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Jahresrückblick 2021

Diese Ereignisse bewegten im Bezirk Hinwil

Einige Male gibt es 2021 rote Köpfe, sei es wegen einer SBB-Abstellanlage in Bubikon, eines gefällten Baumes in Hinwil oder der geplanten Westtangente in Wetzikon. Und dann natürlich auch wegen der Corona-Schutzmassnahmen.

Christian
Brändli
Freitag, 24. Dezember 2021, 15:38 Uhr Jahresrückblick 2021
Mann mit Werkzeug steht auf Wiese und will Grossprojekt verhindern
In Bubikon formiert sich schnell Opposition gegen eine SBB-Abstellanlage.
Foto: Seraina Boner

Rütner Gemeindepräsident fällt aus

Am 3. Januar gibt der Gemeindepräsident von Rüti, Peter Luginbühl (FDP), bekannt, dass er wegen einer Krankheit länger ausfällt. Am 16. August kann er nach siebenmonatiger Auszeit in sein Amt zurückkehren. Er ist aber nach wie vor nicht vollständig genesen von seiner Krebserkrankung. Ende Oktober teilt er mit, dass er im 2022 nicht wieder kandidieren wird.  Am 13. Dezember leitet er wieder eine Gemeindeversammlung und kurz darauf gleich eine zweite. (Foto: Christian Merz)

Der Biber ist im Pfäffikersee angekommen

Im Januar schafft es ein Biber den Aabach hoch bis zum Pfäffikersee. Es finden sich Fressspuren und er wird schliesslich auf Seegräbner und Wetziker Boden – etwa bei der alten Badi Robenhausen – gesichtet. Am 12. März kommt die Nachricht, dass es offenbar ein zweiter Biber bis in die Region Pfäffikersee geschafft hat. Er wird in Medikon gesehen. (Foto: David Kilchör)

Bubiker Gemeindeschreiber unter Beschuss

Frostige Zeiten im Bubiker Gemeindehaus: Am 11. Januar greifen fünf Bubiker Parteipräsidenten den Gemeindeschreiber an wegen der hohen Personalfluktuation in der Verwaltung. Anfang Februar schaltet sich der Bezirksrat ein und eröffnet ein Verfahren gegen den Gemeinderat und den Gemeindeschreiber Stefan Mettler. Am 13. Februar schiesst dieser zurück und wirft den Parteipräsidenten Nazi-Kommunikation vor. Eine Woche darauf herrscht Verwirrung um die angebliche Kündigung des Gemeindeschreibers. Am 7. März wird Hans-Christian Angele (FDP) in den Gemeinderat gewählt, notabene ein Kritiker der jetzigen Behörde. Am 1. April dann ist Mettlers Zeit als Bubiker Gemeindeschreiber offiziell vorbei. Am 4. Mai teilt der Gemeinderat dann mit, das Arbeitsverhältnis sei in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Die Anschuldigungen gegen Mettler hätten nicht bestätigt werden können. Im Juni wird bekannt, dass die Personalfluktuation Bubikon Hunderttausende Franken kostet. Am  22. Juli schliesslich entlastet der Bezirksrat den Gemeinderat und den Ex-Gemeindeschreiber. Mettler zieht im August mit seiner Anzeige wegen Verleumdung und üblier Nachrede gegen die Ortsprarteipräsidenten vor Obergericht. (Foto:Simon Grässle)

Einigung und Hausabriss nach illegaler Baumfällaktion

Am 21. Januar wird bekannt, dass sich in Hinwil die Gemeinde und der Steiner-Beck nach dessen illegaler Baumfällung geeinigt haben. Der Gewerbler wird eine Entschädigung leisten, nämlich einen Geldbetrag in fünfstelliger Höhe für die Realisierung von Naturschutzmassnahmen in der Gemeinde.   Am Standort beim Bahnhof will der Bäcker einen Neubau erstellen. Am 29. März werden dann mehrere Gebäude, darunter das Restaurant Feldegg, abgerissen für die drei geplanten Neubauten. (Foto: Simon Grässle)

Corona schreckt viele Eltern auf

Die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus sorgen in vielen Gemeinden insbesondere im Bezirk Hinwil für Ärger. Am 25. Januar holen Fischenthaler Eltern wegen der Maskenpflicht ihre Kinder aus der Schule. Doch das Virus findet trotz Masken den Weg in die Klassen. Am 26. März werden wegen eines Corona-Ausbruchs an Rütner Schulen 21 Klassen durchgetestet. Und am 22. April gibt es kurz vor den Ferien auch an den Hinwiler Schulen Massentests. 200 Kinder und Angestellte müssen zum Spucken antreten. Solche Prozedere halten das ganze Jahr über an. (Foto: Keystone)

Lozzi hat Platz für seine Kunstwerke gefunden

Am 4. Februar wird die für Yvan Pestalozzi frohe Botschaft verkündigt, dass in der Walder Villa Flora das Lozzi-Museum entstehen kann. Der Künstler ist jahrelang auf der Suche nach einem Ort gewesen, wo er seine Werke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Am 1. August steigt die Eröffnung. Gezeigt werden rund 100 Werke. (Foto: Eduard Gautschi)

Bubiker laufen gegen SBB-Anlage Sturm

Plakate der IG Brach-Fuchsbühl gegen das geplante Abstellgleis der SBB.

