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Jahresrückblick 2021

Diese Ereignisse bewegten im Bezirk Uster

Corona ist im Bezirk Uster das alles beherrschende Thema, egal ob es ums Impfen, Testen, Schützen oder Protestieren geht. Daneben wird auch gefeiert - manchmal illegal. Und dann rufen sich die Pfahlbauer in Erinnerung.

Christian
Brändli
Mittwoch, 29. Dezember 2021, 08:00 Uhr Jahresrückblick 2021
In Uster wird fleissig geimpft: das Zentrum im Buchholz ist gefragt.
Foto: Seraina Boner

Illegale Party während des Lockdowns

 

Im ehemaligen Waro-Haus in Volketswil feiern über 100 Gäste in der Nacht auf den 1. Januar eine illegale Silvesterparty. Die Polizei löst diese auf. Fünf Veranstalter werden später gefasst und 45 Personen werden schliesslich verzeigt. Der Rest kann sich davonschleichen. Die Festlaune ist damit aber noch nicht vorbei. Am 23. Januar steigt auch in einem Ustermer Self-Check-In-Hotel eine Party mit rund 25 Jugendlichen. Auch hier schreitet die Polizei ein, da gegen die Corona-Schutzbestimmungen verstossen wird. Das Waro-Gebäude in Volketswil wird Ende Oktober dann dem Erdboden gleich gemacht. Die Post hat das Areals Anfang Jahr erworben und baut dort ein regionales Paketzentrum. In Betrieb genommen werden soll das Zentrum 2025.  (Foto: Tina Schöni)

Proteste wegen eines alten Wehrs

Ende Januar teilt der Kanton mit, dass er das alte Wehr beim Ausfluss des Greifensees in die Glatt einzäunen will. Trotz Protesten aus der Bevölkerung, insbesondere von Fischern und Spaziergängern, schreitet der Kanton am 23. Februar zur Tat und sperrt das seiner Ansicht nach gefährliche Objekt auf Schwerzenbacher Boden ab. Am 12. März schwenkt die Baudirektion des Kantons Zürich auf Druck von Vereinen und Privatpersonen um: Statt einer dauerhaften Absperrung prüft sie nun eine Sanierung des historischen Wehrs. (Foto: Frank Auderset)

Die Ju-Piloten trifft die Hauptschuld

Am 28. Januar wird der offizielle Untersuchungsbericht zum fatalen Absturz einer Dübendorfer Ju-52 publiziert. Dieser zeigt, dass die Piloten die Hauptschuld am Absturz der Maschine am 4. August 2018 trifft. 20 Menschen kamen damals ums Leben. Mitschuld sind zudem Unterlassungen im Dübendorfer Flugbetriebsunternehmen Ju-Air und Vorgänge beim Bazl. Die Ju-Air will 2023 den Flugbetrieb mit einer Maschine wieder aufnehmen. (Visualisierung: Sust)

Und immer wieder kommt der See

Nach dem grossen Schnee kommt Ende Januar der grosse Regen – und der Greifensee tritt über die Ufer. Die Schifffahrt wird eingestellt. Noch höher wird der Seespiegel Mitte Juli.  Das Sturmtief Bernd richtet in Zürich und im oberen Glattal hohen Sachschaden an. Die Feuerwehren stehen im Dauereinsatz nach Böen, sintflutartigen Regenfällen und Hagel. In der Region ist Dübendorf am stärksten betroffen. Das Hauptproblem sind umgestürzte Bäume und Überschwemmungen. Der Greifensee ist an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Entlang der Glatt muss die Feuerwehr Sandsäcke stapeln. Und schliesslich wird die Schifffahrt wegen des Hochwassers wieder eingestellt. (Foto: Mirjam Müller)

