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«Mir Oberländer» zur Fasnacht Robenhausen

«Es ist ein komisches Gefühl, vor der leeren Turnhalle zu stehen»

Nach dem die Fasnacht Robenhausen bereits letztes Jahr nur eingeschränkt stattfinden konnte, ist sie heuer ganz abgesagt. In die Enttäuschung mischt sich beim OK aber auch Vorfreude auf die Fasnacht 2022.

Sebastian
Schuler
Freitag, 19. Februar 2021, 14:55 Uhr «Mir Oberländer» zur Fasnacht Robenhausen
Video: Paulo Pereira

Autos statt Fasnachtswagen auf den Strassen und Schneereste statt Konfetti im Rinnstein: Wenn man dieses Wochenende auf der Wetziker Motorenstrasse unterwegs ist, werden nicht nur Fasnächtler wehmütig. Denn heute hätte mit der Beizenfasnacht die diesjährige Robenhauser Fasnacht begonnen und wäre mit Umzügen und Maskenbällen noch bis am Sonntagabend weitergegangen. Doch war der Fasnachtsgesellschaft bereits früh klar, dass der Anlass höchstwahrscheinlich nicht durchgeführt werden kann. «Es bestand zwar stets die Hoffnung, dass man trotzdem noch etwas in einem kleinen Rahmen durchführen könne. Aber am Anfang des Jahres merkten wir schnell, dass auch das nicht möglich sein wird», sagt Marina Greutert. Sie trat 2011 dem OK bei und ist seit drei Jahren Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Robenhausen.

Kurz vor dem Start ausgebremst

Bei der Organisation des Anlasses werden sie jeweils auch von der Guggemusig Robehuuse unterstützt, die hier ihr Heimspiel hat. «Unsere Vereine gehören zwar nicht zusammen, haben aber ein enges Verhältnis und wir freuen uns jedes Jahr auf die gemeinsame Zusammenarbeit», sagt Jenny Schmuki, Präsidentin der Guggemusig Robehuuse. Nun sei es ein komisches Gefühl, vor der leeren Turnhalle zu stehen, die eigentlich für den Maskenball eingerichtet und dekoriert sein müsste. «Es macht mich schon ein wenig traurig», stimmt Greutert ihr zu.

Die Guggemusig Robehuuse bei einem Auftritt 2019. (Foto: PD)

Doch noch grösser war die Enttäuschung bei den beiden vor einem Jahr, als die Fasnacht zum 50-jährigen Jubiläum der Fasnachtsgesellschaft Robenhausen jäh gebremst wurde. Damals kam der Stopp unmittelbar vor dem Startschuss. «Es war Freitagmorgen kurz vor 10 Uhr und wir warteten eigentlich nur noch auf feuerpolizeiliche Abnahme», erinnert sich Greutert. «Dann kam vom BAG die Meldung, dass Anlässe mit über 1000 Personen verboten werden.» Der Freitag und Samstag konnte zwar noch wie geplant durchgeführt werden, der Umzug fiel aber wie viele für das Jubiläum extra geplante Sachen ins Wasser. Das sei ein herber Schlag gewesen.

Tradition aufrechterhalten

Die Pandemie sorgt aber nicht nur für den Ausfall der Fasnacht, sie wirkt sich auch in anderen Bereichen auf das Vereinsleben der Fasnächtler aus. «Wir können nicht mehr miteinander agieren, sehen uns nur noch selten und dann in kleinen Gruppen. Aber die Gugge lebt genau davon, dass sich alle 30 Mitglieder treffen und zusammen spielen», sagt Schmuki. Auch Greutert fehlt der enge Austausch mit ihrem Team. Denn gerade bei der Organisation und Durchführung eines solchen Events, wenn man drei Tage lang gemeinsam arbeiten müsse, spüre man den Zusammenhalt besonders. Dieser Zusammenhalt sei es auch, der für sie die Faszination der Fasnacht ausmache. «Wenn man am Freitagabend an der Beizenfasnacht unterwegs ist, ist es wahnsinnig schön zu sehen, wie viele Robenhauser mitmachen und die Fasnacht leben», sagt Greutert. Mit ihrem Engagement bei der Fasnachtsgesellschaft wolle sie dazu beitragen, dass die Tradition und Faszination der Fasnacht aufrechterhalten wird.

Damit das auch in Zukunft gelingt, brauche es unbedingt wieder normal durchgeführte Fasnachtswochenenden. Ein solches soll dann nächstes Jahr wieder stattfinden können. Mit der konkreten Planung beginne man zwar erst vor den Sommerferien, aber es seien schon eine Menge Ideen vorhanden und auch das Konzept soll ein wenig überarbeitet werden, verrät Greutert. Neu sind auch die Gwändli der Gugge Robehuuse. Eigentlich hätten sie schon an dieser Fasnacht präsentiert werden sollen, müssen nun aber noch ein zusätzliches Jahr im Kleiderschrank hängen bleiben. Auch deshalb hofft Schmuki, dass es nächstes Jahr eine richtig grandiose Fasnacht gibt. «Dann starten wir richtig durch und holen alles nach, was man nachholen kann.»

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