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«Züriost-Soundcheck» mit Sanic Production

Vielseitiger Rap mit Tiefgang

Das nächste Ziel? Die grossen Bühnen. Das Fehraltorfer Rap-Duo Sanic Production bringt in diesem Jahr sein zweites Album heraus – und will mit seinen ausdruckstarken bis humorvoll-ironischen Tracks nun richtig durchstarten.

Lennart
Langer
Donnerstag, 04. Februar 2021, 14:00 Uhr «Züriost-Soundcheck» mit Sanic Production
Sandro Badstuber und Nico Pedrett bringen als Sanic Production ihr zweites Album heraus. (Video: Paulo Pereira)
Hall of Fame präsentiert den «Züriost-Soundcheck»

Get rocked - Die Hall of Fame in Wetzikon hat sich in den letzten Jahren zu einer der angesagtesten Konzert-Locations im Zürcher Oberland entwickelt. Nationale und internationale Bands lassen die Music-Bar in Wetzikon regelmässig erbeben.

Hall of Fame

Auf der Bühne sind sie unzertrennlich und auch privat sind sie ein eingeschworenes Duo. Sandro «Badi» Badstuber und Nico «Pedi Fritz» Pedrett kennen sich schon seit der Kindheit. Sie sind beste Freunde, gingen zusammen in die Schule und bereisten die Welt. Vor allem aber machen sie gemeinsam Musik. Erst spielten sie in Schülerbands Rock und Punk, später fanden sie mit Rap ihre musikalische Leidenschaft. 

Als «Sanic» stehen die Fehraltorfer nun schon seit Jahren auf der Bühne. Aktuell sitzen sie allerdings vor allem im Studio. Keine Bühne, keine Fans, keine ausgelassenen Konzertabende. Die Entscheidung, alle Auftritte im letzten Jahr abzusagen, sei hart gewesen, sagt Badstuber. Doch die beiden Freunde sahen auch eine Chance in der Zwangspause und wollten die Zeit nutzen. Ihr Glück: das eigene Studio. 

«Wir finden eigentlich immer einen gemeinsamen Nenner»
Nico Pedrett alias Pedi Fritz, Sanic Production

Dorthin zogen sich Badstuber und Pedrett zurück und feilten an neuen Tracks. «Wir waren praktisch abgeschottet», erzählt Nico Pedrett, «und machten einfach Musik, Musik, Musik.» Viel mehr hätten sie auch gar nicht machen können, ergänzt Badstuber und lacht. Also jammten sie gemeinsam, tauschten Ideen aus, produzierten neue Beats und spielten mit ihren Instrumenten akustische Elemente ein. 

Vor allem aber schrieben sie an neuen Lyrics. Darin verarbeiten «Sanic» Themen, die sie gerade beschäftigen und denen sie im Alltag begegnen. «Wenn uns etwas nervt, uns etwas in der Gesellschaft stört oder uns etwas freut, versuchen wir uns darüber auszutauschen», erklärt Sandro Badstuber. «Am Schluss finden wir eigentlich immer einen gemeinsamen Nenner», meint Pedrett und erklärt, was ihn an Rap besonders fasziniert: «Wir können ganz viel erzählen. Das macht am meisten Spass.»

Viel zu erzählen hatten «Sanic» schon auf ihrem ersten Album «Was luegsch», das 2018 erschienen ist. Ihr Stil ist dabei äusserst vielseitig. Manchmal fast melancholisch, dann wieder angriffig und frech. Häufig mit einer Prise Humor und Ironie. Das zweite Album soll nun im Spätfrühling folgen und verspricht ähnlich variantenreiche Tracks mit Tiefgang. 

Vom feuchtfröhlichen Abend zum neuen Track

Einen Vorgeschmack darauf gibt es bereits. Anfang Januar erschien mit «Jäcki im Tee» die erste Singleauskopplung. Die Geschichte hinter dem Song führt in die Stadt Kaikoura in Neuseeland, wohin die beiden Freunde im vorletzten Jahr eine Reise unternahmen. «Das war eine lustige Story», meint Pedrett. Als Badstuber etwas kränkelte, empfahl ihm Pedrett sein Geheimrezept: Jacky mit Tee. «Dann ging halt gleich die ganze Flasche weg», erzählt er lachend. «Wir hatten einen super Abend und konnten wieder einmal über alles reden.» 

«Jäcki im Tee» von Sanic Production. (Video: YouTube)

Daraus entstand knapp zwei Jahre später also die erste Single des neuen Albums. Mit Corona habe der Song eigentlich nicht viel zu tun, meint Badstuber. Obwohl man dies beim ersten Hinhören vielleicht vermuten könnte. «Er passt aber jetzt umso mehr.» Bis zur Albumveröffentlichung folgt jeden Monat ein weiterer Song. Der Nächste morgen Freitag. Allzu viel verraten wollen die beiden dazu noch nicht. «Es ist ein lustiger, ein bisschen ironischer, aber doch ernster Track», meint Pedrett. So viel muss vorerst reichen. 

Etwas deutlicher wird Pedrett, wenn es um die längerfristigen Zukunftspläne von Sanic Production geht: «Wir möchten künftig auch mit anderen Musikern zusammenarbeiten, etwa Rap mit Rock verbinden.» Daneben sieht sein Rap-Partner Sandro Badstuber ein weiteres Ziel: viel mehr Publikum und grössere Bühnen. Denn die Schweiz sei zwar klein und habe ihre Grenzen, «aber wir wollen uns dennoch an Grosses heranwagen», sagt er selbstbewusst. «Jetzt wollen wir Vollgas geben.»