Impfen im Turnhallenprovisorium

Die Corona-Pandemie hält die ganze Region in Atem. Im Februar wird bekannt, dass in Uster das ausgediente Turnhallenprovisorium im Buchholz zum Impfzentrum umgemodelt wird. Dieses wird am 7. April eröffnet. Nach drei Wochen wird dort bereits die 5000er Marke geknackt. Nachdem wegen nachlassender Nachfrage den Sommer über die Kapazität heruntergefahren wird, wird der Betrieb ab Mitte November für die Booster-Impfung wieder ausgebaut. Für die Booster-Impfungen wird nach Weihnachten auf dem Flugplatz Dübendorf neben dem schon lange bestehenden Drive-In-Testcenter auch noch ein Drive-In-Impfzentrum den Betrieb aufnehmen. (Foto: Seraina Boner)

Näniker Schulgemeinde will sich nicht auflösen

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Die Oberstufenschulpflege Nänikon-Greifensee will im Februar weiterhin nichts von einer Auflösung wissen. Der Bezirksrat kritisiert, dass die Schulgemeinde sich um gesetzliche Vorgaben foutiere. Auch der Ustermer Sekundarschulpräsident Benno Scherrer (GLP) hat wenig Verständnis dafür, dass in Nänikon keine Bereitschaft bestehe, den Auftrag zur Grenzbereinigung aufgrund des Gemeindegesetzes anzugehen. Wegen des Schulstreites bildet sich im September auch eine «Los-von-Uster-Bewegung»: Ein Näniker Komitee, in dem auch ehemalige Ustermer Stadträte und Gemeinderäte mitwirken, will Nänikon und Werrikon von der Stadt abspalten. Anschluss finden sollen sie bei Greifensee. (Foto: Thomas Hulliger)

Sportzentrum Dürrbach nimmt die höchste Hürde

Das Projekt für ein Sportzentrum im Dürrbach nimmt am 7. März die wohl höchste Hürde: Die Stimmberechtigten von Dübendorf und Wangen-Brüttisellen genehmigen die Leistungsvereinbarung zwischen dem Zweckverband und der Sportzentrum AG. Jetzt können die Sportverbände hinter dem 48-Millionen-Projekt damit beginnen, die restliche Finanzierung zu regeln. Doch im August fehlen noch immer wichtige Zusagen. (Visualisierung: Brunner Weibel)

Schon wieder trifft es die Post an der Überlandstrasse

Und wieder ein Überfall: Bereits zum dritten Mal innert zweier Jahre wird die Postfiliale an der Dübendorfer Überlandstrasse am 12. März überfallen. Der Unbekannte kann mit mehreren Hundert Franken Beute fliehen. Eine Postangestellte ist alleine in der Filiale gewesen. (Foto: Laurin Eicher)

Ustermer Tonkünstler erhält einen Grammy

Daniel Weiss von Weiss Engineering hat einen Grammy erhalten. Im Bild mit Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (oranger Mantel) und Sandra Frauenfelder (Leiterin Standortförderung) 15.3.2021

Der Ustermer Daniel Weiss erhält am 15. März einen Grammy für sein Lebenswerk. Geehrt wird er für seine herausragende Bedeutung bei Tonaufnahmen. Toningenieure weltweit schwören auf die Geräte von Daniel Weiss’ Firma. (Foto: Seraina Boner)

Pfahlbauer schlagen das ganze Jahr über Pflöcke ein

Rund um den Pfäffiker- und den Greifensee finden das ganze Jahr über Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Oberländer Pfahlbauern statt. Anlass dafür ist, dass zehn Jahre zuvor die prähistorischen Hinterlassenschaften zum Unesco-Weltkulturerbe erhoben worden sind. Den Auftakt macht eine Ausstellung, die am 28. März eröffnet wird. Höhepunkte sind ein Demonstrationstauchen in Pfäffikon an Land und ein Einbaum-Wettrudern in Niederuster am 11. und 12. September. Bevor es aber soweit ist, muss erst im Juni eine Spendenaktion die Konstruktion von drei Einbäumen sichern, die in der Mönchaltorfer Silberweid ausgeschlagen werden. Am 7. Juli werden die drei neuen Einbäume in Maur eingewassert. Sie schwimmen! (Foto: Christian Brändli)

Blay veröffentlichen ihr erstes gemeinsames Album

Bligg und Sway sind jetzt Blay. Gemeinsames Album, gemeinsame Gigs.

