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7,5 Millionen Dosen

Corona-Impfstoff von Moderna in der Schweiz zugelassen

Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat einen zweiten Corona-Impfstoff für die Schweiz zugelassen. Sie gab am Dienstag grünes Licht für den Wirkstoff des US-Herstellers Moderna. Er wird auch im Wallis bei Lonza produziert. Die Schweiz sicherte sich 7,5 Millionen Dosen.

Agentur
sda
Dienstag, 12. Januar 2021, 13:22 Uhr 7,5 Millionen Dosen
Virus Outbreak New York
Schub für Impfkampagne: Der Impfstoff Moderna ist von Swissmedic zugelassen.
Foto: AP Photo/Mark Lennihan

Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat einen zweiten Corona-Impfstoff für die Schweiz zugelassen. Sie gab am Dienstag grünes Licht für den Wirkstoff des US-Herstellers Moderna. Er wird auch im Wallis bei Lonza produziert. Die Schweiz sicherte sich 7,5 Millionen Dosen.

Swissmedic habe den auf einer mRNA-Plattform basierenden Impfstoff von Moderna (Covid-19 mRNA Vaccine Moderna) «nach sorgfältiger Prüfung aller eingereichten Daten zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität in der Schweiz befristet zugelassen», schrieb Swissmedic am Dienstag.

Wirksamkeit von 94 Prozent

Dies sei geschehen, nachdem zusätzlich zur internen Begutachtung das unabhängige Expertengremium HMEC (Human Medicines Expert Committee) an einer ausserordentlichen Sitzung die Einschätzung von Swissmedic zum Nutzen-Risiko-Verhältnis gestützt habe.

Damit erfülle ein zweiter Covid-19 Impfstoff die hohen Anforderungen an Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität und könne ab sofort in der Schweiz eingesetzt werden. Die Zulassungsstudien hätten 14 Tage nach der zweiten Impfung eine hohe Wirksamkeit von 94 Prozent gezeigt.

Der Covid-19 Impfstoff von Moderna darf Personen ab 18 Jahren gemäss den Arzneimittelinformationen sowie den offiziellen Impfempfehlungen des Bundes verabreicht werden. Die Impfung besteht aus zwei Dosen, die geschultes medizinisches Personal Impfwilligen im Abstand von einem Monat intramuskulär verabreicht.

Nach dem Biontech/Pfizer-Impfstoff darf in der Schweiz künftig auch das Präparat des US-Unternehmens Moderna genutzt werden. Wo gibt es Unterschiede und wo Gemeinsamkeiten?

WIE SIND DIE IMPFSTOFFE GEBAUT?
Bei beiden Mitteln handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. In dem Begriff steht das "m" für messenger und "RNA" für ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure). Vorher wurde noch kein Impfstoff dieser Art für den Menschen zugelassen. Mit der mRNA enthalten die Impfstoffe die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Auf dieser Grundlage stellen die Körperzellen das Virusprotein her. Gegen dieses entwickelt der Körper seine Immunantwort. Die mRNA wird dabei nicht in das Erbgut des Menschen eingebaut.

WIE GUT WIRKEN DIE IMPFSTOFFE?
Beide Impfstoffe haben bisher hohe Grade bei der Wirksamkeit erzielt. Das US-Unternehmen Moderna hatte Ende November mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent besitze - gemessen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Der Pfizer-Impfstoff zeigte eine fast identische Wirksamkeit von 95 Prozent - hier waren es sieben Tage nach der zweiten Dosis. Die Zahlen beziehen sich auf die bisher durchgeführten Phase-3-Studien.

Ob die genannten Zahlen auch bei einem massenhaften Einsatz der Impfstoffe zu erreichen sind, wird sich in einigen Monaten zeigen. Unklar ist auch, wie lange die Impfungen genau schützen und ob der Geimpfte das Virus noch weitergeben kann. Optimistisch sind Experten, dass die Impfungen auch bei der Coronavirus-Variante B.1.1.7 funktionieren, die in Grossbritannien entdeckt wurde und als besonders ansteckend gilt.

