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Greifensee-Stiftung zieht sich zurück

Ein eigenes Ranger-Team für den Pfäffikersee

Nur noch bis Ende Jahr werden die Ranger der Greifensee-Stiftung am Pfäffikersee patrouillieren. Dann wird ein eigenständiges Team übernehmen, das explizit nur am Pfäffikersee zum Einsatz kommt. Für die Beteiligten ist dies Chance und etwas Herzschmerz gleichzeitig.

Lea
Chiapolini
Dienstag, 16. März 2021, 17:12 Uhr Greifensee-Stiftung zieht sich zurück

Nah zusammen und doch sehr unterschiedlich: Die Erholungsgebiete am Pfäffikersee und am Greifensee halten verschiedene Herausforderungen für das Rangerteam der Greifensee-Stiftung bereit. «Während es entlang des Greifensees immer wieder Abschnitte gibt, in denen etwa Hunde frei laufen dürfen, verläuft der ganze Weg um den Pfäffikersee in der Schutzzone», sagt Antonia Zurbuchen, Leiterin des Naturzentrums Pfäffikersee. Auf einem Rundgang um den Pfäffikersee gebe es für die Ranger daher kaum eine Verschnaufpause.

Dass die Ranger dort auf kleinem Raum mehr Konflikte erleben und stärker für die Akzeptanz des Naturschutzes kämpfen müssen, bestätigt auch Ute Schnabel-Jung, Geschäftsführerin der Greifensee-Stiftung. «Genau diese Vielfältigkeit ist es, die den Ranger-Beruf so spannend macht und für die nötige Abwechslung sorgt, damit sich kein Alltagstrott einschleicht.»

Streben eine weitere Zusammenarbeit an: Antonia Zurbuchen... Streben eine weitere Zusammenarbeit an: Antonia Zurbuchen... ... und Ute Schnabel-Jung. (Bilder: Christian Lüscher/Eduard Gautschi) ... und Ute Schnabel-Jung. (Bilder: Christian Lüscher/Eduard Gautschi)

Doch ab dem Jahr 2022 fällt ein grosser Teil dieser Abwechslung weg. Ab dann soll es am Pfäffikersee ein eigenes Rangerteam geben, für dessen Aufbau momentan eine Person gesucht wird. Die Bildung eines neuen Rangerteams ist bereits in der der Leistungsvereinbarung, die das Naturzentrum Pfäffikersee mit dem Kanton hat, vorgesehen. «Dies ist kein neuer Entscheid, sondern war bereits beim Aufbau des Naturzentrums klar», sagt Zurbuchen. Von diesem Team erhoffe sich der Kanton eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Naturzentrum.

«Der Übergang zum neuen Team wird in enger Zusammenarbeit mit den Greifensee-Rangern erfolgen.»

Antonia Zurbuchen, Leiterin Naturzentrum Pfäffikersee

Dieses feierte im Frühling 2019 Eröffnung – doch parallel zum Zentrum auch noch einen Rangerdienst aufzubauen, sei vom Aufwand her nicht zu bewältigen gewesen, sagt sie weiter. Darum habe man sich mit dem Kanton darauf geeinigt, die Zusammenarbeit mit den Rangern der Greifensee-Stifung, die seit 2014 am Pfäffikersee patrouillieren, noch bis Ende 2021 zu verlängern.

«Der Übergang zum neuen Team wird in enger Zusammenarbeit mit den Rangern der Greifensee-Stiftung erfolgen», sagt Zurbuchen. Das Wissen und die Erfahrung, welche diese sich in den letzten Jahren angeeignet haben, soll auf keinen Fall verloren gehen.

Synergien weiter nutzen

Dass die Zusammenarbeit von Greifensee-Stiftung und Naturzentrum auch nach der Stabsübergabe weitergehen soll, betonen sowohl Antonia Zurbuchen als auch Ute Schnabel-Jung. «Es wird nach wie vor Synergien geben, die es zu nutzen gilt – etwa bei Weiterbildungen», sagt Zurbuchen. Und Schnabel-Jung ergänzt: «Die Ranger bedauern natürlich, dass sie in absehbarer Zeit nicht mehr am Pfäffikersee im Einsatz sind.»

Es sei denn auch allen vom Team frei gestellt, sich für die ausgeschriebene Stelle und das neue Team zu melden. Ob entsprechende Bewerbungen vorliegen, wollen beide nicht kommentieren. «Aber wir profitieren alle davon, wenn es an beiden Seen ein kompetentes Rangerteam gibt», so Schnabel-Jung.

 

Die Geschäftsführerin der Greifensee-Stiftung ist überzeugt, dass das Konzept des Rangerdienstes Zukunft hat. «Die Schutzgebiete werden immer stärker frequentiert – mit der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend noch weiter verstärkt.» Der Kanton als Auftraggeber, der die Ranger finanziert, zeige hier grosse Bereitschaft, das Angebot auszubauen. «Gerade im letzten Sommer erhielten wir den Auftrag, zusätzliche Einsätze zu machen, nicht nur in den gewohnten Schutzgebieten sondern auch in der Drumlinlandschaft bei Wetzikon, am Lützelsee oder an den Glatt-Altläufen beim Flughafen.»

«Im besten Fall merkt man dann von aussen gar nicht, das ein neues Team im Einsatz ist.»

Ute Schnabel-Jung, Geschäftsführerin Greifensee-Stiftung

Für den neuen Rangerdienst am Pfäffikersee werde daher auch am bewährten Konzept festgehalten. «Inklusive Junior-Ranger-Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche», sagt Antonia Zurbuchen. Spezielle Zusatzaspekte, wie sie die Greifensee-Stiftung mit der Biber-Fachstelle betreibt, seien am Pfäffikersee aber nicht vorgesehen. «Das Naturzentrum soll dafür mehr im Fokus stehen – und für viele Zusatzangebote haben wir hier den Platz nicht.»

Zukunft noch nicht abschätzbar

Mit dem Wegfall der Einsätze am Pfäffikersee fehlt den Rangern der Greifensee-Stiftung, die neben dem Greifen- und Pfäffikersee auch regelmässig im Neeracher Ried unterwegs sind, der zweitgrösste Auftrag. Wie und wo diese Ressourcen ab 2022 eingesetzt werden, sei noch offen, sagt Ute Schnabel-Jung. «Wir befinden uns in einer derart unsicheren Zeit, dass wir dazu noch keine Angaben machen können.»

Zuerst gelte es, den Übergang so gut wie möglich zu planen und auszuführen. «Darum stehen wir momentan noch stärker in Kontakt mit der Greifensee-Stiftung als bisher», sagt Zurbuchen. Und Schnabel-Jung ergänzt: «Im besten Fall merkt man dann von aussen gar nicht, das ein neues Team im Einsatz ist.»

Das Rangerteam der Greifensee-Stiftung ist fast täglich in den Naturschutzgebieten am Greifensee, Pfäffikersee und Neeracherried anzutreffen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, Erholungssuchende über die Regeln im Schutzgebiet zu informieren und die Natur vor Störungen zu schützen. Neben den Rundgängen an den Seen leiten die Ranger Exkursionen, führen Infoaktionen durch und betreuen das Junior-Ranger-Programm mit rund 70 Kindern und Jugendlichen.

Weitere Informationen zur Greifensee-Stiftung unter www.greifensee-stiftung.ch und zum Naturzentrum Pfäffikersee unter www.naturzentrum-pfaeffikersee.ch.

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