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Wohnungen statt grüner Oase

FDP will Sophie-Guyer-Wiese überbauen

Nachdem sich die Grünen bereits mit einem Vorschlag für die Nutzung der Sophie-Guyer-Wiese in die Diskussion eingebracht haben, folgt nun einer der Freisinnigen. Neben einem grossflächigen Park sind günstige Wohnungen angedacht.

Philipp
Gämperli
Dienstag, 08. Juni 2021, 12:04 Uhr Wohnungen statt grüner Oase
Wohnungen und ein Park sollen in Zukunft auf der Sophie-Guyer-Wiese gebaut werden.
Archivfoto: Seraina Boner

Im Zuge der Neugestaltung des Pfäffiker Bushofs muss der bestehende Park&Ride-Parkplatz der Überdachung der geplanten Businsel weichen.  Gemäss dem Pfäffiker Gemeinderat sollen diese auf der Sophie-Guyer-Wiese gebaut werden. Mit diesem Vorschlag hat der Gemeinderat die Debatte um die Nutzung der Wiese, die nach wie vor brach liegt, wieder angestossen. Nachdem zu Beginn des Jahres bereits die Grünen ihre Idee präsentierten, folgt nun die der FDP.

Die Grünen hätten für die geplanten Parkplätze auf der Wiese kein Verständnis, hiess es damals in ihrer Mitteilung. Sie forderten, dass die Sophie-Guyer-Wiese als eine der «Perlen» von Pfäffikon zu einem «zukunftsträchtigen, nachhaltigen und dauerhaften Frei- und Begegnungsraum» zu entwickeln sei.

Auch der Präsident der FDP Pfäffikon, Daniel Haldimann, ist nicht einverstanden mit der Idee des Gemeinderates. Parkplätze überirdisch zu bauen, sei nicht mehr zeitgemäss. «Wir sollten dem begrenzten, uns zur Verfügung stehenden Bauland Sorge tragen und dieses nicht auf diese Weise verschwenden.»

Dem Oasen-Ansatz der Grünen, die in ihrem Plan gar keine Parkplätze vorsehen, kann Haldimann wenigstens etwas Gutes abgewinnen. Es müsse eine gewisse Grünfläche geben. Aber die gesamte Fläche der Natur zu überlassen, sei doch etwas zu viel des Guten.

Gemeinnützige Wohnungen mit einem Park

Die Sophie-Guyer-Wiese liegt im Zentrum von Pfäffikon direkt am Bahnhof. «Damit nichts zu machen, wäre eine Verschwendung von Bauland», sagt Haldimann. Zudem gebe es in Pfäffikon in kurzer Distanz diverse Naherholungsgebiete. Da wäre eine so grosse Grünfläche unnötig. Ausserdem bräuchten auch Grünflächen Pflege und verursachten Kosten, da sei ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bauland und Freifläche wichtig.

In einer Medienmitteilung legt die Partei nun ihre Pläne für die Wiese vor. «Die Partei will eine Bebauung des Areals anregen.» Auf zwei Baufeldern sollen gemeinnützige Wohnungen gebaut werden. Primär denke man dabei an eine Nutzung im Baurecht durch eine Wohnbaugenossenschaft. Ein 3-geschossiger Bau würde die Aussicht für die an der Bachtelstrasse wohnenden Pfäffiker nur unwesentlich beeinträchtigen, sagt Haldimann.

Die P+R-Parkplätze müssten gemäss dem Vorschlag der FDP unterirdisch in das Projekt integriert sowie von 34 auf etwa 50 erhöht werden, schreibt die Partei. Die Plätze würden durch den Baurechtnehmer erstellt werden, der aber die Parkgebühren dafür einnehmen würde.

«In Pfäffikon hat es zu wenig gemeinnützige Wohnungen.»

Daniel Haldimann, Präsident FDP Pfäffikon

Zudem soll auf einer Freihaltefläche ein Park erbaut werden, schreibt die Partei. Von insgesamt 16‘800 Quadratmetern würden 8000 alleine als Freihaltefläche geplant. Diese Einteilung in zwei Bau- und eine Freihaltefläche sei jedoch nicht fix und diene als «Denkanstoss».

Mit dem gemeinnützigen Wohnbau  würde die Gemeinde kostengünstigen Wohnraum erstellen, sagt Haldimann. «In Pfäffikon hat es zu wenig gemeinnützige Wohnungen.» Das würde laut Haldimann zudem die Attraktivität des Zentrums steigern.

Mit dem Baurechtzins würde die Gemeinde zudem Einnahmen generieren, die zweckbestimmt an die Stiftung Sophie Guyer und für die Altersarbeit verwendet werden könne, schreibt die FDP. Weiter würde der Park neben dem Alterszentrum als Begegnungszone zwischen Bewohnern und Quartierbevölkerung entstehen.

Gemeindeversammlung hätte das letzte Wort

Aktuell finden die Workshops zu den vier Kernthemen des Raumplanungskonzepts statt, der letzte am 12. Juni zur Freiraumentwicklung. Wie die FDP in ihrer Mitteilung schreibt, werde sie ihre Vorstellungen in die aktuelle Diskussion einbringen und sei entschlossen, «aktiv auf eine Realisierung hinzuarbeiten».

Für die Umsetzung müsste einem Baurechtsvertrag sowie einer Umzonung des Areals durch die Gemeindeversammlung zugestimmt werden. Man werde jedoch erstmal das Feedback der Workshops abwarten, sagt Haldimann. Falls das Anliegen kein Gehör in der Politik finde, wäre auch eine Einzelinitiative denkbar, um das Anliegen auf die politische Agenda zu setzen.

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