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«#4-Wände»-Beilage

Mit einem Wintergarten den Sommer verlängern

Einfach die Schiebetür schliessen und trotzdem in der Natur sein, wenn das Wetter umschlägt? Ein Wintergarten macht das möglich. Kein Wunder, träumen viele Hausbesitzer davon. Fachmann Mario Eggermann weiss, worauf es beim Bau ankommt.

Lennart
Langer
Sonntag, 10. Oktober 2021, 08:00 Uhr «#4-Wände»-Beilage

Dieser Beitrag wurde in der Verlagsbeilage «4-Wände» veröffentlicht, die am 15. September mit dem «Zürcher Oberländer» und dem «Anzeiger von Uster» erschienen ist.

Nass und kühl war der Sommer in diesem Jahr. Die warmen und lauschigen Abende auf dem Balkon oder der Terrasse fielen da buchstäblich ins Wasser. Und nun, da der Herbst ansteht, verabschiedet sich die Sonne sowieso immer früher, und die Nächte werden frisch. Gemütliches Beisammensein auf der Terrasse? Fehlanzeige.

Das muss aber nicht sein. Mit einem Wintergarten kann man die allzu frische Luft bei Bedarf einfach ausschliessen, und auch bei Regenwetter ist man stets gut geschützt. So werden Frühling und Herbst zum erweiterten Sommer. «Wenn man bei einem Wetterumschlag oder einem Platzregen nur die Schiebetür schliessen muss, ist das Lebensqualität», meint Mario Eggermann. Er leitet die Zweigstelle der Wigasol AG in Effretikon.

Dort hat man mit Wintergärten grosse Erfahrung: Seit 30 Jahren stattet das Unternehmen Häuser und Wohnungen in der ganzen Schweiz damit aus, etwa 900 sind es pro Jahr. Von der Produktion bis zur Montage übernimmt und koordiniert das Unternehmen mit Sitz im solothurnischen Niederbuchsiten alle Arbeitsschritte selbst.

Pflanzen überwintern oder Wohnraum erweitern?

«Zwar hat sich der Wintergarten über die Jahre nicht gross verändert», sagt Mario Eggermann. «Das Material, das Glas, der Kubus und das Dach sind gegeben. Man kann höchstens das Design anpassen.» Dennoch ist eine ausführliche Beratung beim Bau eines Wintergartens zentral: «Der Markt ist so individuell, wie die Menschen, die den Wintergarten wählen.»

Viel Individualität: Material und Form können nach Bedarf kombiniert werden. (Foto: PD)

Bei dieser Wahl können die Interessenten grundsätzlich auf drei verschiedene Varianten zurückgreifen. Den kalten Wintergarten, der vor allem vor allzu garstigem Wetter schützt und dazu dient, Pflanzen zu überwintern. Eine temperierte Variante, die eine etwas bessere Isolation erhält. Sowie eine Wohnraumerweiterung, die komplett beheizt ist und das ganze Jahr über bewohnt werden kann.

«Wohnraumerweiterungen sind eher selten», meint Eggermann. Man will nicht mehr Innenfläche, sondern den Aussenraum besser nutzen. Natürlich spielt dabei auch der Preis eine Rolle, der bei beheizten Wintergärten höher ist. In der Schweiz gibt es deshalb einen klaren Favoriten: «Meistens sind temperierte Wintergärten gefragt.» Bei diesen sind die Böden sowie die Verglasung gut isoliert, allerdings ist nur eine Temperierung bis 10 Grad Celsius möglich.

Gute Isolation statt Tropfsteinhöhle

Die Wichtigkeit einer guten Isolation streicht Mario Eggermann deutlich heraus. Hier spielt einerseits die Wahl des Glases und der Deckenbeschaffenheit eine Rolle. Andererseits die Verarbeitung des Bodens. Diese werde häufig vernachlässigt, meint der Experte. Durch die Temperaturunterschiede und die aufsteigende Feuchtigkeit kann dies zu einem tropfsteinhöhlenartigen Klima anstatt zu einem kuscheligen Wintergarten führen.

