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Eigentümerwechsel in Bauma

Ehemalige Weberei in Juckern ist in neuen Händen

Die Familien Jucker haben die Weberei Grünthal in Juckern-Saland verkauft. Es soll Gewerbe- und Wohnraum entstehen.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 07. April 2021, 10:18 Uhr Eigentümerwechsel in Bauma
Das Industrieensemble in Juckern hat neue Eigentümer.
Foto: Kaspar Thalmann

Die Familien Jucker haben am 23. März 2021 100 Prozent ihrer Aktien an der J. Jucker AG verkauft. Das schreiben sie in einer Medienmitteilung. Der Firma gehört die Weberei Grünthal in Juckern-Saland. Diese zählte einst zu den charakteristischen Betrieben der Zürcher Oberländer Textilbranche.

Doch in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts begann der unaufhaltsame Niedergang der Schweizer Textilindustrie, rundum wurden Webereien und Spinnereien stillgelegt. Auch die Weberei Grünthal konnte sich den veränderten Rahmenbedingungen nicht entziehen und musste vor über 30 Jahren die Produktion einstellen. Seither beschäftigte sich die Firma hauptsächlich mit der Bewirtschaftung der Liegenschaften.

Raum für Wohnen und Gewerbe

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, komme die Gruppe der neuen Besitzer aus der Region und «realisiert seit vielen Jahren interessante und erfolgreiche Immobilienprojekte», wie zum Beispiel das Bleiche-Areal in Wald, das Trümplerareal oder das Areal im Lot in Uster. «Dank ihrer grossen Erfahrung wird sie mit dem Industrieensemble in Juckern sorgfältig und nachhaltig umgehen.» Die Firma J. Jucker AG bleibt auch unter den neuen Eigentümern unter dem bisherigen Namen weiter bestehen.

Laut einem Online-Bericht des «Landbote» ist noch nicht genau klar, wie das Areal umgenutzt wird. «Wir haben wirklich noch keine konkreten Pläne», wird Andreas Honegger zitiert. Er ist einer der Investoren und nun Verwaltungsratsmitglied der neu formierten J. Jucker AG. Sicher werde Raum für Wohnen und Gewerbe geschaffen, aber mehr lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ein Verkaufspreis wird in der Mitteilung nicht genannt.

Sachkundige Fachkräfte

Mit dem Verkauf geht eine 165-jährige Familien-Geschichte zu Ende und die vierte und fünfte Generation Jucker ziehen sich «nicht ohne Wehmut» aus dem Geschäft zurück, heisst es in der Mitteilung weiter. Um den weiteren Erhalt der historischen und zeitgeschichtlich bedeutenden Bauten zu sichern, brauche es nun sachkundige Fachkräfte mit neuen Ideen für deren Umsetzung. «Die Familie Jucker ist überzeugt, dass sie die Geschicke der Firma in sehr gute Hände legt.»

Nationale Berühmtheit erlangte das Industrieensemble in der vom Schweizer Fernsehen 2014 ausgestrahlten Sommerserie «Anno 1914: Leben wir vor hundert Jahren», die dort gedreht wurde. Im Fokus standen die Welt einer Fabrikantenfamilie und der Alltag einer Arbeiterfamilie im Zürcher Oberland. (hug) 

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