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Clubrennen des MC Wila

Ein Motocross in lockerem Rahmen – für einmal in Elgg

Der Moto-Club Wila trug am Samstag sein Clubrennen in der Gemeinde Elgg aus. Rund 125 Fahrer und Fahrerinnen nutzten die Startgelegenheit auf der Schneitwisen bei Unterschneit.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 19. September 2021, 16:55 Uhr Clubrennen des MC Wila

Schon bei der Gründung 1955 war klar, dass der Moto-Club Wila (MCW) nicht ein Dorfverein im landläufigen Sinn ist. Der Name ergab sich aus dem Gründungsort, nicht den Wohnorten der Mitglieder. Die kamen schon damals praktisch aus dem ganzen Tösstal, aber auch anderen Regionen.

66 Jahre später hat sich daran nichts geändert. Einige Mitglieder leben im Eulachtal. Einem davon ist es zu verdanken, dass der MCW seinen alljährlichen Clubanlassen für einmal auf der anderen Seite des Schauenbergs austragen konnte. Offenbar so erstaunlich, dass eine grössere Regionalzeitung, die Motocross sonst im Sportteil weitgehend ignoriert, einen Bericht im Vorfeld darüber schrieb.

Wohlwollen der Landbesitzer

Der MCW ist bemüht, seine Clubrennen, die selbstverständlich gewisse Emissionen mit sich bringen, nicht immer am gleichen Ort auszutragen. Eingebürgert hat sich aber das Datum. Wenn alles passt, ist dies der Samstag vor dem Bettag, da an diesem Datum mindestens in Teilen der Schweiz keine Motorsportveranstaltungen durchgeführt werden, die Lizenzierten somit nicht andernorts im Einsatz sind.

Da permanente Crosspisten in der Schweiz rar sind, ist man auf das Wohlwollen von Landbesitzern angewiesen, die einen Acker oder eine Wiese zur Verfügung stellen. Diesmal war es die Schneitwise, die auf Elgger Gemeindegebiet liegt, jedoch einer Erbengemeinschaft aus Unterschneit in der Gemeinde Hagenbuch gehört.

Mit zwei befreundeten Clubs

Ein Clubrennen dient vor allem dazu, den Fahrern im Verein eine Startgelegenheit zu bieten. Doch ist ein solcher Anlass immer auch bei anderen Leuten willkommen. Dieses Jahr schlossen sich das Cross Team Toggenburg und der Cross Club Züri Oberland an, um hier in einer gemeinsamen Klasse einen Sieger zu ermitteln.

So waren schliesslich rund 125 Fahrer am Start, darunter auch einige weiblichen Geschlechts. Auch der Nachwuchs ist beim MCW immer willkommen. Für einige dieser Kinder ist es jeweils fast das erste Mal, dass sie sich auf eine solche Piste wagen.

«Es soll vor allem Spass machen.»

Roman Müller, Kassier des Moto-Club Wila und Mitorganisator

Das Ganze soll sich aber in einem einfachen Rahmen abwickeln, ohne allzu grossen Aufwand. Auf dem Gelände wurde ein Parcours ausgesteckt, ohne künstliche Bauten und somit auch für Kinder und Anfänger gut zu befahren. Eine Festwirtschaft, ein Sanitätsdienst, ein paar Toilettenhäuschen und eine Rundenkontrolle bildeten den Rahmen.

«Es soll vor allem Spass machen», brachte es MCW-Kassier und Mitorganisator Roman Müller auf den Punkt. Spass schienen die Leute, die sich am Samstag aufs Gelände begaben, zu haben. Der Publikumsaufmarsch übertraf die Erwartungen, die Festwirtschaft musste mehrmals Nachschub holen. Vielleicht waren viele Leute einfach froh, dass in dieser veranstaltungsarmen Zeit wieder einmal etwas lief.

Das Tal, das sich von der Eulach weg Richtung Schneit erstreckt, scheint für einen solchen Anlass fast ideal zu sein. Dem Vernehmen nach war weder im nahegelegenen Schneit noch in Elgg viel Lärm zu hören. Die Organisatoren ergriffen auch Massnahmen, um Umweltverschmutzung möglichst zu verhindern. Das Rennen verlief ohne nennenswerten Zwischenfall und darf, auch dank des guten Wetters, als Erfolg bezeichnet werden.

Mit Enzler ist nicht zu spassen

In der stärksten MCW-Klasse, den Lizenzierten und ehemals Lizenzierten, lieferten sich Clubpräsident Dominik Betschart und der mehrfache Supermoto-Schweizermeister Marcel Götz (Guntershausen) einen sehenswerten Kampf, den Götz knapp für sich entschied.

Den zweiten Lauf gewann das Nachwuchstalent Fabio Artho (Wagen) vor Götz. Betschart wurde durch einen platten Reifen gebremst, so dass sich Levi Suter mit zwei 3. Plätzen den 2. Rang im Tagesklassement sicherte. Hinter Betschart folgten Lukas Elmer und Sandra Keller (als einzige Frau in diesem Feld).

Die Ranglistenspitze der Kategorie Hobby Race (schnellere Fahrer ohne Lizenz) ziert ein bekannter Name: Simon Enzler. Es handelt sich dabei allerdings nicht um den bekannten Appenzeller Kabarettisten, sondern um einen Thurgauer gleichen Namens.

Er gewann beide Läufe und das Gesamtklassement. Das Podest komplettierten die punktegleichen Yves Ulmann und Philipp Hitz. Der Kategoriensieg bei den Hobby Fun war eine Familienangelegenheit. Es siegte Nicola Elmer vor Roland Elmer und Lukas Indergand. (Albert Büchi)

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