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Politik

Im Leben von Nina Valotti aus Hombrechtikon dreht sich fast alle um Musik. Foto: Paulo Pereira

Musikerin wünscht sich mehr weibliche Vorbilder

Für die in Hombrechtikon aufgewachsene Nina Valotti war die Musik schon immer ein zentrales Element. Nun arbeitet sie an ihrem ersten Album und träumt von mehr Frauen in der Schweizer Musikszene.

Im Leben von Nina Valotti aus Hombrechtikon dreht sich fast alle um Musik. Foto: Paulo Pereira

Veröffentlicht am: 02.09.2021 – 06.57 Uhr

Züge verkehren in Hombrechtikon schon seit über 70 Jahren keine mehr, doch das alte Bahnhofsgebäude vis-à-vis des Gemeindesaals erinnert immer noch daran, dass hier einst Passagiere in Richtung Uerikon oder Bauma aufbrachen. War der Bahnhof damals noch Dreh- und Angelpunkt für Reisende, wurde er Jahre später zum Treffpunkt für die ansässige Jugend. «Vor der Schule, nach der Schule und am Wochenende: Wir verbrachten hier eine Menge Zeit», sagt die in Hombrechtikon aufgewachsene Musikerin Nina Valotti. Ein für sie derart prägender Ort, dass sie gar einen Song mit dem Titel «Bahnhof» verfasste.

Mittlerweile wohnt Valotti in Zürich, wo sie an ihrer Musikkarriere arbeitet und daneben ihren Master in Philosophie macht. Die 26-Jährige kehrt aber immer wieder gerne in ihre alte Heimat zurück. Und nicht nur des «Bahnhöfli» wegen, das heute als Café geführt wird. «Ich fand das Landleben schon immer sehr schön und tue das immer noch. Jedoch habe ich schon früh gemerkt, dass es mich stadteinwärts zieht», sagt Valotti. Andere Leute, mehr Durchmischung und mehr Möglichkeiten, sich musikalisch zu entfalten: Das ist es, was sie am Stadtleben so schätzt. «Dennoch hat man in Zürich nie die Ruhe und die Natur, wie sie hier in Hombrechtikon herrscht. Ich bin deshalb froh, dass ich von beidem das Beste herausnehmen kann.»

Die Musik war schon von klein auf eine stetige Begleiterin von Valotti. «Ich habe eine musikbegeisterte Familie und kam daher schon früh damit in Kontakt.» Herumstehende Instrumente im Elternhaus und regelmässige Konzertbesuche verstärkten die Begeisterung für die Musik und so war es selbstverständlich, dass sie mit Beginn der Schulzeit auch ihr erstes Instrument lernte. Aber nicht etwa die herkömmliche Flöte, sondern gleich die Gitarre. «Das erste Mal als ich eine Gitarre gesehen habe, war es um mich geschehen. Ab diesem Moment wusste ich, dass das mein Weg sein wird.»

Ihr musikalischer Weg führte sie vom Spielen in der Schule und in einer Cover-Band, über experimentelle Jam-Sessions zu ihrer jetzigen Band, die seit sechs Jahren besteht und mit der sie in diesem Jahr bereits drei Songs veröffentlicht hat. Diese stammen alle aus der Feder von Valotti und wurden anschliessend mit ihren Musikerkollegen neu arrangiert. Ob auch bald ein gemeinsames Album folgen soll, darüber ist man sich in der Band uneinig. Für Valotti ist hingegen klar, dass sie irgendwann eines veröffentlichen will. Denn bei einzelnen Songs müsse man alles in drei Minuten verpacken, wohingegen ein Album ein monumentales Werk ist und viel mehr Möglichkeiten bietet, ein Thema zu behandeln oder ein Gefühl zum Ausdruck zu bringen.

Ein anderes Ziel, auf das Nina Valotti hinarbeitet, ist eine grössere Präsenz von Frauen in der Schweizer Musikszene. «Dass an einem grossen Festival auch einmal ein Frauenname die Headline ziert und nicht immer nur Bands mit Frontmännern oder männliche Einzelkünstler», wünscht sich Valotti. Auch wenn es darum geht, sich in der Mundartmusik an Vorbildern zu orientieren, würden einem fast nur männliche Musiker oder Bands präsentiert. Das will die gebürtige Hombrechtikerin ändern. Und vielleicht nehmen sich junge Musikschaffende schon bald Nina Valotti als Vorbild.


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