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Will Sicherheitshinweise umsetzen

Das sagt die Ju-Air zum Abschlussbericht

Die Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle kritisiert in ihrem Abschlussbericht zum Ju-52-Absturz die Piloten und die Ju-Air selbst scharf. Das Dübendorfer Flugbetriebsunternehmen gelobt Besserung.

Tanja
Bircher
Donnerstag, 28. Januar 2021, 11:47 Uhr Will Sicherheitshinweise umsetzen
Die Wrack-Teile der Ju-52, die im August 2018 in Graubünden abstürzte, wurde in der Halle der Sust in Payerne untersucht.
Archivfoto: Christian Merz

Die Handlungen der Piloten sind die Hauptursache für den Absturz der Ju-52 im August 2018 mit 20 Todesopfern. Mitschuld am Unglück sind laut Abschlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust aber auch Fehler der Ju-Air.

Das Dübendorfer Flugbetriebsunternehmen hat bereits Stellung genommen zum Abschlussbericht. Dieser bilde für sie die Grundlage zur endgültigen Aufarbeitung des tragischen Unglücks, heisst es in einer Mitteilung.  

Interne Unterhaltsabteilung aufgelöst 

Neben den Ursachen für den Unfall habe die Untersuchung auch eine Reihe von Ergebnissen zutage gefördert, die Mängel und damit Potential für Verbesserungen des künftigen Flugbetriebs der Ju-Air aufzeigen. Kritisiert würden Punkte in der Organisation und das Qualitäts-Sicherungssystem, das das Risikoverhalten einer Gruppe von Piloten nicht aufzudecken vermochte.

Das Flugbetriebsunternehmen gelobt: «Diese wichtige Erkenntnis wird bei der künftigen Selektion, Ausbildung und Kontrolle von Piloten mit einfliessen.» 

Mängel identifiziere die Untersuchung auch im Unterhalt der Ju-52. Das verunfallte Flugzeug sei zwar regelmässig durch die Aufsicht inspiziert und seit 2010 nicht mehr beanstandet worden und es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass ein technisches Problem zum Unfall beigetragen habe. Dennoch habe die Untersuchung bereits 2019 eine Reihe von Mängeln aufgelistet.

Die interne Unterhaltsabteilung der Ju-Air sei darauf noch 2019 aufgelöst worden. «Die laufende Totalüberholung der Flugzeuge und der künftige Unterhalt wurden an externe Fachpartner ausgelagert.» Die Totalüberholung habe ein technisch neuwertiges Flugzeug zum Ziel, das danach wieder über viele Jahre sicher betrieben werden könne.

Ju-Air will 2023 Betrieb wieder aufnehmen 

Die Ju-Air werde die sehr umfangreichen Untersuchungsakten und die Sicherheitshinweise der Sust nun detailliert analysieren und die Lehren aus dem Unfall in den künftigen Betrieb einfliessen lassen.

«Die Ju-Air erinnert erneut an die 17 Fluggäste, die zusammen mit der Besatzung beim Unfall ihr Leben verloren haben, und an die zahlreichen Menschen, die den Verunfallten nahegestanden haben.»

Ju-Air, Dübendorfer Flugbetriebsunternehmen 

Der Flugbetrieb der Ju-Air war knapp zwei Wochen nach dem Unglück kurzzeitig wieder aufgenommen worden. Im November 2018 verfügte die Sust dann aber ein Flugverbot. Seither hat keine Ju-52 des Vereins mehr abgehoben.

Laut Stellungnahme will die Ju-Air den Flugbetrieb 2023 wieder aufnehmen. Sie werde dem BAZL sämtliche Teile des künftigen Betriebs zur Prüfung vorlegen und unter anderem nachweisen, dass sie die Sicherheitshinweise der Sust umgesetzt habe. 

«Zum Abschluss der Untersuchung erinnert die Ju-Air erneut an die 17 Fluggäste, die zusammen mit der Besatzung beim Unfall ihr Leben verloren haben, und an die zahlreichen Menschen, die den Verunfallten nahegestanden haben.»

Der Unfall habe sehr viel Leid über eine grosse Zahl von Menschen gebracht. Die Ju-Air bedauere das zutiefst.

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