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Skilager-Feeling für daheim

Massenschlag im Elternschlafzimmer

Statt in den Bündner Bergen verbringen die meisten Oberländer Schülerinnen und Schüler ihre Sportferien in diesem Jahr zu Hause. Mit ein wenig Kreativität müssen sie aber zumindest auf das Skilager-Feeling nicht verzichten.

Sebastian
Schuler
Montag, 15. Februar 2021, 10:30 Uhr Skilager-Feeling für daheim
Ein gemeinsamer Tag auf der Piste ist schwer zu ersetzen, doch kann es mit ein wenig Ideenreichtum trotzdem gelingen.
Archivfoto: PD

Eine Woche lang die Skipisten hinuntersausen, im Lagerhaus trotz Nachtruhe bis spät in die Nacht weiterplaudern oder bei der Abschlussdisko zum ersten Mal mit einem Mädchen oder Jungen tanzen: Die Hoffnung der Oberländer Schulkinder auf ein normales Skilager kam in diesem Winter gar nie richtig auf. Denn wie viele Veranstaltungen fielen auch sämtliche Lager dem Coronavirus zum Opfer. Damit die Schülerinnen und Schüler während den Sportferien aber nicht ganz auf das Skilager-Feeling verzichten müssen, können diese Elemente aus dem Lageralltag helfen.

Einkäufe schleppen


Der viel zu schwere Rucksack auf dem Rücken, die Ski und Stöcke in den Händen, und dann sollten auch noch Skischuhe, Rückenpanzer und Schlafsack irgendwie unter die Arme geklemmt werden. Spätestens mit der Schlepperei des Gepäcks ist man im Lagermodus angekommen. Damit die Kinder auch zu Hause ähnlich in die Sportferien starten können, sollte zu Beginn gleich mal gemeinsam der Grosseinkauf erledigt werden. Wenn möglich zu Fuss, ansonsten reicht auch die Strecke von der Kasse bis zum Auto. Ebenfalls ist auf eine dem Alter angepasste Gewichtszuteilung zu achten und Produkte in verschiedenen Verpackungsformen machen es für die Tragenden besonders spannend.

Zimmer(ein)teilung


Ob mit den besten Freundinnen oder der verfeindeten Pferde-Clique: Die Zimmergspänli kann man sich im Skilager nicht immer aussuchen. Aber so lernt man schon früh, mit ungewohnten Situationen umzugehen und vielleicht verwandelt sich das feindselige Verhältnis während der Woche sogar in ein freundschaftliches. Die Möglichkeiten der Zimmereinteilung zu Hause gestalten sich etwas weniger spektakulär, können aber nichtsdestotrotz zu spannenden Momenten führen. Für ein angenehmeres Skilager-Feeling empfiehlt es sich, nur die Kinder in einem gemeinsamen Zimmer unterzubringen. Für ein unverfälschtes Erlebnis quartiert man die Kinder gleich bei sich im Elternschlafzimmer ein. Ob nach dieser Woche im gemeinsamen Schlafsaal ein besseres Familienverhältnis herrscht, ist ungewiss. Beim Streiche spielen ist man als Erwachsener mit Skilager-Erfahrung aber auf jeden Fall im Vorteil.

Lagerkost


Lageressen ist kein Lageressen, wenn die Spannweite der Reaktionen nicht von «Das iss ich sicher nöd!» bis «Wie viel mal dörfmer nahschöpfe?» reicht. Als altbewährte Klassiker der Lagerkost gelten Ghackets mit Hörnli, Broccoli-Lauch-Suppe, Fotzelschnitten oder Riz Casimir. Damit man in der Küche auch richtig ins Schwitzen kommt und es mit zehn Kilogramm Stocki aufnehmen kann, bietet es sich an, gleich für alle Familien im Quartier zu kochen. Beim Rüsten und Abwasch sind natürlich auch die Kinder gefragt. Denn was wäre ein Skilager ohne zwischen den Zähnen knirschenden Nüsslisalat und Teller, die noch Essensspuren von der letzten Mahlzeit aufweisen?

Alternativprogramm


Jeden morgen früh raus und nach einem Tag im Schnee sich am Abend erschöpft ins Bett fallen lassen. Da die Skilifte in der Region auf erneuten Schneefall angewiesen sind und Besuche der grossen Skigebiete nicht ganz unumstritten sind, bleibt die Skiausrüstung dieses Jahr nicht selten im Keller. Zugegeben, ganz zu ersetzen ist ein Tag auf der Skipiste nicht. Aber mit einem Nachmittag im Wald, einem Spaziergang um den See und einer Thermoskanne voll heissem Orangenpunsch können die Ferientage auch ohne Ski an den Füssen genossen werden. Und falls plötzlich die ganze Familie in Quarantäne beordert wird, gibt es auch dafür eine Lösung. Da in diesen Tagen die Alpine Ski-WM stattfindet, steht einer virtuellen Abfahrt nichts im Weg. Und wenn man mit allen Fahrerinnen und Fahrern in die Abfahrtshocke geht, ist man nach einem Rennen bestimmt so müde, wie nach einem Tag auf der Piste.

Wohnzimmerdisko


Zum Abschluss jedes Skilagers gehört ein ordentlicher Diskoabend mit Gelfrisuren, einem Gemisch aus billigem Parfum und einer meist leeren Tanzfläche. Durch Abdunkeln des Wohnzimmers, dem Einschalten der noch nicht weggeräumten Weihnachtsbeleuchtung und einer gemeinsam mit den Kindern erstellten Playlist kommt auch zu Hause Diskostimmung auf. Die Eltern besitzen auch genügend Pflegeprodukte, um sich hübsch zu machen und wenn das langsame Lieblingslied ertönt, tanzt es sich auch mit Mama oder Papa wunderbar. Der Tanz mit dem Schwarm klappt dann bestimmt im nächsten Skilager.

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