Erträgen beim Ortsbus Rapperswil-Jona entstanden sei und vollumfänglich den Reserven zugeführt wurde.

Bei den zürcherischen Linien wurde der faktische Überschuss von rund 2,5 Millionen Franken dem ZVV abgeliefert, um das wegen fehlenden Fahrgeldeinnahmen angewachsenen Defizit für Kanton und Gemeinden so tief wie möglich zu halten.

Auch die Erträge von rund zwei Millionen Franken aus Bahnersatz- und Sonderfahrten, aus Verkehrsmittelwerbung, aus dem Verkauf ausgedienter Busse und den Netto-Erträgen aus der Vermietung der Immobilien wurden wie schon seit Jahren dem ZVV abgeliefert.

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