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«Wir brauchen keine Sprachpolizei»

Noch nie tobte der Kampf um das richtige Deutsch heftiger. Wer ist schuld? Linguist Thomas Niehr über Gender-Sternchen, Bullenschweine und das friedvoll entschlafene Fräulein.

Redaktion
Züriost
Tabu-Wörter und Geschlechterkonflikt
«Bisher hat es eigentlich immer gut funktioniert, dass eine Sprachgemeinschaft sich am Ende selbst geeinigt hat»
Foto: Boris Müller

Herr Niehr, wem gehört die Sprache?
Thomas Niehr: Die Sprache gehört allen – und gleichzeitig niemandem. Sprache ist kein Ding, kein Objekt, auf das jemand Anspruch erheben kann, so wie auf ein Auto oder einen Hund. Sprache ist etwas, das die Mitglieder einer Sprachgemeinschaft miteinander teilen.