Am 6. Februar mobilisieren Bubiker gegen die Pläne der SBB, auf 80'000 Quadratmetern eine Abstell- und Serviceanlage zu bauen. Im Mai wird klar, dass die SBB sechs verschiedene Gebiete im Oberland auf ihre Tauglichkeit geprüft haben, ehe der Entscheid auf das Bubiker Gelände gefallen ist. Am 14. September geben der Kanton und die SBB bekannt, dass sie bei der Standortsuche nochmals über die Bücher gehen wollen. Dabei soll die Bevölkerung verstärkt miteinbezogen werden. (Foto: Seraina Boner)

Altes Gleis in Bubikon willkommen

Am 11. Februar wird klar, dass die Bubiker über den Erhalt des sogenannten Stammgleises zwischen Bubikon und Wolfhausen abstimmen können.  An der Gemeindeversammlung vom 15. Dezember spricht sich die Mehrheit für die Initiative aus. Damit soll das Gleis wieder in den Richtplan. Die Firma Schulthess hätte ein 200 Meter langes Stück des Gleises, das durch ihr Areal führt, entfernen wollen. Mit diesem Entscheid findet ein jahrelanges Ringen um die historische Gleisanlage ein Ende. (Foto: Seraina Boner)

Impfskeptiker sind im Bezirk Hinwil stark verbreitet

Am 18. Februar wird klar, dass der ZOM-Geschäftsführer Andreas Künzli die Projektleitung für das Corona-Impfzentrum in der Wetziker Eishalle übernimmt. Dieses kann am 7. April seinen Betrieb aufnehmen. Nach drei Wochen wird dort bereits die 5000er Marke geknackt. Doch im Juni zeigt sich dann, dass der Bezirk Hinwil punkto Impfen zu den Schlusslichtern gehört. Im August schliesst das Wetziker Impfzentrum wieder, nachdem die Nachfrage stark nachgelassen hat. Auch die schweizweite Impfwoche Mitte November bringt nicht viel: Im Oberland bleibt die Quote weiterhin tief – und ganz treffend dazu ziehen 400 Impfskeptiker samt Freiheitstrychlern durch Hinwil. Am 28. November lehnen mit Bäretswil, Fischenthal, Wald, Bauma und Wila gleich fünf Oberländer Gemeinden das Covid-Gesetz ab, das aber schweizweit deutlich angenommen wird.  Ab Januar 2022 soll in Wetzikon wieder ein Impfzentrum den Betrieb aufnehmen, um die Booster-Impfungen leisten zu können. Dieses ist in der Event Loft vorgesehen. (Foto: Christian Merz)

Grossbrand zerstört die Traktorenfabrik

Ein verheerendes Feuer am 3. März im Gebäude der Bührer Traktorenfabrik AG in Hinwil vernichtet mehrere Gewerbebetriebe. Die Feuerwehr ist über 24 Stunden im Grosseinsatz. (Foto: Christian Merz)

In Aathal soll ein Grossist einziehen

Die Seegräbner geben an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 23. März grünes Licht für eine Grossüberbauung in Aathal. Die Arelaentwicklerin Hiag plant beim Bahnhof einen Coop Bau+Hobby sowie rund 80 Wohnungen. Im Mai wird bekannt, dass Coop Jumbo kaufen will. Damit würde Coop das Interesse an einem Neubau in Aathal verlieren. Im Dezember steht fest, dass Coop kein Interesse mehr am Aatal hat. Nun sucht die Hiag einen neuen Grossmieter. Gleichzeitig hat sie ihre Liegenschaften in Unteraathal an eine Zürcher Genossenschaft verkauft. (Visualisierung: PD)

Bundesgericht stoppt Deponiepläne

Ende März stoppt das Bundesgericht die Deponiepläne im Tägernauer Holz zwischen Grüningen und Gossau. Dort will der Kanton 1,5 Millionen Kubikmeter Kehrichtschlacke einlagern. 7000 Bäume hätten für das Vorhaben gefällt werden müssen. Der Kantonsrat kippt darauf weitere Standorte, die ähnliche Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen könnten, ebenfalls aus dem Richtplan. Dazu gehören die Leerüti in Gossau sowie das Näniker Hard, wo Kies abgebaut werden soll. (Foto: Tanja Hudec)

