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Luzerner übernehmen Maurmer «Schifflände»

«Wir wollen einen Geschäftsführer aus der Region finden»

28 Restaurants und Hotels betreiben sie in der Schweiz. Nun übernehmen Bastian und Florian Eltschinger aus Rothenburg (LU) die «Schifflände» in Maur. Sie wollen das Restaurant nach einer umfassenden Instandsetzung im Sommer 2022 eröffnen.

Tanja
Bircher
Donnerstag, 21. Januar 2021, 09:12 Uhr Luzerner übernehmen Maurmer «Schifflände»

Es gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen am Greifensee: das Restaurant Schifflände in Maur. Ende September fand dort die letzte Ustrinkete statt, seither ist es geschlossen. Nun hat der Kanton Zürich einen neuen Mieter gefunden, wie die Baudirektion mitteilt.

Die in Rothenburg (LU) domizilierte Remimag Gastronomie wird die «Schifflände» nach einer umfassenden Instandsetzung im Sommer 2022 wiedereröffnen. Der Regierungsrat hat den Mietvertrag genehmigt, der für eine Dauer von fünf Jahren abgeschlossen worden ist.

Treffpunkt für Geniesser

Das Rothenburger Familienunternehmen wird von den Brüdern Bastian und Florian Eltschinger geführt und betreibt in der ganzen Schweiz 28 Restaurants und Hotels. So gehören zum Beispiel in der Stadt Zürich das Gasthaus Albisgütli, das Kunsthaus-Restaurant und die «Linde Oberstrass» sowie auf Kantonsgebiet das «Ristorante & Pizzeria Geroldswil» und die Wirtschaft Schönegg in Wädenswil zum ihrem Portfolio.

«Das Herzstück auf der Speisekarte sind exzellente Fischgerichte, gepaart mit alten Küchenklassikern, neu interpretiert.»

Bastian Eltschinger, künftiger Betreiber der Schifflände in Maur


«Gastfreundlich, unkompliziert und sympathisch» – so soll sich das Restaurant Schifflände laut Mitteilung zur Wiedereröffnung präsentieren. «Wir wollen vom bedienten Restaurant bis zur Selbstbedienungsterrasse für jede Zielgruppe die passende Auswahl anbieten», wird Geschäftsleiter Bastian Eltschinger zitiert.

In der «Schifflände» soll inskünftig saisonal und mit Zutaten aus der Region gekocht werden. «Das Herzstück auf der Speisekarte sind Fischgerichte, gepaart mit alten Küchenklassikern, neu interpretiert», so Eltschinger.

Auch für eine vielfältige Weinauswahl sei gesorgt. «In der Schifflände stehen die Türen offen für einen Morgenkaffee, ein schnelles Mittagessen, eine Dessertpause oder ein ausgedehntes Nachtessen.» Alles Angebote, die momentan – mitten im zweiten Lockdown – einer Wunschvorstellung entsprechen. 

Ein spezielles Gefühl

Geschäftsleiter Bastian Eltschinger sagt auf Anfrage: «Die Schifflände hatten wir schon länger ins Auge gefasst, weil der Betrieb unser bestehendes Portfolio perfekt ergänzt. Während des letzten Lockdowns haben wir uns dann für den Betrieb beworben.» 

Während den Vetragsverhandlungen mit dem Kanton habe die Situation aber noch anders ausgesehen. «Wir hätten natürlich nicht damit gerechnet, dass wir zehn Monate später erneut alle unsere Restaurants schliessen müssen.»

Das Gefühl, als er vor ein paar Tagen die Unterschrift auf den Vertrag gesetzt habe, sei zugegebenermassen speziell gewesen. Er sei jedoch nach wie vor vom Standort und der Übernahme der «Schifflände» überzeugt. 

«Bei einem grossen Immobilienmarkler hätten wir den Vertrag wohl eher nicht unterschrieben.»

Bastian Eltschinger, künftiger Betreiber der Schifflände in Maur

Er vertraue zudem auf den Kanton als Vermieter, der selbst ja auch etwas zu verlieren habe. «Dass wir mit einem guten Entgegenkommen rechnen dürfen, gibt uns Sicherheit. Bei einem grossen Immobilienmakler hätten wir den Vertrag wohl eher nicht unterschrieben.»

Das Erbe der Vorgänger anzutreten, die das Restaurant über 20 Jahre geführt und eine grosse Stammkundschaft aufgebaut haben, sei sicher eine Herausforderung. Betriebe an solch einzigartigen Lagen seien aber genau ihre Stärken. Sie seien überzeugt, mit ihrem neuen Konzept nicht nur die Stammkunden weiterhin in der Schifflände begrüssen zu dürfen, sondern auch neue Gäste dazu gewinnen zu können, so Eltschinger.

«Für das Restaurant am Greifensee wollen wir auf jeden Fall einen Geschäftsführer suchen – idealerweise aus der Region.»

Sanierung für die nächsten 30 Jahre

Auch bei der Baudirektion ist man optimistisch eingestellt: Der Lockdown für die Restaurants werde in ein paar Wochen oder Monaten zu Ende sein, sagt Sprecher Thomas Maag. Die Gesamtinstandsetzung der Liegenschaft erfolge aber im Hinblick auf die nächsten 30 Jahre.

Umfassende Instandsetzung geplant

Der Kanton erwarb die Liegenschaft «Zur Schifflände» in Maur an einer konkursamtlichen Liegenschaftenersteigerung im Jahr 1960. 1994 liess er den Ersatzneubau Restaurant «Schifflände» erstellen. Eine grössere Instandsetzung fand seither nie statt. 

Die umfassende Sanierung, für die der Regierungsrat Anfang Juli 2020 6,9 Millionen Franken bewilligt hat, ist von April 2021 bis im Frühling 2022 geplant.

Diese besteht aus der Erneuerung der Gastronomieküche, die nicht mehr den Anforderungen des Lebensmittelinspektorats entspricht. Zudem sind die Selbstbedienungs-Gastronomie im Erdgeschoss sowie der Bereich der Bankettküche im Obergeschoss zu sanieren.

Im Untergeschoss befinden sich nebst den technischen Räumen die Kühlzellen sowie die Lager- und Nebenräume der Gastronomieküche. «Seit Jahren treten dort, je nach Witterung und Pegelstand des Sees, massive Wasserinfiltrationen auf», schreibt die Baudirektion. Auch dieser Mangel werde  behoben.

Wärmepumpe und Photovoltaikanlage

Nebst diesen Investitionen müsse das Gebäude gemäss den Brandschutzvorschriften auf den aktuellen Stand gebracht werden. Im ganzen Haus würden alle Oberflächen und Türen instandgesetzt. In den Bankett- und Seminarräumen werde ein neues Trennwandsystem  eingebracht. 

Auch die Gebäudetechnik sei veraltet und müsse umfassend erneuert werden. Insbesondere soll die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt werden. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage realisiert.

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