Am 7. Mai veröffentlichen der Pfaffhauser Musiker Marc Sway und der Ex-Bubiker Bligg als «Blay» ihr erstes gemeinsames Album, «Heimspiel». Die beiden reisen in einem Camper durch die Schweiz.  (Foto: Adrian Bretscher)

In Fällanden entsteht das erste Kinderhospiz

In Fällanden soll das schweizweit erste stationäre Kinderhospiz entstehen.

In Fällanden soll das schweizweit erste Kinderhospiz entstehen, wie am 21. Mai bekanntgegeben wird. In unmittelbarer Nähe zur katholischen Kirche plant eine Stiftung den Neubau für Kinder mit lebenslimitierenden Krankheiten. Das Hospiz soll im Frühjahr 2024 eröffnen. (Foto: PD)

Vor und zurück mit Tempo 30 in Dübendorf

Am 26. Mai wird in Dübendorf eine Tempo-30-Zone im Stadtzentrum installiert. Eine erste Bilanz nach einer Woche Betrieb zeigt, dass das prophezeite Chaos ausgeblieben ist. Doch an einigen Stellen dürfte es zu Nachbesserungen kommen. Tempo 30 hat es in Dübendorf aber generell schwer. Am 13. Juni versenken die Dübendorfer mit 59,4 Prozent Nein-Stimmen eine Vorlage für Tempo 30 in den Quartieren. Es ist bereits das dritte Mal, dass sich die Stadt gegen Temporeduktionen stellt. (Foto: Thomas Bacher)

Die Trychler ziehen durch Uster

Die Corona-Proteste sind definitiv im Oberland angekommen: Am 7. Juni demonstrieren 150 Kritiker in Uster. Samt Trychlern ziehen die Massnahmen-Skeptiker ohne Zwischenfälle durchs Zentrum. Nach Umzügen durch andere Oberländer Ortschaften kommt es am 25. September erneut zu einer grossen Demonstration, für die extra das Stadtzentrum gesperrt wird. Der bewilligte Anlass mit 2000 bis 3000 Teilnehmern – weniger als erwartet - verläuft friedlich. (Foto: Kirstine Ahumada)

Kulturzentrum kann geplant werden

Auf dem Ustermer Zeughausareal soll ein Kultur- und Begegnungszentrum entstehen. Die Stimmberechtigten genehmigen am 13. Juni einen Projektierungskredit über 2,3 Millionen Franken. Damit kann das Projekt weitergeplant werden. Der Abstimmung vorausgegangen ist eine lange anhaltende Diskussion um den Sinn und die Kosten einer solchen Institution. (Visualisierung: PD)

Die «Heimat» wird elektrisiert

Das kleine Greifensee-Kursschiff Heimat soll von Diesel auf Elektromotor umgerüstet werden. Im Juni wird das Vorhaben ausgeschrieben. Zur Realisierung des Projektes ist die Schiffahrts-Genossenschaft als Besitzerin auf die Hilfe von Dritten angewiesen. Am 1. September erhält das Umbauprojekt grünes Licht, da die Finanzierung sichergestellt ist. Insgesamt kostet der Umbau 770'000 Franken. (Foto: Christian Brändli)

Innovationspark kann umgesetzt werden

Nachdem der Bundesrat die Pläne für einen Zivilflugplatz in Dübendorf gestoppt hatte, blieb die als Betreiberin vorgesehene Flugplatz Dübendorf AG auf hohen Kosten sitzen. Ende Juni haben die beiden Parteien ihre Rahmenvereinbarung aufgelöst. Die AG erhält eine Entschädigung von 7,3 Millionen Franken. Am 22. Dezember kommt die grosse Überraschung aus Lausanne: Das Bundesgericht hat den kantonalen Gestaltungsplan für einen Innovationspark auf dem Flugplatz Dübendorf für gültig erklärt. Das Zürcher Verwaltungsgericht ist noch anderer Meinung gewesen. (Visualisierung: PD)