Restaurants öffnen wieder – ihre Terrassen

Nach langem Lockdown können die Restaurants am 19. April wenigstens ihre Gartenwirtschaften oder Terrassen wieder öffnen. Nur wenige tun dies aber auch. Dazu gehören etwa der Grüninger «Adler», das Hinwiler «Pirates» oder der «Juckerhof» in Seegräben. Am 11. Mai können die Restaurants dann auch wieder ihre Innenräume öffnen. Doch ausgerechnet dann sorgt die warme Sonne für wenig Bedarf nach Innenräumen. Die ständig wechselnden Schutzbestimmungen – Maskenpflicht, Zertifikatspflicht, nur noch 2G halten die Wirte das ganze Jahr über auf Trab. (Foto: Lea Ernst)

Landverkauf wird abgeschmettert

Die Gemeinde Hinwil hat einst das Areal Kemptnerstrasse 8 geerbt. Es soll möglichst gemeinnützig verwendet werden. Im Mai wird darüber diskutiert, dass der Gemeinderat das Haus an die Wohnbaugenossenschaft Bachtel Hinwil verkaufen will. Dort sollen Alterswohnungen errichtet werden. Diese Pläne stossen beim Volk auf Unverständnis. Das Grundstück werde unter Wert abgestossen. Am 13. Juni wird der geplante Landverkauf in der Urnenabstimmung dann abgeschmettert. (Foto: Seraina Boner)

Neues Alterszentrum lebt auf

Ende Juni wird in Wald das neue Alterszentrum Rosenthal in der Dorfmitte bezogen. Alle Bewohner des Altersheims Drei Tannen und des Pflegezentrums zügeln dorthin. Der Neubau kostet 67 Millionen Franken. (Foto: Christian Brändli)

Auf und ab mit der Westtangente

Die Wetziker Westtangente erhält im Juli noch eine letzte Chance. Da sie sich auf dem ursprünglich geplanten Trassee wegen des Moorschutzes nicht realisieren lässt, soll nun bis zum Herbst klar werden, ob die Westtangente teilweise durchs Siedlungsgebiet geführt werden kann. Doch am 10. September kommt der Hammer: Der Kanton Zürich hat beschlossen, das Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen. Für die Strasse müssten einzelne Häuser weichen. Für den Kanton ist das nicht verhältnismässig. Im Dezember betont der Stadtrat, dass er noch nicht aufgeben will. Die Westtangente sei weiterhin die beste Lösung für die Verkehrsprobleme. Daher will er beim Kanton erwirken, dass dieser auf seinen Entscheid zurückkommt. (Foto: Michael Kurz)

Freie Fahrt für die Dampfbahn

Die DVZO-Dampfbahnen dürfen täglich zwischen Bauma und Bäretswil fahren. Dies entscheidet das Bundesverwaltungsgericht am 7. Juli. Die Gemeinde Hinwil hatte eine Beschwerde gegen die Pläne der DVZO eingelegt. Nun will der DVZO einen erweiterten Herbstfahrplan anbieten. Im Oktober kann er eine positive Bilanz aus dem Pilotprojekt ziehen. So haben sich die Besucherzahlen im erwarteten Rahmen bewegt. Wie es aber mit dem Projekt weitergeht, bleibt unklar, da noch ein Entscheid des Bundesgerichtes aussteht. (Foto: Simon Grässle)

Höhenluft für die neue Klinik

Seit klar ist, wie der Neubau der Walder Höhenklinik aussehen wird, haben Umweltverbände und Nachbarn Einwendungen gegen das Vorhaben deponiert. Anfang November wird klar, dass diese nun mit einem Entgegenkommen ausgeräumt werden können. So wird etwa das Bauvolumen reduziert und der Neubau wird feingliedriger gestaltet. Der Reha-Bau am Faltigberg kommt in die Landwirtschaftszone und ein kantonales Schutzgebiet zu liegen. Gerechnet wird mit Kosten von rund 60 Millionen Franken. Der Baubeginn ist weiterhin auf 2023 geplant.

Sorge um eine Rosskastanie

Ein Baum steht auf einem Platz, rundherum stehen Leute

Die mögliche Fällung der imposanten Rosskastanie beim Bahnhof Wetzikon sorgt für rote Köpfe. Der Naturschutzverein lanciert am 12. Dezember kurzfristig eine Petition mit 300 Unterschriften, um den Baum zu erhalten. Drei Tag darauf ist klar , dass die 120 Jahre alte und 12 Meter hohe Rosskastanie vorerst stehen bleibt. Aber: Sie ist krank. Nun wird eine zweite Untersuchung vorgenommen. (Foto: Severin Kolb)

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