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Kommunale Energieplanung

Illnau-Effretikon will bis 2050 emissionsfrei sein

Inskünftig will die Stadt Illnau-Effretikon vor allem mit Erdwärme und Holz heizen.

Redaktion
Züriost
Montag, 05. April 2021, 15:30 Uhr Kommunale Energieplanung
Wie soll die Energieversorgung in Illnau-Effretikon inskünftig aussehen? Die Stadt ist über die Bücher.
Symbolfoto: Archiv

Der Stadtrat hat die kommunale Energieplanung überarbeitet. Bei der räumlichen Koordination der Wärmeversorgung wurden die Gebiete hinsichtlich ihrem heutigen und zukünftigen Energiebedarf analysiert und die lokalen Energiepotenziale ermittelt.

Der Hauptfokus liege auf der Transformation weg von fossil (Erdöl und Erdgas) hin zu erneuerbaren Energieträgern, wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt. Es habe sich gezeigt, dass die grossen erneuerbaren Energiepotenziale für die Wärmeversorgung der städtischen Siedlungsgebiete bei Erdwärme und Holz liegen, punktuell auch bei Grundwasser.

Stadt will weg vom Gas

In der Energieplankarte sind 16 Verbundgebiete und zwei Erweiterungsgebiete festgelegt, in welchen folgende Energieträger eingesetzt werden sollen:

  • Verbund-/Erweiterungsgebiet mit «Holz»: Vorrangig mit dem Energieträger Holz sollen vier bestehende Wärmeverbunde (Langhag, Station Illnau, Schulhaus Hagen, Hagen-Süd) weiter betrieben sowie drei geplante Verbundgebiete (Vogelbuck, Watt, Am Dorfbach) versorgt werden. Zudem sollen in zwei Gebieten (Am Dorfbach, Hagen-Süd) Erweiterungen geprüft werden.
  • Verbundgebiete mit «Grundwasser»: Potenzial für eine Wärmeversorgung aus dem Grundwasser besteht im bisherigen Holz-Wärmeverbund Mülau sowie in den drei geplanten Verbundgebieten Riet, Müsli und Geen.
  • Verbundgebiete mit «Erdwärme»: Vorrangig mit Erdwärme sollen über einen Wärme- und Kälteverbund vier geplante Gebiete (Bahnhof West, Bahnhof Ost, Vogelsang, Hagenbüel) versorgt werden.
  • Verbundgebiet mit «Abwärme»: Vorrangig mit Abwärme aus der Eiserzeugung der Eisbahn soll der bestehende Wärmeverbund Eselriet (heute Heizöl und Abwärme) weiter betrieben werden. Als Ersatz der Ölheizung soll eine Holzheizung die Abwärme ergänzen.

Ausserhalb der Verbundgebiete umfasst die Energieplankarte im Sinne einer Empfehlung noch Eignungsgebiete für dezentrale Heizsysteme, die keine wesentliche Koordination benötigen (vorwiegend Erdwärme).

Zudem soll durch den Gasversorger zusammen mit dem Stadtrat kurz- bis mittelfristig eine Transformationsstrategie zur Ablösung der Gasversorgung erarbeitet werden, welche die übergeordneten Ziele von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2050 berücksichtigt.

Energieplanung ist behördenverbindlich

Die nun festgesetzte Planung ersetzt die bestehende aus dem Jahr 1998, wie der Stadtrat weiter schreibt. Mittlerweile habe auch die kantonale Baudirektion die Revision genehmigt. Die kommunale Energieplanung stützt sich auf § 7 des kantonalen Energiegesetzes und ist behördenverbindlich.

Das bedeutet, dass die vorgesehenen Massnahmen in der Behördentätigkeit zu berücksichtigen und entsprechend umzusetzen sind.

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