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Weiterer Schritt in Pfäffiker Raumentwicklung

Kritik an Konzept war erwünscht

Bei der Vorstellung des neuen Raumentwicklungskonzepts für Pfäffikon sorgte für einmal nicht die Verkehrsführung für negative Voten. Viele Anwesende nahmen die Möglichkeit wahr, noch einmal Verbesserungsvorschläge anbringen zu können.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 07. November 2021, 17:00 Uhr Weiterer Schritt in Pfäffiker Raumentwicklung

Am Samstagmorgen fanden sich etwa 50 Einwohner von Pfäffikon im Chesselhuus ein, um sich über das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) zu informieren. Nach einer Einführung von Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP) sprach Fiona Mera vom Planungsbüro Suter von Känel Wild AG über den aktuellen Stand des Konzepts.

Das REK ist in vier Teilbereiche aufgeteilt: Wohnen und Arbeiten, Fuss- und Veloverkehr, motorisierter Verkehr sowie Freiraum und Erholung. Zu jedem Bereich fand bereits ein öffentlicher Online-Workshop statt, an dem sich die Bevölkerung unter Anleitung von Experten aktiv einbringen konnte. Von den Anwesenden hatten sich etwa drei Viertel an mindestens einem Workshop beteiligt.

Online wars auch gut

Moderator Roman Dellsperger zeigte sich positiv überrascht, wie gut die digitalen Workshops funktioniert hätten. Es sei einfacher gewesen, von jedem Teilnehmer ein Feedback zu bekommen, und schriftliche Feedbacks hätten direkt festgehalten werden können. Den Teilnehmenden gefiel, dass man sich sehr gut habe einbringen können und die Diskussion fokussierter gewesen sei als bei einer Versammlung in einem Saal. Auch die Verständlichkeit sei online deutlich besser.

Doch nicht alle fanden die digitale Durchführung der Workshops gut. Hansjürg Klossner sagte, er habe als Präsident des Seniorenvereins von vielen älteren Bürgern gehört, dass sie nicht hätten teilnehmen können.

Einerkolonne am See 

Am Samstag durften die Teilnehmenden nach einer kurzen Gesprächsrunde mit den Experten an den Stationen mit den Experten diskutieren, sich informieren, Feedback anbringen und den bisherigen Stand des REK mit Punkten bewerten. Insbesondere beim Thema Verkehr fand sich eine grosse Gruppe ein und die Diskussion wurde schnell lebhaft.

Carlota Erismann hat an drei von vier Workshops teilgenommen: «Das REK ist so formuliert, dass ich gut dazu ja sagen kann. Mir ist Ökologie wichtig und das wurde in der neuen Fassung ergänzt.» 

«Das Beispiel der Seestrasse zeigt, dass Veränderungen viel Positives bringen und das Dorf beleben können.»

Hansjörg Honegger und Rhea Stalder

Viktor Pfister hat alle Workshops besucht. Ihm sei es ein persönliches Anliegen, dass Wohnen und Arbeiten besser integriert werde, wie er sagte. Dafür hat er auch selber etwas getan. Nach einer Anregung durch die Gemeinde hat er vor einem Jahr in Pfäffikon mit drei Kollegen den Verein Coworkerei gegründet. «Das führt zu weniger Berufsverkehr, mehr Zeit für die Familie und belebt das Dorf.»

Ein weiteres Thema, das ihm am Herzen liegt, sind die Freiräume: «Als Pfäffiker geht man bei schönem Wetter schon fast nicht mehr an den See, da man dort wegen der vielen Leute teilweise in Einerkolonne spazieren muss.» Ein Ziel für ihn sei, dass das eigene Quartier auch Erholungszone werde. Das würde auch den Druck auf die Naturschutzgebiete reduzieren, so Pfister.

Empfehlungen an die Gemeinde

Hansjörg Honegger und seine Frau Rhea Stalder zeigten sich beide total begeistert von der guten Organisation. «Pfäffikon ist an einem Scheideweg. Hier wird vorgespurt für ein attraktives, schönes Dorf.» Man solle weniger darauf schauen, was einem weggenommen wird, sondern sich mehr darauf konzentrieren, wohin man sich entwickeln könne. «Das Beispiel der Seestrasse zeigt, dass solche Veränderungen viel Positives bringen und das Dorf beleben können.»

Zum Schluss wurden von den anwesenden Experten Empfehlungen an die Gemeinde ausgesprochen. Tobias Etter, der Fachmann für Verkehr, erwähnte etwa, dass es in der Bevölkerung viel Wissen über Defizite und Schwachstellen in Bezug auf die Quartiersstrassen gebe. Es bestehe der Wunsch, dass man solche Hinweise anbringen und schnell umsetzen könne.

Freiräume wecken Emotionen 

Insgesamt erhielt das REK fast durchgehend gute Wertungen. Nur im Bereich Freiräume gab es auch klar unzufriedene Voten. Gemeinderat Lukas Weiss (Grüne), der das Feedback zusammenfasste, überraschte das nicht. Wenn man mögliche Freiräume auf den Plänen sehe, wecke das Emotionen, sagte er. Es sei wichtig, die Prioritäten der Leute zu berücksichtigen, die dort leben, wo die Freiräume entstehen sollen.

Unter Einbeziehung der Rückmeldungen wird das REK bis Ende Jahr endgültig fertiggestellt und soll dann an der Gemeindeversammlung im März 2022 vorgestellt werden.

(Silvie Hauser)

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