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Unachtsamkeit oder Böswilligkeit?

Flammen zerstören Russiker Waldspielgruppen-Platz

Der Platz der Russiker Waldspielgruppe im Bachtobelwald liegt in Schutt und Asche. Grund ist ein Feuer, das am Freitag wütete. Die Polizei geht von Fahrlässigkeit aus.

Annette
Saloma
Dienstag, 04. Mai 2021, 13:39 Uhr Unachtsamkeit oder Böswilligkeit?

Es ist ein trauriger Anblick, der sich Besuchern momentan auf dem Platz der Russiker Waldspielgruppe im Bachtobelwald bietet. Grosse Teile der mit Ästen gebauten Umzäunung sind niedergebrannt. Unter den verbrannten Ästen liegen Pfannen, eine Blache ist teilweise geschmolzen, ein verkohltes Vogelhäuschen liegt am Boden.

Gebrannt hat es am Freitag gegen 17 Uhr. «Die in liebevoller Handarbeit mit grossem Aufwand erstellten ‹Waldsofas› und die mit einem Sicherheitsabstand zur Feuerstelle errichtete Umzäunung aus geschichteten Ästen, brannten auf einer Seite lichterloh», teilt die Kommunalpolizei Region Pfäffikon mit. 

Schmerzlicher Verlust

Eine Anwohnerin bemerkte den Brand und schlug Alarm. Die Regionale Kommunalpolizei war zusammen mit der Russiker Feuerwehr innert Minuten vor Ort. Gemeinsam konnten sie den Brand in kurzer Zeit löschen.

Die Waldspielgruppenleiterinnen möchten zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung nehmen. Wie eine  der beiden Leiterinnen auf Anfrage jedoch mitteilt, schmerze der Verlust des Waldsofas sehr. Der Ort sei schliesslich ihr Arbeitsplatz. Erst vor kurzem hätten sie in ihrer Freizeit zusammen mit Vätern und Kindern diverse Sachen geflickt.

Bild der Zerstörung nach Brand im Bachtelried. (Video: Annette Saloma)

Die Russiker Waldspielgruppe «Tschiisli» gibt es bereits seit über 20 Jahren. Sie wurde 1999 gegründet. Den Platz, den die Spielgruppe wöchentlich mit einer Gruppe Kindern besucht, hatten die damaligen Waldspielgruppenleiterinnen zusammen mit dem Förster ausgesucht. In stundenlanger Arbeit gestalteten sie den Ort: Mit einem kleinen Hüttchen, Blachen, einem Zaun aus Ästen, einem Waldsofa, Hockern, einer Feuerstelle in der Mitte.

«Nichts weist auf ein Einwirken von Drittpersonen hin

Peter Andenmatten, Kommunalpolizei Region Pfäffikon

Die Waldspielgruppe hatte an diesem Tag den Platz nicht genutzt. Dafür jemand anders. «Die Feuerstelle ist vor dem Band gebraucht worden, dies hat die noch warme Kohle bewiesen», sagt Peter Andenmatten von der Kommunalpolizei Region Pfäffikon.

Nach den Frühlingsferien startet der Betrieb normal. Der Wiederaufbau wird einige Zeit dauern. (Foto: Christian Merz)

Die Polizei geht von Fahrlässigkeit aus. «Wir haben den Brandermittler der Kantonspolizei Zürich kontaktiert», sagt Andenmatten. «Aufgrund der Aussagen der Polizei und Feuerwehr kam er zum Schluss, dass nichts auf ein Einwirken von Drittpersonen hinweist.»

Es habe starker Westwind geherrscht. «Es ist nicht auszuschliessen, dass Glut von der Feuerstelle auf das Konstrukt übergriff.»

Betrieb geht nach Frühlingsferien weiter

Wie die Kommunalpolizei mitteilt, wäre ein Waldbrand aufgrund der Trockenheit möglich gewesen. Hohe Flammen seien im Wald emporgestiegen und drohten auf die umgebenden Bäume überzugreifen.

Wie die angefragte Waldspielgruppenleiterin sagt, geht der Betrieb nach den Frühlingsferien normal weiter. Der Wiederaufbau werde zusammen mit Freunden und Eltern der Waldspielgruppenkindern organisiert.

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