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Friedheim-Schüler verteilen Hoffnungskerzen

Um den Leuten Hoffnung und Licht zu schenken, haben Schülerinnen und Schüler aus dem Friedheim in Bubikon Kerzen an Firmen und Passanten verteilt. Die Aktion dauerte drei Tage.

Annette
Saloma
Donnerstag, 18. März 2021, 11:21 Uhr

Etwas scheu und unschlüssig stehen Arzu, Fatima und Noel am Gartenzaun der Kinderkrippe «Storchennest» gleich beim Bahnhof Bubikon. Die drei Teenager der Schule Friedheim (siehe Box) warten darauf, dass eine der zwei Frauen, die im Garten mit den Kindern spielen, auf sie aufmerksam wird.

Die drei Teenager sind an diesem Donnerstagvormittag unterwegs, um Kerzen an verschiedene Firmen und Institutionen in Bubikon, Wolfhausen und Dürnten zu verteilen.

Licht in einer dunklen Zeit

Initiiert hat die Aktion Oberstufenlehrer Kurt Mühlematter. «Die Idee ist aus der Situation entstanden», erzählt er. «Wir haben uns überlegt, wie wir den Leuten in dieser schwierigen Zeit eine Freude machen können.» Kerzen stünden für Hoffnung und Licht. «Etwas, was man momentan gut brauchen kann.»

In der Weihnachtszeit stellte das Friedheim bei verschiedenen Grossverteilern Behälter auf, um Kerzenwachs zu sammeln. «Es kamen über 100 Kilogramm zusammen.»

Während zwei Monaten zogen und gossen 24 Schülerinnen und Schüler rund 150 Kerzen in bunten Farben. «Das hat Spass gemacht», sagt die 14-jährige Fatima.

Dreitägige Aktion

Endlich kommt eine blonde Frau ans Gartentor der Kinderkrippe, um die Kerze und den dazugehörigen Brief entgegenzunehmen. «Wir wollen ihnen das schenken und Danke sagen, für alles, was Sie momentan leisten», sagt Arzu. «Das isch dänn lieb», findet die Kita-Mitarbeiterin. «Eine Kerze kann man in dieser dunklen Zeit immer brauchen.»

Die Aktion ist in drei Tage aufgeteilt. Am ersten Tag wurde beim Volg, beim Bahnhof und bei der Landi mit Plakaten auf die Hoffnungs-Kerzen aufmerksam gemacht. Auf den Plakaten konnte die Bevölkerung ihre Gedanken zu Corona festhalten.

«Jemand hat Bundesrat eliminieren geschrieben», erzählt Arzu. Sie ist mit 15 Jahren die Älteste des Trios. «Habt ihr das gesehen?» «Ja», antwortet Fatima. «Das ist wohl jemand, der gegen Corona ist.»

Initiiert hat die Aktion Oberstufenlehrer Kurt Mühlematter. (Foto: Annette Saloma)

Am zweiten Tag wurden Firmen und Institutionen beschenkt, am dritten Tag Passanten. «Ich finde das einfach super», sagt Anna-Bettina Mock aus Bubikon, die gerade mit ihrem Airedale-Terrier unterweg ist. «Etwas verschenken, ohne dafür etwas zu wollen, ist in der heutigen Zeit so besonders. Eine sehr schöne Erfahrung.»

13 Stationen arbeiten Fatima, Arzu und Noel an diesem Vormittag ab, beschenken unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kiosk, Coiffeur, dem Volg und der Bank Avera.

Rund 50 Firmen beschenkt

Die Leute reagieren meist sehr überrascht, aber sind erfreut. «Ich finde es sehr nett, dass sie sich die Zeit nehmen, um hier persönlich vorbeizukommen», sagt Patrick Fischlin, Geschäftsführer des Bistros Stellwerk. «Das schätze ich wirklich sehr.»

Insgesamt sind es 50 Unternehmen, die von den Schülern beschenkt werden. Die Oberstufenklasse hat selbst überlegt, welche Geschäfte sie aufsuchen wollen.

Um die Mittagszeit sind die drei Teenager fertig mit ihrer Runde. «Es war relativ cool», ist das Fazit von Arzu. «Die Leute hatten Freude, wir konnten sie zum Lächeln bringen.»

Die Schule Friedheim ist ein Schulheim in der Gemeinde Bubikon im Zürcher Oberland. Normal begabte Kinder und Jugendliche der Mittel- und Oberstufe mit Verhaltens- und Lernschwierigkeiten erhalten im Friedheim individuelle Betreuung und Förderung in einer der drei Schulklassen und Wohngruppen.

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