WIE OFT WIRD GEIMPFT?
Auch hier gibt es grosse Übereinstimmungen. Sowohl der Biontech/Pfizer- als auch der Moderna-Impfstoff erfordern zwei Wirkstoffgaben. Bei Biontech/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Beim Produkt von Moderna sind es rund vier Wochen.

Der Biontech/Pfizer-Impfstoff muss vor dem Spritzen mit einer Natriumchlorid-Lösung verdünnt werden. Jede Dosis enthält 30 Mikrogramm Impfstoff. Das Produkt von Moderna wird dagegen bereits gebrauchsfertig geliefert und enthält mit 100 Mikrogramm rund dreimal mehr Impfstoff pro Dosis. Gespritzt wird jeweils in den Oberarm-Muskel.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN GIBT ES?
An der Phase-3-Studie von Biontech/Pfizer beteiligten sich etwa 44'000 Teilnehmer, bei Moderna waren es rund 30'000. Unabhängig vom Präparat gaben viele Studienteilnehmer Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen an. Manche litten auch an Fieber und Schüttelfrost. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen schwach bis mässig und klangen nach kurzer Zeit ab. Bei beiden Impfstoffen traten die Begleiterscheinungen öfter bei der zweiten Impfdosis auf. Im Vergleich zu Grippe-Impfstoffen gab es häufigere Nebenwirkungen.

WER SOLL NICHT GEIMPFT WERDEN?
Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist für Menschen ab 16 Jahren vorgesehen. Der von Moderna ist ab 18 Jahren gedacht, obwohl das Unternehmen kürzlich damit begonnen hat, seinen Impfstoff bei 12- bis 17-Jährigen zu testen. Einigkeit besteht darin, wer nicht geimpft werden soll. Menschen mit einer allergischen Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe oder mit schweren allergischen Reaktionen nach einer vorherigen Dosis.

WIE WERDEN DIE IMPFSTOFFE GELAGERT?
Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bis zu 15 Tage transportiert werden. Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad Celsius im Vergleich nicht ganz so kalt sein.

Unterschiede gibt es auch nach dem Auftauen: Der Pfizer-Impfstoff kann im Kühlschrank gelagert, muss aber innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht werden. Der Moderna-Impfstoff ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil.

Beide Impfstoffe müssen nach Erstnutzung innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Eine Durchstechflasche reicht bei Biontech/Pfizer für fünf bis maximal sechs Dosen, bei Moderna für zehn.

WIE TEUER SIND DIE IMPFSTOFFE?
Für die Schweizer Bevölkerung ist die Impfung gegen Covid-19 kostenlos. Die Kosten werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen. Jene, die nicht gedeckt sind, werden vom Bund und den Kantonen getragen. Die Preise für die neuartigen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna liegen wahrscheinlich um ein Vielfaches höher als die von herkömmlichen Mitteln, wie sie etwa Astrazeneca auf den Markt bringen will. Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker veröffentlichte die bisher für die EU geheim gehaltenen Preise zeitweise auf Twitter. Demnach soll eine Dosis des Moderna-Impfstoffs umgerechnet rund 15 Euro kosten, eine von Biontech/Pfizer 12 Euro, eine von Astrazeneca nur 1,78 Euro. Der Tweet wurde später gelöscht.

WIE VIELE IMPFDOSEN HAT DIE SCHWEIZ BESTELLT?
Insgesamt hat die Schweiz bisher Verträge für rund 15 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen. Von Biontech/Pfizer erhält die Schweiz über mehrere Monate hinweg drei Millionen Impfdosen. Bei Moderna bestellte die Eidgenossenschaft insgesamt 7,5 Millionen Dosen. Von dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff von Astrazeneca erwartet die Schweiz bis zu 5,3 Millionen Dosen.

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