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Unterricht trotz Massentest

Wegen Eltern: 87 Schüler verweigern Corona-Test in Volketswil

An der Primarschule in Volketswil wurden erstmals Massentests durchgeführt. Allerdings verweigerten einige Eltern die Tests ihrer Kinder. Dennoch dürfen die Schüler weiter in die Schule.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 27. Januar 2021, 14:56 Uhr Unterricht trotz Massentest
Der Massentest an der Schule Feldhof in Volketswil ist zwar abgeschlossen. Doch nicht alle Schüler haben sich ihm unterzogen.
Foto: Archiv

Als Folge des Corona-Ausbruchs an der Schule Feldhof in Volketswil, hat die Schulgemeinde Mitte Januar zwei Klassen in Quarantäne gesteckt und erstmals im Kanton Zürich einen Massentest durchgeführt. In der Zwischenzeit befinden sich 9 von 24 Klassen in Quarantäne. 

Von den insgesamt 421 getesteten Personen sind 37 Personen positiv getestet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von rund neun Prozent, schreibt die Schulgemeinde am Mittwoch in einer Mitteilung. 

Eltern können Test verweigern

Allerdings hat das Ganze einen Haken: Es wurden längst nicht alle Schüler getestet. 87 Schüler entgingen einer Testung, weil die Eltern die Bewilligung für einen Test verweigerten. Von der Schule heisst es: «Es gibt keine Rechtsgrundlage, Schüler gegen den Willen ihrer Eltern zu testen». 

Auch Massnahmen wie etwa ein vorübergehender Schulausschluss gegen Familien, die ihre Kinder nicht testen lassen, seien ebenfalls nicht möglich. Sprich: Nicht getestete Kinder dürfen weiter an den Regelklassen teilnehmen.

Keine vorsorgliche Quarantäne

Dies vermittelt eine «Scheinsicherheit», wie Schulpräsident Yves Krismer gegenüber dem «Blick» sagte. Kinder würden ständig mit anderen Kindern spielen, theoretisch müsse man deshalb alle paar Tage erneut testen. 

Klassen mit nicht getesteten Kindern dürfe man auch nicht vorsorglich in Quarantäne schicken. Denn es gilt folgender Grundsatz: Wenn ein Fall einer mutierten Virusvariante vorliegt oder zwei «normale» Corona-Fälle, darf eine Klasse in Quarantäne geschickt werden. 

Massentests schweizweit möglich

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch beschlossen, dass solche Massentests wie in Volketswil nun schweizweit finanziert werden. Wie sinnvoll diese Tests sind, wenn viele Eltern den Test verweigern können, steht auf einem anderen Blatt. (mae)

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Abartig! Wie sie über Eltern schreiben, die bloss eine andere Meinung haben und sich damit für ihre Kinder einsetzen. Nur, weil ich von etwas, das einen Eingriff in das persönliche Recht meines Kindes ist, nicht will, bin ich keine „Verweigerin“. Wie wäre es, wenn sie bloss schreiben würden: ein paar Eltern sehen es anders und wollen die Kinder nicht testen.

@Eduard Gautschi es ist unangenehm den Test durchzuführen und auch ein wenig schmerzhaft. Mein 9-Jähriger Sohn hat schon zwei Tests hinter sich und war jedes mal nicht begeistert. Gibt genügend Eltern, die das als einen schwerwiegenden Eingriff sehen und deshalb nicht wollen oder einfach nur ihre Kinder in Watte einpacken wollen.

Weil er nur eine Momentaufnahme ist
Ein am Vortag Erkrankter ist negativ und fühlt sich in falscher Sicherheit
Man kann sich unmittelbar nach dem Test wieder Anstecken
Eine Personenansammlung beim Test ist auch nicht gut
Ein von den Eltern am Morgen unterschriebenes Einverständnis kann bis 3 Stunden ein Virenträger sein

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