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Züriost-Blog

Eingekauft für die Katz!

Talina
Steinmetz
Mittwoch, 13. Januar 2021, 10:40 Uhr Züriost-Blog

Seit kurzem haben wir eine neue Mitbewohnerin. Sie hat vier Beine, schnurrt unaufhörlich und mauzt frech, wenn sie für kurze Zeit nicht gekrault wird. Sie ist quasi die Königin unserer WG und erhält durchgehend Aufmerksamkeit. Durch die Anschaffung einer Katze habe ich vieles gelernt. Wie wichtig Sauberkeit ist und dass ein Pfannendeckel quasi das oberste Gut eines Katzenhaushalts ist. Die wichtigste Lektion für mich war jedoch folgende: Einmal im Universum des Katzenzubehörs gefangen, kommt man kaum mehr raus!

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Begonnen hat es eigentlich ganz harmlos. Als klar war, dass wir eine Katze kriegen, schrieb ich eine vernünftige Liste mit allen benötigten Dingen: Kratzbaum, Katzenklo und Zubehör. Futter und Snacks. Ich durchforstete diverse Onlineshops, verglich Preise und Bewertungen und wurde später durch eine Facebook-Werbung auf eine kleine, aber sehr kuschlige Decke aufmerksam.

Da nahm das Unheil seinen Lauf.

Ich klickte sie an, las mir die Details durch und stiess auf gefühlt tausend weitere solche Decken. Flauschig, farbig, teilweise mit Katzenpfötchen drauf. Von den Kissen und Decken arbeitete ich mich weiter durch den Onlineshop, bis hin zu den super-mega-exklusiven Kratzbäumen, mit eingebautem Futternapf und sonstigem Gugus. Kostenpunkt: 800 Franken.

Der Preis schleuderte mich sehr schnell in die Realität zurück. Ich schloss alle Tabs und nahm mir vor, das benötigte Material direkt in einem Geschäft vor Ort zu kaufen – dort kann ich mich nämlich nicht so schnell verlieren wie in einem Online-Shop.

Spoiler: Doch. 

Zwei Tage später machte ich mich auf den Weg ins Fachgeschäft. Kaum eingetreten, stand ich schon vor der ersten Herausforderung: Tausend. Farbige. Spielzeuge. Nur gut ist meine Katze nicht wirklich verspielt, was mir das Vorbeigehen erleichtert. «Ich bin super», sage ich mir in Gedanken.

Und fand mich plötzlich im Gang meines Verderbens wieder.

Katzendecken- und Kissen, soweit das Auge reicht. Ein Teil flauschiger als das andere. Ich fasste alle an, strich den Stoff glatt und wollte schon fast mein Gesicht daran reiben, als das kleine Überbleibsel meiner Vernunft von irgendwo her schrie «Come on, echt jetzt?».

Das war dann auch das Letzte, wovon mich meine Vernunft abhalten konnte. Ich schmiss eine erste Decke in den Einkaufskorb, gefolgt von zwei super-flausch-Kissen. Hinzu kamen die schönste Katzentoilette und das hübscheste Spielzeug – wer weiss, vielleicht wird mein Stubentiger doch noch zur Jägerin.

Zu Hause angekommen, breitete ich stolz die Sachen vor meiner Katze aus. Sie schnupperte daran, drehte sich arrogant um und stolzierte mit erhobenem Schwanz ins Wohnzimmer. Einen eleganten Sprung später lag sie auf meinem Sessel, der bis heute ihr Lieblingsplatz ist – vermutlich, weil sie von dort aus die bis heute ungebrauchten Decken und Kissen am besten im Blick hat.

Talina Steinmetz kann nie lange stillsitzen, liebt Babybüsis und hasst den Winter. Aber sie passt sich an. Mal mehr, mal weniger. 

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