Das Wohnzimmer im Garten: Wohnraumerweiterungen sind das ganze Jahr über nutzbar. (Foto: PD)

Die Wigasol AG hat deshalb ein patentiertes Bodensystem entwickelt, das solche unschönen Überraschungen verhindern soll. «Es braucht ein richtiges Fundament», meint der Experte. Dieses Fundament besteht aus einer Stahlrahmenkonstruktion, in die ein vollisolierter Boden eingebaut wird. Eine Betonierung fällt dadurch weg, was die Bauzeit verkürzt.

Neben einer guten Isolation ist diese Bauweise auch die Grundlage für genügend Stabilität. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Bau eines Wintergartens, denn die Konstruktionen mit ihren grossen Glasfronten sind gegenüber Naturgewalten exponiert. Mario Eggermann rät deshalb auch bei der Gestaltung des Wintergarten-Kubus zu einem gewissen Pragmatismus. «Die Leute möchten am liebsten alles offen haben», meint er, «wenn alles schiebbar ist, hat die Konstruktion aber nicht die gleiche Stabilität.» Empfehlenswert seien deshalb feste Elemente mit Klappfenstern. Durch diese kann bei Bedarf auch gleich die heisse Luft abziehen.

Denn neben der Kälte im Winter führt gerade die Hitze im Sommer zu den häufigsten Bedenken bei der Planung eines Wintergartens. Eggermann winkt jedoch ab: «Man hat die Tendenz, die heissen Tage zu überschätzen.» Mit guten Sonnenschutzgläsern im Dachbereich sowie Markisen und Storen lasse sich die Hitze eindämmen. Und sonst hilft ein einfaches Hausmittel: lüften. Abraten würde der Wintergarten-Experte aber davon, die Trennung zwischen Haus und Wintergarten komplett aufzuheben. Denn ist die Wärme einmal in den dicken Hausmauern gefangen, bringt man sie kaum mehr raus.

Holz für optische Wärme

Zuletzt stellt sich bei der Wahl des Wintergartens noch die Materialfrage. Ganz klassisch sind die Bauten aus mit Stahl verstärktem Aluminium. Mario Eggermann sieht gerade im Raum Zürich einen Trend zu dieser puristischen Variante. Die Wigasol AG hat sich jedoch schon immer auf Holz-Wintergärten spezialisiert. «Holz ist von der Optik her wärmer und ein Baustoff, der wieder sehr im Kommen ist», sagt Eggermann. Gerade bei Wohnraumerweiterungen sei Holz sehr angenehm. Holz könne zudem die Restfeuchtigkeit aufnehmen.

Holzelemente sorgen für optische Wärme im Wintergarten. (Foto: PD)

Meistens werde Fichtenholz verwendet, aktuell würden sie auch auf Buchenholz setzen, erklärt Eggermann. Obwohl Holz ein lebendiges Material ist, das auf klimatische Veränderungen reagiert, hat das Material keinen Einfluss auf die Statik. «Das Holz ist kreuzverleimt», sagt Eggermann. Dadurch behalte es die Stabilität. Zudem sollte man die Holzelemente nicht direkt bis in den Boden ziehen, damit sie nicht im stehenden Wasser platziert sind.

Bleibt noch zu klären, wie lange der Bau eines Wintergartens dauert. Eine Baubewilligung ist fast immer nötig. Diese zu bekommen, kann schon zwei bis vier Monate dauern. Bis zum Baustart verstreichen im Normalfall nochmals einige Wochen, da mit der definitiven Planung erst begonnen wird, wenn die Bewilligung vorhanden ist. Dafür bietet die Wigasol AG für die effektive Bauphase eine spezielle Option an: Die Bauherrschaft kann selbst Hand anlegen beim Bau, dadurch auch Kosten sparen und später ganz stolz verkünden: «Ich habe meinen eigenen Wintergarten gebaut!»