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Aufgefallen – gedacht

Vogelfutter

Kolumnist Guy A. Lang erfreut sich an den gefiederten Kreaturen, die das Vogelfutter aus seinem Garten stibitzen. Bis ein grosses Tier alles auf einmal nimmt.

Redaktion
Züriost
Montag, 27. Dezember 2021, 09:00 Uhr Aufgefallen – gedacht
Foto: Guy A. Lang / PD

Spiegelmeisen, Blaumeisen, Spatzen, Amseln, alle sind Gäste bei uns. Sie fliegen, flattern und turnen auf dem Baum mit den roten Beeren, genau vor unserem grossen Fenster. Aus der Wärme können wir alles beobachten.

Um unser Vergnügen zu steigern, haben wir Vogelfutter aufgehängt. Wir amüsieren uns köstlich über die Kapriolen, wenn die Vögel sich den Platz streitig machen und um die besten Körnchen kämpfen. Beim Zusehen entwischt uns oft ein lautes Lachen. Kurz, das Schauspiel ist besser als jeder TV-Film, jede Netflix-Serie oder jedes Video.

Doch die Freude am Geschehen wurde jäh gestört. Und das kam so: Am frühen Vormittag ersetzte ich das leergepickte Säckchen, erledigte einiges im Dorf, kam zurück und – wie auf dem Bild zu sehen  war da das Netzchen zerrissen und gähnend leer.

Ich wunderte mich, ersetzte es und freute mich auf die Vorstellung. Nach etwa einer halben Stunde sah ich, wie sich ein dunkler Schatten auf den Baum stürzte, das Netz zerriss und alles auf einmal frass. Eine Elster? Eine Krähe?

Gut, auch die haben Hunger, aber gegen Gier und die Vertreibung von Kleinen habe ich etwas. Dürfen die herzigen Vögelchen nicht fressen, wenn die Grossen Hunger haben? Müssen Kleinere immer zurückstehen, wenn die Mächtigen vordrängen? Ein unlösbares Problem. 

Ich wünsche Ihnen liebe Leserinnen, liebe Leser, ein gesundes und erfreuliches Jahr, in dem sich die meisten Ihrer Probleme locker lösen.

(Guy A. Lang)

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