Das H2U ist ausverkauft

Am 20. August startet in Uster das dreitägige H2U-Festival auf dem Zeughausareal. Für viele Besucher, aber auch für viele Musiker ist es der erste grosse Anlass nach langer Corona-Zwangspause. Alleine am Freitagabend, als Lokalmatador Loco Escrito auftritt, sind 2200 Besucherinnen und Besucher ohne Maske auf Platz und feiern. Und am Samstag ist das Festival mit dem Hauptact Patent Ochsner und 2400 Zuhörern ausverkauft. (Foto: Christian Merz)

Die Schule zieht ins Hochhaus ein

Am 6. September spurt der Dübendorfer Gemeinderat vor und spricht sich klar für die neue Turnhalle im Quartier Hochbord aus. Mit dieser Erweiterung wird das Schulprojekt insgesamt 16 Millionen Franken kosten. Die Schulräume werden im Hochhaus «Three Point» eingeplant. Die Stadt hat dort vier Stockwerkeinheiten erworben. Der Baustart für die Halle soll im Frühjahr 2022 erfolgen. Am 28. November heissen auch die Stimmberechtigten den Millionen-Kredit an der Urne mit über 77 Prozent Ja-Stimmen gut. (Visualisierung: Filippo Bolognese Images)

Der «Schirm» am See öffnet sich doch noch

Noch Ende September scheint es, dass der Gegenwind nicht nachlässt: Auch gegen das Seerestaurant Umbrella, das anstelle des bestehenden Betriebsgebäudes treten soll, ist Einsprache erhoben worden. Bereits seit 20 Jahren wird über einen Neubau am Seeufer in Niederuster diskutiert. Am 16. Dezember teilt der Stadtrat jedoch mit, dass das Projekt bewilligt worden ist. Allerdings müssen noch alle Auflagen von Kanton und Gemeinde erfüllt werden. Im 2022 sollen ein Investor und ein Pächter gesucht werden. Neben dem Seerestaurant ist ein kleiner Park geplant und die Buswendeschlaufe soll erneuert werden. (Visualisierung: PD)

Ein Todesopfer auf der Rällikerstrasse

Die kurvige Rällikerstrasse vom südlichen Greifensee hoch nach Egg mit ihren zwei Haarnadelkurven kristallisiert sich Ende August als Unfall-Hotspot heraus. Die Frage wird diskutiert, ob eine Temporeduktion von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde eine Besserung bringen könnte. Doch weder für die Gemeinde Egg noch für die Kantonspolizei ist das ein Thema. Am 18. Dezember wird im angrenzenden Wald einer der Haarnadelkurven ein toter Töfffahrer gefunden. Wie sich herausstellt, dürfte es sich um einen seit Anfang Oktober vermissten 57-jährigen Mann handeln. Damit kommen die Diskussionen um die Sicherheit der Strecke wieder auf. Die Montage von Leitplanken ist für die Baudirektion weiterhin keine Option. (Foto: PD)

Autoposer kurven durch die Region

Zuerst Dübendorf, dann Effretikon und Volketswil und dann am 9. Januar Lindau: Die Szene der sogenannten Autoposer verschiebt sich in der Region von Gemeinde zu Gemeinde. Im Lindauer Ortsteil Grafstal kontrolliert die Polizei 57 Fahrzeuge und 150 Personen. Am 23. Oktober kehren die Autoposer nach Dübendorf zurück. Die Polizei löst das illegale Treffen auf. Im Parkhaus im Hochbord bei Stettbach werden 160 Fahrzeuge und deren Insassen geprüft. Die Teilnehmer sind aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland gekommen. (Foto: Thomas Bacher)

Ustertag kann gefeiert werden

Zu den wenigen Grossanlässen, die trotz Pandemie dieses Jahr durchgeführt werden, gehört der Ustertag. Festredner ist am 21. November der CEO der Zürcher Kantonalbank Martin Scholl. Nicht abgehalten werden dagegen das Ustertag-Schiessen sowie der traditionelle Ustermärt. An dessen Stelle gibt es ab dem 2. Dezember einen Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum. Dabei wird auf ein Rahmenprogramm verzichtet, dafür gibt es auch keine Zertifikatspflicht. (Foto: Christian Merz)

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