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Parkplatz-Fitnesscenter in Rüti

Nur zwei Wände oder kein Dach – aber was heisst das genau?

Erfüllt die Aussenanlage des Fitnesscenter Royal jetzt eigentlich die Auflagen des BAG? Ein Rütner im Regel-Dschungel.

Xenia
Klaus
Donnerstag, 04. März 2021, 07:19 Uhr Parkplatz-Fitnesscenter in Rüti

Fitnesscenter müssen geschlossen sein. Aussenanlagen von Freizeitbetrieben dürfen öffnen. So die Regeln des BAG, die seit Montag in Kraft sind. In Rüti gibt es jetzt aber einen Sonderfall: Eine Aussenanlage eines Fitnesscenters, eingerichtet auf einem Parkplatz. Am Eröffnungstag Montag hatte sich der Geschäftsführer des Royal Fitness, Fritz Masshard, überzeugt gezeigt, dass er das darf. Jetzt sagt auch das BAG: Aussenanlagen von Fitnesscentern gehen in Ordnung.

Es gibt allerdings ein aber. Dass Aussentemperatur herrscht und/oder die Abgaswerte der Umwelt entsprechen, reicht nicht unbedingt.  Für «Aussenanlage» gibt es eine Definition, beziehungsweise Bedingungen. Als Aussenbereich gelten denn, so schreibt die Medienstelle des BAG: «Terrassen und andere Bereiche ausserhalb eines Gebäudes, die zur Gewährleistung einer freien Zirkulation der Luft:

  • überdacht und mindestens zur Hälfte ihrer Seiten offen sind, oder
  • nicht überdacht sind.

Weiter schreibt das BAG: Offen heisst, dass keine Wände (Mauerwerk, Holz oder Glas) oder wandähnliche Abtrennungen (Plastikfolien, Blachen, dichter Pflanzenbewuchs o. ä.) vorhanden sind. Geöffnete Türen oder Zwischenräume reichen nicht. Zudem gelten einzelne Sonnenschirme nicht als Dach, eine «umfassende Abdeckung durch Sonnenschutz» aber schon.

Auflagen erfüllt sagt die Polizei

Und was heisst das jetzt für das Parkplatz-Fitnesscenter in Rüti? Es hat ein Dach bestehend aus einem grossen Festzelt und auf drei Seiten Mauerwerk, die laut BAG als Wände zu definieren sind. Damit wären die Auflagen nicht erfüllt. Aber: Die Mauerwerke sind nur etwas mehr als hüfthoch. Also ist mehr als die Hälfte der Seiten offen. Vielleicht also doch erfüllt.

«Im schlimmsten Fall hätte ich einfach das Zelt verschoben. Das wäre einfacher gewesen, als die Geräte wieder reinzutragen»

Fritz Masshard, Geschäftsführer des Royal Fitness in Rüti

Mit der Frage, ob denn diese Konstruktion jetzt zulässig ist oder nicht, hat sich auch die Kommunalpolizei Rüti beschäftig. Sie bestätigt, dass sie Masshard einen Besuch abgestattet hat. Danach habe man bei den zuständigen Behörden abgeklärt, was gilt. Und sei zum Schluss gekommen: Masshards Anlage ist zulässig.

Auch Garderoben dürfen öffnen

«Ich war mir eigentlich schon sicher, dass meine Anlage so passt», sagt Masshard. «Trotzdem ist es natürlich schön, dass sie jetzt auch offiziell abgesegnet ist.» Wäre das Gegenteil eingetreten, hätte er schon eine Lösung bereit gehabt: «Im schlimmsten Fall hätte ich einfach das Zelt verschoben. Das wäre einfacher gewesen, als die Geräte wieder reinzutragen»

In seiner Stellungnahme zu Fitnesscenter-Aussenanalgen schreibt das BAG übrigens noch, dass auch Garderoben geöffnet werden dürfen, sofern Schutzkonzept und Maskenpflicht umgesetzt werden. «Wenn das so ist, dann öffne ich sie natürlich», sagt Masshard, bisher hatte er sie geschlossen gehabt. «Was ich öffnen darf, öffne ich.»

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