×
Vollzugszentrum Bachtel

Erneuter Wechsel in der Leitung

Schon wieder gibt es einen einen Wechsel in der Leitung des Vollzugszentrums Bachtel. Astrid Willimann verlässt das Zentrum nach zwei Jahren per Ende Juli.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 06. Juli 2021, 14:13 Uhr Vollzugszentrum Bachtel
Im April 2021 wurde der Neubau des Vollzugszentrums Bachtel eingeweiht.
Archivfoto: Seraina Boner

Im Vollzugszentrum Bachtel steht eine Veränderung an. Die bisherige Leiterin Astrid Willimann verlässt den Betrieb per Ende Juli. Sie hatte den Posten im Jahr 2019 übernommen. Wie Elena Tankovski, Mediensprecherin der Direktion der Justiz und des Innern auf Anfrage mitteilt, habe sich Willimann «aus persönlichen Gründen für einen Wechsel in ein anderes Berufsfeld entschieden

Der Leiter, den Willimann vor zwei Jahren ersetzte, war wegen ungerechtfertigter Kündigungen in die Schlagzeilen geraten. Er hatte zuvor drei seiner Angestellten gekündigt, was ihm Klagen von den Betroffenen eingebrockt hatte. Zwei der Gekündigten erhielten später vor Gericht recht.

 

Daraufhin übernahm Astrid Willimann, die bereits ein Durchgangszentrum, ein Bundeszentrum und ein Empfangs- und Verfahrenszentrum geleitet hatte, die Leitung des Vollzugszentrums. Nun wird sie ihren Platz nach zwei Jahren per Ende Juli räumen.

Ihr Nachfolger ist der 65-Jährige Martin Vinzens. Er war über 20 Jahre lang Direktor der Justizvollzugsanstalt Saxerriet im Kanton St. Gallen. «Diese ist eine offene Strafanstalt und in vielem vergleichbar mit dem Vollzugszentrum Bachtel», schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Vinzens hätte gemäss Medienberichten diesen Mai pensioniert werden sollen.

Martin Vinzens sei für die Leitungsaufgabe direkt angefragt worden, sagt Tankovski dazu.

«Das Vollzugszentrum Bachtel steht mit der Integration der Abteilung Meilen an den Standort Ringwil im Oktober dieses Jahres vor einer grossen und zeitlich drängenden Herausforderung. Eine ordentliche Stellenausschreibung mit einer Vakanz wäre in dieser Situation sehr ungünstig gewesen.»

Vinzens bringe die Erfahrungen mit, die für den Integrationsprozess erforderlich seien und andererseits stehe er sofort zur Verfügung. «So ist der reibungslose Übergang in der Leitung sichergestellt, was höchste Priorität hat.»

Vinzens dürfte die Anfrage aus Ringwil entgegengekommen sein. Wie der studierte Theologe in einem Interview vergangenes Jahr sagte, freue er sich nicht auf die Pensionierung.  

Erst vor einigen Monaten wurde der 44.5-Millionen-Neubau des Vollzugszentrum in Ringwil von den Zürcher Regierungsräten feierlich eingeweiht. Zuvor gab es jedoch immer wieder weitaus weniger erfreuliche Schlagzeilen. Neben den ungerechtfertigten Kündigungen war auch von Schlägereien innerhalb des Gefängnisses zu lesen. (ahu/gap)

Kommentar schreiben